Übergewicht ist Hauptrisikofaktor für Schlafstörungen

  • Übergewicht gilt als Hauptrisikofaktor für die obstruktive Schlafapnoe.
    foto: apa/lavandeira jr

    Übergewicht gilt als Hauptrisikofaktor für die obstruktive Schlafapnoe.

Bei schwerer Schlafapnoe steigt die Gefahr von Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Störungen oder Diabetes Typ 2

Etwa 840 000 Frauen und über 1,5 Millionen Männer zwischen 30 und 60 Jahren haben gefährliche Atemaussetzer im Schlaf - die so genannte obstruktive Schlafapnoe (OSA).

Meist sind Menschen mit starkem Übergewicht betroffen. Sie leiden infolge eines nicht-erholsamen Schlafes unter Tagesschläfrigkeit, sind weniger leistungsfähig und häufig unfallgefährdet.

Bei schwerer Schlafapnoe steigt die Gefahr von Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Störungen oder Diabetes Typ 2. 

Behinderung der Atemwege im Schlaf

Eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) liegt vor, wenn der Patient mehr als fünf Atemaussetzer pro Stunde hat. "Ursache ist eine starke Entspannung der Muskulatur um die oberen Atemwege im Schlaf", erklärt Karl Hörmann, Ehrenpräsident der 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie (DGHNO KHC). "Dadurch fällt der obere Teil des Rachens zusammen und es kommt zu einer Behinderung der Atemwege."

Auch anatomisch bedingte Engstellen können nächtliche Atemstillstände begünstigen. Betroffene klagen meist über Schnarchen, eine ausgeprägte Tages- und Morgenmüdigkeit sowie tägliche Schlafattacken. "In schweren Fällen steigt Studien zufolge zudem das Risiko, an koronaren Herzerkrankungen, Herzrhythmusstörungen und Typ-2-Diabetes zu erkranken oder einen Schlaganfall zu erleiden", so der Direktor der Universitäts-HNO-Klinik des Klinikums Mannheim. Eine Therapie sei daher aus medizinischen und volkswirtschaftlichen Gründen unumgänglich.

Zunahme übergewichtiger und adipöser Menschen

Übergewicht gilt als Hauptrisikofaktor für OSA: Durch Fetteinlagerungen in den oberen Atemwegen sinkt der Atemwegsdurchmesser und die geregelte Atmung ist gestört. "Durch die Zunahme übergewichtiger und adipöser Menschen in Deutschland wird OSA zunehmend zu einer Volkskrankheit", prognostiziert Hörmann. "Eine Gewichtsreduktion um zehn Prozent kann bereits die Anzahl der Atempausen halbieren und damit die Beschwerden lindern."

Stark fettleibigen Betroffenen raten HNO-Ärzte daher, ihr Gewicht zu verringern - gegebenenfalls durch einen chirurgischen Eingriff. Allgemein sollten Patienten Alkohol-, Schlaftabletten- und Nikotinkonsum sowie die Rückenlagerung während des Schlafs vermeiden.

Über die Ursachen nächtlicher Atemstillstände, wann Ärzte zur Operation raten und welche Therapien Patienten helfen, informiert Karl Hörmann auf einer Pressekonferenz am 15. Mai 2012 in Mainz anlässlich der 83. Jahrestagung der DGHNO KHC. (red, derStandard.at, 8.5.2012)

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