Soldaten gegen Siedler

19. Juni 2003, 19:47
5 Postings

Gewaltsame Räumung im Westjordanland

Jerusalem - Bei der gewaltsamen Räumung einer nicht genehmigten israelischen Siedlung in den Palästinensergebieten ist es am Donnerstag zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Dabei gab es mehrere verletzte Sicherheitskräfte und Siedler. Mehrere Hundert Israelis hatten sich der Räumung der Siedlung in der Nähe der Stadt Nablus durch Armee und Polizei entgegengestellt. Unter anderem zündeten sie einen palästinensischen Olivenhain und ein Weizenfeld an, um die Operation zu unterbrechen.

Israel hat sich mit der Annahme des jüngsten Nahost-Friedensplanes verpflichtet, über 60 israelische Siedlungen oder Siedlungsvorposten auf palästinensischem Boden aufzugeben, die nach Amtsantritt von Ministerpräsident Ariel Sharon im März 2001 entstanden sind.

Ein Selbstmordanschlag im Norden Israels überschattete am Donnerstag die Gespräche des US-Nahost-Sonderbeauftragten John Wolf mit dem israelischen Verteidigungsminister Shaul Mofaz. Bei dem Anschlag tötete der Attentäter den Besitzer eines Ladenrestaurants und sich selbst. Zu dem Anschlag bekannte sich der bewaffnete Arm der radikalen Palästinenserorganisation Islamischer Djihad.

US-Außenminister Colin Powell sah unterdessen "einige Fortschritte" in den Verhandlungen zwischen dem palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas und den radikalen Palästinenserorganisationen über eine Waffenruhe. Powell, der sich am Donnerstag in Bangladesch aufhielt, wollte am Freitag in den Nahen Osten reisen, Israel, Palästinensergebiete und Jordanien. (dpa, AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 20.6.2003)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Mehrere Hundert Israelis hatten sich der Räumung der Siedlung in der Nähe der Stadt Nablus durch Armee und Polizei entgegengestellt

Share if you care.