Regen stoppt Ausschreitungen in Benton Harbor

19. Juni 2003, 21:07
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Tod eines jungen Schwarzen nach Verfolgungsjagd mit der Polizei löste Proteste aus

Washington - Die Ausschreitungen im US-Bundesstaat Michigan sind nach zwei Nächten vorerst abgeflaut. Beobachter machten am Donnerstag aber neben der massiven Polizeipräsenz vor allem die starken Regenfälle für die relative Ruhe verantwortlich. Die Unruhen in Benton Harbor waren nach dem Tod eines jungen Schwarzen bei einer Verfolgungsjagd durch die Polizei ausgebrochen. Aufgebrachte Einwohner randalierten zwei Nächte in Folge bis zum frühen Morgen. Mindestens zehn Menschen wurden verletzt, ein Dutzend Häuser wurde in Brand gesteckt.

Die aufgebrachte Menge schleuderte Flaschen und andere Wurfgeschosse auf die Polizei. Nach Angaben des Lokalsenders WNDU wurden aus der Menge auch Schüsse abgefeuert. Gouverneurin Jennifer Grantholm verhängte den Ausnahmezustand. Dadurch konnten mehr Ordnungskräfte mobilisiert werden.

Der Zorn der Demonstranten hatte sich an einer Verfolgungsjagd entzündet, bei der am Montagmorgen der 28-jährige Motorradfahrer ums Leben gekommen war. Die Polizei wollte ihm ein Strafmandat wegen zu schnellen Fahrens aushändigen. Als die Polizei am Montagabend eine wütende Trauergemeinde bei einer Mahnwache auseinander treiben wollte, begannen die Ausschreitungen.

Das Verhältnis zwischen Einwohnern und Polizei ist in dem Ort mit rund 12.000 Einwohnern seit Jahren gespannt. Die überwiegend schwarze Bevölkerung wirft der Polizei Rassismus vor. "Sie ignorieren unsere Kultur, unsere ganze Existenz", schrie ein Schwarzer unter starkem Beifall bei einer Kundgebung. Die Demonstranten verlangen unter anderem mehr schwarze Beamte in den Reihen der Ordnungshüter. (APA/dpa)

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    Eine Anwohnerin aus Benton Harbor: "Es sieht aus wie in einem Kriegsgebiet."

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