Android-Prozess: Geschworene fanden keine klare Antwort

8. Mai 2012, 07:52
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Urheberrecht verletzt, aber Frage nach Strafbarkeit blieb offen

Die Geschworenen im Android-Prozess von Oracle gegen Google haben mit ihrer ersten Entscheidung für eine Patt-Situation gesorgt. Sie beschlossen zwar, dass Google bei der Entwicklung des mobilen Betriebssystem Android einige Urheberrechte von Oracle verletzt habe - dabei geht es um die Software-Technik Java. Zugleich waren sie aber uneins, ob dies vom Grundsatz des "Fair Use" (angemessene Nutzung) gedeckt und damit nicht strafbar gewesen sei.

Gescheitert?

Nach Bekanntgabe der Geschworenen-Entscheidung am Montag stellte Google angesichts der unklaren Situation den Antrag, den Prozess für gescheitert zu erklären. Beobachter gingen davon aus, dass Oracle kaum noch Chancen hat, den angestrebten Milliarden-Schadenersatz durchzusetzen. Der Prozess ist jetzt zunächst in die zweite Phase gegangen, bei der es um mögliche Patentverletzungen geht. In einem dritten Teil soll über Oracles Schadenersatz-Ansprüche entschieden werden.

Google will keine Verletzung von Urheberrechten anerkennen

Oracle wirft Google vor, mit Android Patente und Urheberrechte für Java zu verletzen. Java ist eine Software-Plattform, auf der Programme für die unterschiedlichsten Zwecke und auch für verschiedene Betriebssysteme aufsetzen können. Java wurde ursprünglich von Sun Microsystems entwickelt. Oracle hatte Sun und damit die Rechte an Java im Jahr 2010 übernommen. Google will keine Verletzung von Urheberrechten anerkennen und streitet Oracle auch das Recht ab, die ins Feld geführten Patente gegen Android einzusetzen.

Neun Zeilen Softwarecode

Die Geschworenen mussten entscheiden, ob Google Urheberrechte von 37 sogenannten APIs verletzt habe, also von Software-Schnittstellen, über die man auf Java-Techniken zugreifen kann. Sie erkannten den eindeutigsten Verletzungsfall an: Ein Entwickler hatte neun Zeilen Softwarecode übertragen. Google hatte dies auch eingeräumt und aus aktuellen Android-Versionen entfernt. Da es aber um neun von insgesamt Millionen Zeilen Programmiercode geht, dürfte die Milliardenforderung von Oracle kaum zu halten sein.

Zugleich könnte die Entscheidung noch zu einem wichtigen Präzedenzfall für die amerikanische IT-Branche werden. Denn mit ihrer Antwort setzten die Geschworenen voraus, dass APIs generell urheberrechtlich geschützt werden können. Darüber gibt es schon seit Jahren eine Grundsatzdiskussion.

Sechs Milliarden

Oracle hatte den eigenen Schaden ursprünglich mit mehr als sechs Mrd. Dollar (4,60 Mrd. Euro) beziffert, musste die Ansprüche später jedoch auf rund eine Milliarde herunterschrauben. Der Richter William Alsup versuchte vor Prozessbeginn, die Unternehmen zu einer außergerichtlichen Einigung zu drängen. Die Gespräche blieben jedoch ergebnislos. Der Prozess sorgte zu Beginn für Schlagzeilen, weil in ihm die beiden Konzernchefs Larry Ellison und Larry Page sowie andere bekannte Manager und Software-Entwickler aussagten. (APA, 08.05. 2012)

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jetzt würden mich die "strittigen" 9 Zeilen interessieren

es könnten ja auch 20000 Zeichen lange Zeilen sein - od. was ganz Triviales ...

9 Zeilen Cone, 6 Mrd "Schaden"? GTFOracle!

Ich bin mir sicher dass 9-10 Assemblercodezeilen meiner Programme auch von anderen Softwarepaketen verwendet werden. Na und?

laecherlich

wenn solche trivialsachen (rangecheck) patentierbar sind, dann lass ich mir jetzt

double distance(double x, double y) {
return(sqrt(x*x+y*y));
}

patentieren, vielleicht sogar auch in 3 dimensionen, und verklage alle von google bis nasa...

das ist die methode "hypot" in java's math library. ich werde sie morgen vor gericht zerren und so verklagen, dass es sich gewaschen hat.

http://docs.oracle.com/javase/6/... ot(double, double)

Könnte Google eigentlich im Fall des Falles Oracle wegen übler Nachrede, falscher Verdächtigung oder etwas ähnlichem verklagen?

Warum? Sie wurden schuldig gesprochen, nur zahlen müssens halt nix...

Welche Blüten

die Geldgier treibt.

mich wundert, dass noch keine Arbeitslose klagen gegen die Misswirtschaft fahren.

Wenn Softwarepatente politisch oder Juristisch gewünscht sind,

dann werden diese 9 Zeilen, so trivial wie sie auch sein mögeb, goggle (viel) Geld kosten.

Im Turnierbridge wird ein solcher Protest als "frivol" eingestuft

und mit Einbehaltung der Protestgebühr bestraft

…und im amerikanischen Rechtswesen nennt man so etwas ›frivolous lawsuit‹ und bestraft den Kläger oder die Klägerin dafür. Normalerweise.

Bridge scheint konsequenter zu sein als Rechtspflege.

Bei den Griechen bekam man beim ersten und beim zweiten Mal einen »schwarzen Punkt«, und beim dritten Mal waren die Bürgerrechte (sämtliche) auf Lebenszeit weg.

bürgerrechte weg?

kann ich mir nicht vorstellen - kein wählen mehr, kein job mehr, keine aufenthaltsberechtigung mehr, kein schutz vor verbrechen/gewalttaten die an einem ausgeübt werden....
ich glaube du übertreibst.

Zweiter Nachtrag

Es geht um Athen, was ws. eh klar war

jetzt kapiere ich es erst

du redest anscheinend vom antiken griechenland und nicht vom heutigen.

dort war es natürlich so, daß schon ein großteil der bevölkerung schon bei der geburt beschnittene bzw. garkeine rechte hatte.

Na was denn? *g* Das wär ja mal lustig. Was der EuGH dazu sagen würde?

;))

Nachtrag zur Korrektur

Die Zahl, merke ich, kann natürlich nicht stimmen. Die Leute ohne Bürgerrechte machten unter der erwachsenen Bevölkerung selbstverständlich keine 95 Prozent aus, sondern eher so bei 85 bis 87 Prozent. Es gab schätzungsweise 12,5 % Bürger. Vielleicht blättert jemand nach, ich verlasse mich dabei auf meine Merkfähigkeit, aber es ist schon sehr lang her.

Nö. Man war dann halt einfach nicht mehr “mehr” als der weitaus größte Teil (95%) der erwachsenen Bevölkerung – die Frauen, Sklaven und Ausländer (dh. Polisfremden). Kein Wählen mehr, keine Ämter, und durchaus auch der ganze Rest. Wobei: auch Frauen, Sklaven und Ausländer durften sich offensichtlich in der Polis aufhalten.

Lachhaft - Oracle hat überhaupt keinen Schaden, höchstens Publicity für ihr Produkt. Anstatt dass sie froh sind...

Und APIs zu patentieren wäre ja wohl noch ein Eckhaus schwachsinniger als die eh schon grenzdebilen Software(trivial)patente.

Ich verstehe die Diskussionen hier teilweise nicht. Dass die Klage (in dieser Phase des Prozesses) vollkommen unnötig ist, und eigentlich in keiner Relation steht, bestreitet niemand.
Vielmehr schreckt mich als Entwickler die Argumentation mancher Forenbenutzer ab, die da besagt "Programmierer haben kein Copyright auf ihren Sourcecode". Bitte auf was hinauf sollten sie den nicht haben?
Haben Schriftsteller auf ihre Werke jetzt auch kein Copyright, weil sie Sprachkonstrukte wie Jamben, etc. verwenden?
Ich bräuchte für meine Arbeit kein Geld verlangen, wenn ich Code für meine Firma produzierte, für den sie im Endeffekt fast kein Geld bekommt, nachdem ihn jeder der ihn dekompilieren kann auch als sein Produkt ausgeben darf!

Das pikante im Fall Oracle<>Google ist, dass die besagten 9-Zeilen-Code von ein und demselben Programmierer stammen!

Programmier müssen beim Arbeitgeberwechsel zwingend geblitzdingst werden ...

oder sie haben lebenslanges Berufsverbot.
Und aus die Diskussion.

P.S.: wer mag noch Programmierer werden?

Quelle?

Wenn's wirklich so ist würde ich gern darauf verlinken können...

Das ist doch Unsinn - auf Sourcecode hat ohnehin jeder das URHEBERRECHT, nach wie vor und immer schon gehabt.

Das Problem bei Softwarepatenten ist die Patentierbarkeit von fast immer völlig trivialen Ideen auf die jeder beinah zwangsläufig kommt (etwa das berühmte “One-Click“-Patent von Amazon, dass man nur ein- und nicht dreimal klicken muss um den Einkauf abzuschließen, sofern man eingeloggt ist).

Das es urheberrechtlich geschützt ist, das ist ja faktum. Viele Forenbenutzer hätten das aber gern geändert gesehen wenn Sie sich die Posts hier ansehen. Und das ist mein Kritikpunkt!

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