Der Anti-Krebs-Kodex der EU

19. Juni 2003, 20:00
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Überarbeitung wurde notwendig: Erweiterung führt zu verstärkten Lebensstil-Unterschieden

Brüssel - Bestimmte Krebskrankheiten können vermieden werden und der allgemeine Gesundheitszustand lässt sich verbessern, wenn die Menschen gesundheitsbewusster leben. Zu diesem Schluss kommt David Byrne, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz bei der Unterzeichnung des neuen Kodex zur Krebsbekämpfung. Die EU hatte den Kodex erstmals 1987 erstellt. Einer Überarbeitung bedurfte es laut Byrne zum Einen wegen des wissenschaftlichen Fortschritts, zum Anderen wegen der EU-Erweiterung. In der künftig größeren EU würden die Unterschiede in der Lebensführung noch stärker sein als bisher, so Byrne, und das Erkrankungsrisiko sei in Zukunft entsprechend höher.

Einen Schwerpunkt setzt die EU wieder beim Rauchen. Darüber hinaus enthält der Kodex drei neue Empfehlungen zu Vorsorgeuntersuchungen für die Früherkennung von Brust-, Gebärmutterhals- und Dickdarmkrebs. Wird das Programm umgesetzt, könnte die Zahl der Krebstoten in den kommenden Jahrzehnten signifikant sinken. Der EU-Kommissar über den bisherigen Kodex: "Dank der im Kodex empfohlenen Vorgehensweise (...) konnten allein im Jahr 2000 insgesamt 92.000 Todesfälle durch Krebs vermieden werden". Auch mit dem neuen Papier steckt die EU ihre Ziele hoch: Jährlich 300.000 Krebstote weniger.

Mit dem Kodex möchte die EU der Bevölkerung zwei deutliche Botschaften vermitteln. Die erste: Gewisse Krebserkrankungen können vermieden werden, wenn die Menschen gesundheitsbewusst leben. Die zweite: Krebs ist heilbar, wenn er früh genug erkannt wird. Genaue Schritte, die laut EU Eckpfeiler eines krebsfreien Lebens sind, führt die Kommission in ihrem Kodex an. Darunter z.B. die Hinweise, nicht zu rauchen, Übergewicht zu vermeiden, regelmäßig Bewegung zu machen und Obst und Gemüse öfter in den Speiseplan einzubauen. (pte)

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