Saturn-Stürme abgeflaut

20. Juni 2003, 19:11
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Windgeschwindigkeit am Äquator nur noch 965 km/h - Sonde "Cassini" geht der Sache auf den Grund

Portland - Ein Abflauen der heftigen Stürme auf dem Planeten Saturn gibt den Astronomen Rätsel auf. Ein Vergleich der Messdaten der Voyager-Missionen in den frühen achtziger Jahren mit jüngsten Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble ergab, dass sich die Windgeschwindigkeit am Saturn-Äquator um 40 Prozent auf 965 km/h verringert hat. Dies sei für einen derart großen Planeten äußerst ungewöhnlich, erklärte der Astronom Robert French.

Eis-Staub-Ringe

In einer vom Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichten Studie legen French und sein spanischer Kollege Agustin Sanchez-Lavega die Vermutung dar, dass die Eis-Staub-Ringe des Saturn für die Windveränderung verantwortlich sein könnten. Der Schatten, den die Ringe auf die Oberfläche des Planeten werfen, könnte die Saturn-Atmosphäre abgekühlt und die Windgeschwindigkeit verringert haben. In den 30 Erdjahren, die der Saturn für eine Umdrehung um die Sonne benötigt, wandert der Schatten von der nördlichen zur südlichen Hemisphäre und wieder zurück.

"Cassini" soll direkte Daten liefern

Während die Messergebnisse der beiden Astronomen auf der Auswertung von Fotos beruhen, soll die Raumsonde "Cassini" im nächsten Jahr direkte Daten zur Windgeschwindigkeit liefern. Dann könnte das Rätsel der abflauenden Stürme vielleicht gelöst werden, sagte der Astronom Andy Ingersoll.

Der Saturn ist der stürmischste Planet des Sonnensystems. Die größte Windgeschwindigkeit auf der Erde wurde am 12. April 1934 mit 372 Kilometern pro Stunde am Mount Washington im US-Staat New Hampshire gemessen. (APA/AP)

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