ORF-Publikumsrat für Medienmagazin und gegen nervige Onlinewerbung

8. Mai 2012, 12:05

Gremium fordert: Verbraucherthemen nach "konkret"-Aus in gleichem Ausmaß beibehalten

Wien - Der ORF-Publikumsrat hat der ORF-Geschäftsführung bei seiner Sitzung eine ganze Reihe an Empfehlungen für die anstehende Programmreform mit auf den Weg gegeben. So beharren die Publikumsräte auf der Einführung des seit längerem geforderten Medienmagazins und empfehlen einen eigenen Schwerpunkt zum Thema Digitalisierung und soziale Medien. Sollte, wie kolportiert, das Servicemagazin "Konkret" eingestellt werden, fordert der Publikumsrat, dass die Berichterstattung über Verbraucherthemen trotzdem in gleicher Qualität und Quantität erhalten bleibt. Außerdem sprach sich das Gremium dafür aus, Werbung auf dem ORF-Onlineportal kundenfreundlicher zu gestalten.

Es habe zahlreiche Kundenbeschwerden über belästigende Werbung gegeben, weshalb der Publikumsrat bei der Schaltung der Werbung drei Mindeststandards empfiehlt. Dazu zählt, dass die Werbung über ein gut sichtbares "Schließen"-Fenster verfügt und die Werbefenster redaktionelle Inhalte nicht verdecken dürfen und vorzugsweise am Seitenrand platziert werden. Außerdem sollten automatisch startende Videos bzw. Videos mit aufdringlicher Lautstärke vermieden werden.

Medienmagazin und Integration

In punkto Medienmagazin fordert der Publikumsrat eine Sendung, die relevante Entwicklungen in der Welt der Medien in Österreich sowie international und Fragen der neuen Mediennutzung thematisieren soll. Eine entsprechende Empfehlung hat der Publikumsrat bereits vor einem Jahr abgegeben und von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz im Zuge seiner Wiederwahl im vergangenen August eine Zusage erhalten. "Diese Zusage wurde bis heute nicht eingelöst", weshalb der Publikumsrat die Einführung "mit Nachdruck" empfiehlt, so der einstimmige Beschluss des Gremiums. TV-Direktorin Kathrin Zechner hatte sich zuletzt gegen Ghetto-Magazine, wie etwa ein Medienmagazin ausgesprochen.

Ein Anliegen war dem Gremium auch das Thema Integration - hier wurde der Geschäftsführung die Formulierung eines Leitbildes bzw. einer Strategie empfohlen. So müsse die Vielfalt der österreichischen Gesellschaft "im ganzen Programm - nicht nur in den Informations- und Servicesendungen, sondern auch in der Unterhaltung thematisiert und "sichtbarer" werden. Initiativen, die dazu dienen, Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu ORF-Angeboten attraktiver zu machen, sind entsprechend zu kommunizieren. Vorstellbar zur Attraktivierung des ORF ist für die Publikumsräte das Angebot eines Deutschkurses. Grundsätzlich müsse die Reflexion und Diskussion von Werthaltungen, die für Österreich und Europa von grundlegender Bedeutung sind, im ORF forciert werden. (APA, 8.5.2012)

Die Forderungen sind weder neu noch ORF spezifisch.

Man erinnert sich vielleicht noch an die Bahlsen-Werbung vor ein paar Jahren hier in diesem Forum.

Oder die immer noch aktuellen "On-Mouse-over" Lärmfenster.

Aber: Dagegen hilft "NoScript" und "AdBlockPlus" auf Firefox. Dann braucht ma sich a net beschwern.

Ghetto

Die alte Frage - auf welcher Seite der Gitterstäbe befindet sich der ORF? Im Ghetto oder draussen?
Der Publikumsrat zeigt einmal mehr auf, wie politisch unfrei der ORF ist.

Ich finde gerade die Einbindung der Online-Werbung auf ORF.at ist vorbildlich und sehr dezent. Nur maximal ein Banner pro Seite, bei Überformaten immer ein Closebutton etc. etc.
Also ganz im Gegensatz zu derStandard.at.

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