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Die Prüfungsunterlagen werden in einem versiegeltem Karton in die Schule gebracht.
Wien - 14.400 AHS-Schüler haben heuer ihre Englisch-Klausuren im Rahmen eines Schulversuchs bereits als Zentralmatura geschrieben. Dabei werden die Aufgaben nicht vom Klassenlehrer, sondern zentral und einheitlich erstellt und vom Lehrer nach einem vorgegebenen Schlüssel ausgewertet. Am Amerlinggymnasium in Wien-Mariahilf hat man am Montag den Ernstfall im Fach Englisch geprobt, die AHS hat schon zum vierten Mal am Schulversuch teilgenommen. Und auch wenn die schriftliche Zentralmatura an den AHS verpflichtend erst 2014 eingeführt wird, wirken Lehrer und Schüler beim Besuch der APA schon jetzt wie Routiniers.
In zwei Jahren müssen alle Schüler am selben Tag dieselben Klausuraufgaben in Deutsch, Mathematik und den Fremdsprachen lösen, 2015 sind dann auch die Schüler an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) dran. Zumindest in Englisch, wo seit dem Schuljahr 2007/08 Schulversuche durchgeführt werden, ist die neue Art der Prüfung aber kein Grund zum Fürchten, ist Englischlehrerin Gabriele Köstinger überzeugt. Immerhin seien die Jugendlichen die gesamte Oberstufe hindurch auf die neuen Frageformate vorbereitet worden. "Unsere Schularbeiten waren in dieser Art aufgebaut, das System ist bekannt", sagt sie zur APA.
Mit den Schülern per Sie
Auch im Vergleich zur bisherigen Reifeprüfung sieht ihre Kollegin Ursula Pucher keine großen Änderungen. "Ich glaube nicht, dass es schwieriger geworden ist für die Schüler. Vielleicht für uns Lehrer, weil wir so viele Zettel haben, von denen wir ganz genau vorlesen müssen, standardisiert. Und dass wir die Schüler bei der Begrüßung per Sie ansprechen müssen, ist ganz neu." Direktorin Regina Niedermayer sieht Vorteile für Schüler und Lehrer: "Fast alle AHS in Wien nehmen an den Schulversuchen teil, weil es auch einfacher ist. Die Hörverständnistexte selber zu erstellen ist ein großer Aufwand für die Lehrerinnen und Lehrer, das ist also eine Erleichterung. Und damit haben wirklich alle dieselben Aufgaben."
Die Schüler des Amerlinggymnasiums sehen die Prüfung ebenfalls gelassen. Immerhin, so der Tenor, kennen sie die benutzten Formate seit Jahren. "Wenn die Lehrer die Fragen stellen, dann hat man es halt öfter durchgeübt im Unterricht", meint Anja Stany. "Aber eigentlich war kein großer Unterschied."
"Die ganze Zeit" vorbereitet worden
Auch Maturantin Antonia Mayer glaubt nicht, dass die Englisch-Reifeprüfung mit zentral erstellten Fragen schwieriger ist. Auf die Lese- und Hörverständnisaufgaben seien die Schüler bereits "die ganze Zeit" vorbereitet worden "und das kommt dann auch so, wie man das geübt hat". Eine Einschränkung macht die Schülerin allerdings: "Das wichtigste ist, dass der Text, also das Kreativschreiben, noch von den Lehrern vorgegeben ist."
Das wird sich allerdings ändern, wenn 2014 bzw. 2015 die Zentralmatura Pflicht für alle Maturanten wird. Am Amerlinggymnasium haben - wie an vielen am Schulversuch teilnehmenden AHS - schrittweise zentral erstellte Aufgaben die der Klassenlehrer ersetzt. In diesem Jahr stammen drei der vier Prüfungsteile - Hör- und Leseverständnis sowie Sprachverwendung im Kontext - vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie), das für die Zentralmatura verantwortlich ist. Künftig wird auch der Aufgabenteil "Schreiben" zentral vorgegeben.
Mängel in Französisch
Die Vorbereitung auf die Umstellung durch das Bifie ist für Pucher "in Ordnung" - allerdings nur in Englisch. In ihrem Zweitfach Französisch, bei dem am Amerlinggymnasium ebenfalls der Zentralmatura-Schulversuch durchgeführt wird, sieht sie hingegen Mängel. Es gebe für den Prüfungsteil Sprachverwendung im Kontext "fast keine Übungen" vom Bifie und auch keine Lehrbücher, kritisiert sie. "Es gibt ein einziges Lehrbuch, mit dem man einigermaßen üben könnte."
Problem Mathematik
Skepsis kommt von den Schülern, wenn es um die Zentralmatura beim Fach Mathematik geht. Hier gibt es heuer die ersten Schulversuche an einigen wenigen Standorten. Schüler-, Lehrer- und Elternvertreter haben wegen angeblich mangelnder Vorbereitung wiederholt eine Verschiebung des Starttermins an den AHS gefordert. Anja Stany etwa glaubt, dass eine österreichweit einheitliche Mathematikmatura eine Erschwernis bringt - immerhin würden die Mathe-Lehrer die Aufgaben "schon immer auf das Niveau der Klasse abstimmen". Auch Antonia Mayer ist skeptisch. "Das wäre dann vielleicht doch etwas anderes, weil man doch immer mit den Lehrern ein bisschen bespricht, was man mehr lernen sollte." (APA, 8.5.2012)
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Wenn der Nativ-Speaker für die 2. Fremdsprache des BIFIE hier gesagt einmal gesagt hat, er brauche 1 Jahr für einen Hörtext zur Matura, dann kann ich nur lachen...er sollte wissen, wie viele Hörtexte Lehrer in der Langform pro Jahr anfertigen müssen, dann bringt er seinen vielleicht auch früher zusammen... das als Argument für die Zentralmatura zu nehmen, scheint mir eher dürftig.
bisher wurden in mathe oft die kids von den lehrern auf bestimmte beispiele gedrillt, die dann mit anderen zahlen zur matura kamen. d.h.: es werden verfahren auswendig gelernt, ohne irgend ein verständnis dafür zu haben.
bei der zentralmatura ist das anders: der schwierigkeitsgrad ist zwar niedriger, aber dafür müssen die schülerInnen tatsächlich die mathematik verstanden haben.
Willkommen im Reich der standadisierten Prüfung. In den USA ist man regional schon so weit, dass den Volksschulkindern nicht Addieren von zweistelligen Zahlen beigebracht wird, sondern *nur* die Überschlagsrechnung, weil das beim Multiple Choice Test für die Klasse die besten Resultate bringt und die Schulen nach den Resultaten ihr Budget erhalten.
Da muss man sich schon die frage stellen, ob es sinnvoll ist das ganze jahr über anstatt englisch zu sprechen hör- und textverständnisübungen zu machen, nur um dann bei der matura aus einer (eigendlich genialen) rede von steve jobs herauszuhören ob beide adoptiveltern oder nur der vater anwälte waren. Man könnte hier noch endlos beispiele aufzählen...
Zentralmatura ja - pure 'kompetenzprüfungen' ohne möglichkeit die eigenen gedanken/meinungen einzubringen nein.
Es wird schwierig, eine Prüfung zu gestalten, die tatsächlich zum Eintritt in die Hochschule berechtigt. Gibt es die Zentralmatura müssen sämtliche Aufnahmetests an den Universitäten für Studenten, die eine solche Matura bestanden haben, sofort abgeschafft werden - sollte auch EU-konform sein!
Druckt eine Zeitung einmal ab, was leider schon Jahrelang Usus ist:
"immerhin würden die Mathe-Lehrer die Aufgaben "schon immer auf das Niveau der Klasse abstimmen""
Und weiter: "weil man doch immer mit den Lehrern ein bisschen bespricht, was man mehr lernen sollte."
Heißt also, die Matura wurde angepasst, was der Lehrer in den Jahren verabsäumt hat zu unterrichten oder nicht wollte (z.B.: Statistik & Wahrscheinlichkeitsrechnung).
Und dann werden den Schülern offensichtlich die Bsp. mitgeteilt.
Also genau aus dieser Unprofessionalität mancher Lehrer (und die, die es fair machen sind die "Dummen" mit Zusätzen usw.) fürhte ja zu dem ganzen Zentralismus.
Und ist für mich ein Hauptargument PRO Zentralmatura - aber INKL. Zentralkorrektur!
1. Das mit dem "niedrigsten Niveau" ist doch nur ein Totschlagargument der Zentralmaturagegner.
2. Was bringt mir ein angeblich hohes Niveau wenn ich es nicht einmal von Lehrer zu Lehrer, geschweige denn von Schule zu Schule, vergleichen kann?
3. Was ist daran so schwer Leute anhand von Noten einzustufen? Warum ist Ihnen so wichtig ob die Grenze zwischen einem Vierer und einem Fünfer hoch oder niedrig angesetzt ist?
jetzt aber zurückschraube, weil ich den SchülerInnen der 6. und 7. Klassen ja nicht gut die Zukunft verbauen kann und in meinem Unterricht (und bei meiner Benotung) was verlangen kann, was dann für ein Reifeprüfungsniveau gar nicht erforderlich ist.
In Bezug auf die Vergleichbarkeit gebe ich Ihnen allerdings recht: die wird jetzt viel mehr gegeben sein und das ist auch gut so.
Ich hätte mir nur gewünscht, dass die produktiven Fertigkeiten und die intellektuellen Ergebnisse, die der Fremdsprachenunterricht auch hervorbrachte, nicht gar so stiefmütterlich behandelt würden. Die neue Matura ist schon ein bisserl ein Kreuzerlspiel. Sehr viel können muss man da teilweise nicht wirklich...
Kein Wunder, die Lehrpläne an den Schulen in Mathe sind schon mal grundverschieden. Extrembeispiel HTL vs. BAKIP oder HLW. Bei den verschiedenen AHS-Formen gibts sicher auch Unterschiede.
Viele SchülerInnen haben eine anerzogene Mathematikphobie und regen sich auf, sobald eine Aufgabe mal ein bisschen anders gestellt ist als die in der Schulübung gerechneten. Kein Wunder, dass viele Lehrer dann resignieren und das Niveau am unteren Rand dahindümpelt...
Ja, die lehrpläne sind verschieden und daher gibt es auch in Mathematik 10(!) Zentralmaturen - je nach Schulzweig!
Das bedeutet, dass die AHS eine eigene bekommt. Die zielt auf einen Katalog von Grundkompetenzen ab - und die LP der AHS sind identisch (bis auf Erweiterungsstoff im RG, der nicht Grundkompetenz ist!).
Und für die BHS gibt es einen Teil gemeinsam (Schnittmenge aller Lehrpläne) für alle und dann 9 verschiedene zweite Teile je Schulcluster (HLW, Bakip, HAL, verschiedene HTLs).
An manchen BHS gibt es bis dato noch gar keine Matura in Mathematik, ich konnte in meiner Schule auch nur mündlich und als Wahlfach in Mathe maturieren, weil ich hoffte, es bringt etwas fürs spätere Studium. Leider war das Niveau so niedrig, dass ich auch durch das Wiederholen des Gesamtstoffes durch die Matura bei weitem nicht ausreichend auf die Anforderungen meines Studiums vorbereitet wurde.
Da werden sich einige SchülerInnen aber sehr freuen, ein zusätzliches Maturafach zu bekommen... Kann mich noch an meine Matura in BWL erinnern und wie einige Klassenkameradinnen dabei gestöhnt haben, weil man da etwas rechnen!!! musste (Grundrechnungsarten, Prozentrechnen und Schlussrechnungen).
Das Mathematik in Wirtschaft und Technik nicht wegzudenken ist, braucht man denke ich nicht diskutieren.
Und daher macht es meiner Meinung nach viel Sinn, das auch hervorzuheben (im jeweiligen Anwendungsbereich).
Und in anderen höheren Schulen (vorwiegend AHS aber auch HLW usw) gilt das Prinzip der (höheren) Allgemeinbildung, und dazu zählt Mathematik ganz sicher.
Abgesehen von der Voraussetzung für viele Studien und Fachbereicht.
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