RZB-Start für Kapitalerhöhung

8. Mai 2012, 14:12
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Wien - Die Raiffeisen Zentralbank (RZB) hat am Dienstag die nächste Etappe für die große Kapitalerhöhung gestartet, mit der die RZB durch Rückkauf und Wandlung von PS-Kapital ihr hartes Kernkapital stärken will. Dafür werden wie berichtet knapp über 841 Mio. Euro benötigt, aus technischen und aktienrechtlichen Gründen lautet die Einladung zum Bezug neuer Stammaktien auf ein Volumen von 1,41 Mrd. Euro. Diese Größe peile man aber nicht an, es sei zu erwarten, dass nur ein Teil zugeteilt werde, hieß es am Dienstag aus dem Institut.

Mit insgesamt 841,8 Mio. Euro möchte die RZB ja ihren Haupteigentümern jenes private Partizipationskapital abkaufen, dass diese von 2008 bis 2011 erworben haben. Davon stammen allein 515 Mio. Euro PS-Kapital vom größten RZB-Eigentümer, der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, überproportional viel - ihr Anteil an der RZB wird daher von bisher rund 32 auf 34 Prozent steigen, ist seit 20. April bekannt.

Hartes Stammkapital

Die RZB wird die rückgekauften PS einziehen und in "hartes Stammkapital" gemäß Definition der Europäischen Bankenaufsicht EBA wandeln, um die bis Ende Juni geforderte Mindesthöhe von 9 Prozent zu erreichen bzw. zu übertreffen. Am 23. Mai soll die RZB-HV beschließen, das PS-Kapital einzuziehen. Als Core-Tier-1-Kapital wäre es nach den Neuregelungen nicht mehr qualifiziert worden.

Aus "technischen und aktienrechtlichen Gründen" beläuft sich die RZB-Einladung zum Bezug von Stammaktien im "Amtsblatt" der "Wiener Zeitung" von Dienstag auf ein Gesamtvolumen von etwa 1,41 Mrd. Euro. Dies ergibt sich aus einer Stückzahl von bis zu 1,110.158 Aktien zum Ausgabepreis von je 1.270 Euro (für ein Nominale von je 72,67 Euro). Möglich ist laut Einladung eine Erhöhung des RZB-Grundkapitals von derzeit Nom. 443,714 Mio. um bis zu Nom. 80,675 Mio. auf bis zu Nom. 524,389 Mio. Euro. Die Bezugsfrist endet am 22. Mai.

Nicht erfasst vom gegenständlichen PS-Rückkauf bei der RZB ist das PS-Kapital der Raiffeisen Bank International AG (RBI), das zu 70 Prozent bei der Republik Österreich und zu 30 Prozent bei anderen Investoren platziert ist. Wann die RBI die 1,75 Mrd. Euro Staatsgeld - vom Staat gezeichnete PS-Scheine - zurückzahlt, sagte vor knapp drei Wochen RLB-NÖ-Wien-Chef Erwin Hameseder nicht, man werde aber den Pflichten "ganz zeitgemäß und vertragsgemäß nachkommen".

Bei der HV am 23. Mai sollen die RZB-Aktionäre wie berichtet auch einer Wandlung der bestehenden Vorzugsaktien in Stammaktien zustimmen. Diese Wandlung sei im Hinblick auf das kommende "Basel III"-Eigenkapitalregime nötig, so die RZB, da Stammaktien eine höhere Eigenkapitalqualität zukommt. Nur Raiffeisenlandesbanken halten derzeit solche Vorzugsaktien. Die RLB NÖ-Wien zum Beispiel wird ihren Part von rund 15 Mio. Euro Vorzugsaktien in RZB-Stämme wandeln. (APA, 8.5.2012)

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