40 Jahre "Die Grenzen des Wachstums"

8. Mai 2012, 11:48
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Viele der Kernthesen aus dem Jahr 1972 sind heute noch immer gültig

Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss von Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft. Die gemeinnützige Organisation mit rund 100 Mitgliedern aus mehr als 30 Ländern setzt sich für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Sie will das Bewusstsein für die komplexen Probleme der Erde und mögliche Lösungen fördern.

Mit ihren Projekten und Veröffentlichungen versucht sie, Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft etwa auf die zunehmende Armut in den Entwicklungsländern, das rasante Bevölkerungswachstum und die globalen Umweltprobleme aufmerksam zu machen. Der Club wurde 1968 auf Initiative des italienischen Industriellen Aurelio Peccei (1908-1984) und des schottischen Wissenschaftlers Alexander King (1909-2007) in Rom gegründet. Aufsehen erregte er 1972 mit dem Bericht "Die Grenzen des Wachstums". Das Werk rief die Knappheit der Rohstoffe ins Bewusstsein und löste eine weltweite Debatte aus.

40 Jahre "Die Grenzen des Wachstums"

Mitten im Wirtschaftsboom der westlichen Welt zeigte der Club of Rome 1972 der Menschheit ihre Grenzen auf. Der Forscherverbund hatte zwar einige Rohstoffvorräte der Erde unterschätzt. Doch auch 40 Jahre nach der Veröffentlichung scheinen viele Kernthesen des Buches "Die Grenzen des Wachstums - Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit" weiterhin gültig zu sein. Die Autoren um Dennis Meadows fassten ihre Schlussfolgerungen so zusammen:

Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten 100 Jahre erreicht. Mit großer Wahrscheinlichkeit führt dies zu einem ziemlich raschen und nicht aufhaltbaren Absinken der Bevölkerungszahl und der industriellen Kapazität.

Es erscheint möglich, die Wachstumstendenzen zu ändern und einen ökologischen und wirtschaftlichen Gleichgewichtszustand herbeizuführen, der auch in weiterer Zukunft aufrechterhalten werden kann. Er könnte so erreicht werden, dass die materiellen Lebensgrundlagen für jeden Menschen auf der Erde sichergestellt sind und noch immer Spielraum bleibt, individuelle menschliche Fähigkeiten zu nutzen und persönliche Ziele zu erreichen.

Je eher die Menschheit sich entschließt, diesen Gleichgewichtszustand herzustellen, und je rascher sie damit beginnt, umso größer sind die Chancen, dass sie ihn auch erreicht. (APA, 7.5.2012)

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