Miso-Suppe: Mehr ist mehr

19. Juni 2003, 19:00
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Japanische Großstudie: Frauen können ihr Brustkrebsrisiko dramatisch senken

Tokio/London - Frauen, die täglich drei bis vier Tassen Miso-Suppe essen, können das Brustkrebsrisiko nach neuesten Studienergebnissen dramatisch senken. Wissenschaftler am Japanischen National Cancer Center haben den Speiseplan von über 21.000 Japanerinnen über einen Zeitraum von zehn Jahren untersucht.

Die Miso-Suppe besteht aus fermentierter Sojapaste und enthält Seegras, Tofu und Gemüse. Die meisten Japaner essen die Suppe mindestens einmal täglich. Bereits in vorangegangenen Studien konnten Forscher entdecken, dass Sojabohnen so genannte Isoflavone enthalten. Diese chemischen Verbindungen imitieren die Wirkungen des weiblichen Sexualhormons Östrogen. Die Isoflavone sind auch in anderen Pflanzen enthalten, aber ihre Konzentration ist in Sojabohnen am höchsten. Die Forscher glauben, dass dieser Stoff Brustkrebs verhindern kann, weil er die krebserregenden Effekte des Östrogens blockiert.

Die Studie an 21,852 Frauen im Alter zwischen 40 und 59 Jahren hatte deutlich gemacht, dass der Konsum von drei Tassen Misosuppe täglich das Brustkrebs-Risiko um bis zu 40 Prozent verringert, verglichen mit jenen Frauen, die nur eine Tasse der Suppe aßen. Schon zwei Tassen Suppe täglich reduzierte das Risiko um 26 Prozent. Dabei stellte Studienleiter Seiichiro Yamamoto fest, dass ein zu hoher Konsum der Suppe aber auch nachteilige Folgen für die Gesundheit haben kann: Der Salzgehalt der Suppe selbst und des Seegrases sei relativ hoch. Yamamoto rät dazu, auf andere Produkte aus Sojabohnen auszuweichen. "Dies bestätigt die hohe Qualität der traditionellen japanischen Küche", so der Forscher. Yamamoto will weitere Untersuchungen durchführen, welche Substanzen positiv wirken. Das Ergebnis der Untersuchung wurde auch im Journal des britischen National Cancer Institute veröffentlicht. (pte)

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