Handball: Böses Erwachen aus EM-Traum

21. Juni 2003, 14:54
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Debakel für Österreichs Herren-Team in Polen

Radom - Das österreichische Handball-Nationalteam der Herren hat am Freitag die historische Chance auf die erstmalige Qualifikation für eine Europameisterschafts-Endrunde ausgelassen. Die Truppe von Teamchef Rainer Osmann verlor in Radom das entscheidende Rückspiel gegen Polen mit 19:36 (11:15), womit diese den 24:30-Rückstand aus dem Hinspiel locker wettmachten und das Ticket für das Turnier vom 22. Jänner bis 1. Februar 2004 in Slowenien lösten. Die ÖHB-Auswahl verpasste hingegen die erste Teilnahme an einem Großereignis seit der WM 1993.

Damit erlitten die Österreicher ein ähnliches Schicksal wie im März 1994, als im entscheidenden EM-Qualifikationsduell Weißrussland im Heimspiel mit 28:17 abgefertigt worden war, ehe das Rückspiel 15:28 verloren ging. "Wir dürfen nicht in Depression verfallen, denn so schlecht sind wir nicht. Wir müssen aber daraus lernen und uns als Mannschaft weiter entwickeln", resümierte Teamchef Rainer Osmann.

Bis zur Halbzeit auf Kurs

Die Hausherren begannen erwartet forsch und holten sukzessive Tor um Tor auf, während die Österreicher in der Anfangsphase nervös agierten und mit dem körperbetonten Spiel Polens große Probleme hatten. Schon in der 18. Minute stellten die Polen auf 11:5, womit der Vorsprung der ÖHB-Auswahl aus dem Hinspiel egalisiert war. Ab der 20. Minute aber nahm Teamchef Rainer Osmann einige Umstellungen (unter anderem Binder im Tor für Huemer) vor, wodurch das Spiel der Österreicher zunächst wieder an Sicherheit gewann und man sich bis zur Pausensirene noch auf 11:15 herankämpften.

Zusammenbruch

Nach dem Wiederbeginn stellten die Gastgeber auf eine offensive Deckung um und die Österreicher damit vor unlösbare Probleme. In der 37. Minute war mit 19:13 der Gleichstand wieder hergestellt, eine Minute später waren die Polen mit 21:14 erstmals im Gesamtscore voran. In der Folge spielten diese ihre körperliche und technische Überlegenheit eindrucksvoll aus und zogen schnell davon. Spätestens mit dem 26:15 in der 42. Minute war die Partie gegen die Österreicher gelaufen und der EM-Traum geplatzt.

"Es war schrecklich anzusehen, wie die Mannschaft verfallen ist. Wir haben uns leider aufgegeben", gestand Osmann. Auch Martin Schierer, der bei seinem Team-Comeback in Krems mit elf Toren überragt hatte, blieb diesmal farblos und erzielte nur zwei Tore. (APA/red)

  • Polen - Österreich 36:19 (15:11) Hinspiel 24:30 - Polen mit Gesamtscore von 60:49 für die Europameisterschaft vom 22. Jänner bis 1. Februar 2004 in Slowenien qualifiziert

    Tore für Österreich: Szlezak 6/3, Szilagyi 3, Graf 3, Schierer 2/1, Stachelberger 2, Kainmüller 1, Kopeinigg 1, Lint 1

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