Ukraine antwortet auf EU-Boykott mit Gipfel-Absage

8. Mai 2012, 14:11
33 Postings

Zahlreiche Staatsoberhäupter hatten Teilnahme an Treffen in Jalta abgesagt, deshalb wird der Gipfel nun verschoben

Kiew - Angesichts zahlreicher Absagen hat die Ukraine einen geplanten Gipfel mittel- und osteuropäischer Staatschefs in Jalta verschoben. Das teilte ein Sprecher des Außenministeriums laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine am Dienstag mit. Die ukrainischen Behörden werden aufgrund ihres Umgangs mit der erkrankten inhaftierten Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko international stark kritisiert. Zuletzt hatten zahlreiche Staatsoberhäupter ihre Teilnahme an dem Treffen abgesagt, darunter auch Bundespräsident Heinz Fischer. Bei der 18. Konferenz der Staatschefs am Schwarzen Meer sollten Vertreter mittel- und osteuropäischer Staaten zu politischen Gesprächen zusammentreffen.

Kein neuer Termin genannt

Das Treffen sollte eigentlich am Freitag und Samstag in Jalta auf der Krim stattfinden. Der Gipfel sei wegen der Reiseabsagen einer Reihe europäischer Staatsoberhäupter nun verschoben worden, hieß es. Ein neuer Termin wurde von dem Sprecher des Außenministeriums nicht genannt.

Timoschenko verbüßt in der Ukraine eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Der Westen hält ihre Strafe für politisch motiviert. Die unter Bandscheibenproblemen leidende Ex-Regierungschefin protestiert seit dem 20. April mit einem Hungerstreik gegen ihre Haftbedingungen. 

Behandlung verzögert sich

Timoschenko wird doch noch nicht am Dienstag in ein Krankenhaus verlegt. Die Ex-Regierungschefin habe nach einem Gespräch mit einem deutschen Arzt ihre Verlegung um mindestens einen Tag verschoben, teilten die ukrainischen Gefängnisbehörden mit. Sie habe ihre Entscheidung damit begründet, mehr Zeit für Beratungen mit ihrem Anwalt zu brauchen.

Den Angaben zufolge beriet sich Timoschenko am Dienstag mit einem deutschen Arzt darüber, ob in der von den ukrainischen Behörden vorgeschlagenen Klinik ihr Bandscheibenvorfall richtig behandelt werden kann. Sie hatte in der vergangenen Woche einer Verlegung aus dem Gefängnis in Charkiw (Charkow) in ein Krankenhaus unter der Bedingung zugestimmt, dass ein deutscher Arzt ihre Behandlung dort überwacht.  (APA, 8.5.2012)

Share if you care.