Nicht nur der Ball braucht viel Öl

19. Juni 2003, 22:25
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Was David Beckham, Real Madrid, Schokolade und Castrol gemeinsam haben

Madrid/New York - David Beckham tourte sofort nach Bekanntwerden seines Transfers von Manchester United zu Real Madrid (um angeblich 45 Euro Ablöse) in Asien, wo Real Madrid eine Marketingoffensive beginnt. "Ich bin sehr aufgeregt, dass ich nun Teil von Real Madrid werde", sagte er gestern in Tokio. "Das wird eine sehr große Herausforderung, auf dem Feld und abseits davon." Beckham, der bei Real angeblich sechs Millionen Euro im Jahr verdienen wird, wurde von seiner Frau Victoria, einem Ex-Spice-Girl, begleitet, er wurde von Hunderten kreischenden Fans empfangen. "So was haben wir als Paar noch nie erlebt", meinte Beckham dazu mit unfreiwilligem Humor.

Beckham ist der erste der Spieler, die ManUs legendärer Manager Alex Ferguson aufgebaut hat: Beckham, Ryan Giggs, Paul Scholes, Nicky Butt sowie die Brüder Gary und Phil Neville. Auch soll Manchester United nicht unglücklich darüber sein, dass die Marke Beckham nicht mehr die Marke Manchester in den Schatten stellen könne.

Einer der zugkräftigsten Werbeträger der Welt

Real erwirbt die Marketing-und Persönlichkeitsrechte jedes Spielers und verhökert sie gewinnbringend auf dem Weltmarkt. Beckham ist einer der zugkräftigsten Werbeträger der Welt, besonders heiß in Asien. In Japan promotet er Schokolade und Schönheitsartikel, anschließend Motoröl in Thailand, Malaysia und Vietnam. Die Firma Castrol nützte daher logischerweise die Freiheit des Marktes an Information, um anwesenden Journalisten Fragen an Beckham nach dessen ManU-Vergangenheit zu untersagen. Wer zuwiderhandele, werde zum Schweigen gebracht, Fotos des Kickers in "untauglichen Stellungen" würden verboten, digitale Aufnahmen zensuriert werden.

Im UN-Sicherheitsrat erkundigte sich übrigens der spanische UN-Botschafter Inocencio Aria über Beckham und erfuhr, der sei zwar gut, aber nicht so gut wie Ronaldo und Ronaldinho. Was im Fall Ronaldinho Vorbehalte über die Info-Politik der UN zulässt, Zweifel an der UN-Sicherheitsratspolitik wären verfrüht. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 20. Juni 2003, red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    David Beckham mit Gemahlin Victoria in der Marketingoffensive.

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