Intercell weiter tief in den roten Zahlen

8. Mai 2012, 08:16

Wien - Der börsenotierte Wiener Impfstoffhersteller Intercell hat im ersten Quartal 2012 bei einem Umsatz von 6,0 Mio. Euro (Q1 2011: 5,7 Mio. Euro) einen Nettoverlust von 8,1 Mio. Euro (nach 11,3 Mio. Euro) eingefahren. Die Liquidität sank von 50,9 Mio. Euro (Ende Dezember 2011) auf 38,5 Mio. Euro (Ende März 2012), wie das Unternehmen mitteilte. Davor hatte Intercell in der Nacht von der Unterzeichnung einer kombinierten Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung in der Höhe von 25 Mio. Euro mit dem Investor BB Biotech berichtet.

Intercell hat im ersten Quartal seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 28 Prozent auf 5,7 Mio. Euro zurückgefahren und seinen Verwaltungs- und Vertriebsaufwand um 3,3 Prozent auf 4,1 Mio. Euro reduziert. Der Verlust konnte so gegenüber dem Vorjahr ein wenig eingedämmt werden. Der negative Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurde von 23,45 auf 8,95 Mio. Euro verringert.

Bei seinem derzeit wichtigsten Produkt "Ixiaro" (Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis) berichtet Intercell von einem Anstieg der Produktverkäufe um mehr als ein Drittel auf 4,6 Mio. Euro im ersten Quartal. Man sei "auf gutem Weg, die erwartete Steigerung der Produkteinnahmen um 8 bis 10 Mio. Euro für das Gesamtjahr 2012 zu erfüllen", heißt es in der Mitteilung.

Geld holt sich das Wiener Biotech-Unternehmen vom internationalen Investor BB Biotech AG, der über ein Tochterunternehmen insgesamt 25 Mio. Euro zur Verfügung stellt. Die Investition besteht aus einem besicherten Darlehen von 20 Mio. Euro und einer Investitionszusage von 5 Mio. Euro als Teil einer vorgeschlagenen Eigenkapitalplatzierung. Man sei mit spezialisierten Healthcare-Investoren über die Investition von zusätzlichen 10 bis 15 Mio. Euro um Rahmen der vorgeschlagenen Privatplatzierung in Gesprächen, heißt es weiter. Das Investment durch BB Biotech und die Privatplatzierung, die bis Ende Mai abgeschlossen sein soll, seien "darauf ausgelegt, Intercells Kapitalbedarf bis zur finanziellen Eigenständigkeit zu sichern". (APA, 8.5.2012)

erinnert mich so ganz spontan an jowood. einmal etwas auf die reihe gekriegt, viel perspektive erkannt, schlecht gewirtschaftet und nach langem leidenskampf irgendwann endlich erlöst worden.

tja, nicht ganz weil intercell nie was auf die reihe gekriegt hat. ixiaro ist m. Wissens nach zugekauft und keine Eigenentwicklung.

Aber Vermarkten können Sie sich wie die Weltmeister, das muss man zugeben. Ansonsten würden sie nicht noch immer Investoren finden.

nee, haben sie selber entwickelt und die vermarktungsrechte dann an novartis verkauft.

"seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 28 Prozent auf 5,7 Mio. Euro zurückgefahren"

kann man um dieses geld noch neue produkte entwickeln, inkl. testreihen und zulassungen?

Wenn die Testreihen etc... erfolgreich sind, ja. Man kann ja strategische Partner an Bord holen.

Was ich nur irgendwie vom Lesen her finde ist das Intercell irgendwie in einem Abwärtstrend ist seit einigen Jahren.

naja, das ist nun mal so bei Forschung. wenn es nicht klappt dann gehen da Millionen rein, aber wenn dann genau das eine medikament kommt, dann gehts aufwärts.
Es lässt sich nur leider nicht vorhersagen ob es funktioniert. Intercell ist mehr für pharmafirmen die kapital abschreiben wollen, für private ist es eher eine schlechte investition ;)

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