Internationale Aktionsgruppe verschärft Kampf gegen Geldwäsche

18. Juni 2003, 17:48
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Sorgfaltspflichten werden auf gesamten Finanzbereich erweitert

Berlin - Der Kampf gegen internationale Geldwäsche wird verschärft. Die von mehreren Industrieländern und Organisationen getragene Aktionsgruppe FATF hat Abwehrmaßnahmen ergänzt und an neue Risiken für internationale Geldwäsche angepasst. Auf ihrer Konferenz am Mittwoch in Berlin beschloss die FATF, die bisherigen "40 Empfehlungen" über Finanzinstitute hinaus auch auf andere "risikoreiche Berufs- und Unternehmensgruppen" auszudehnen.

Die jetzt ergänzten Geldwäscheregeln sehen einen harmonisierten Katalog von Sorgfaltspflichten für den gesamten Finanzbereich vor. Nicht mehr nur Banken, sondern auch Versicherungen sowie Akteure im Wertpapierbereich werden damit einbezogen. Zudem sollen Unternehmen im Finanzbereich bei internen Vorbeuge- und Kontrollmaßnahmen für risikobehaftete Geschäfte eine spezielle Analyse vornehmen.

Austrocknung der Finanzquellen des internationalen Terrorismus

Über weitere acht Empfehlungen zur Austrocknung der Finanzquellen des internationalen Terrorismus soll an diesem Donnerstag entschieden werden, hieß es. Bei der Terrorismusbekämpfung will Deutschland Geschäfte so genannter Untergrund-Bankensystem stärker ins Visier nehmen. Hier gebe es "beachtliches Missbrauchspotenzial". Bei den Gegenmaßnahmen gehen die Positionen in der FATF aber auseinander.

Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich 800 Mrd. bis 1,5 Bill. Dollar (1,3 Bill. Euro) aus dunklen Geschäften gewaschen werden. Die Tendenz sei trotz aller Anstrengungen steigend, heißt es. Mit den Empfehlungen werden Standards gegen Geldwäsche gesetzt, die von den FATF-Mitgliedstaaten zumeist Basis nationaler Gesetze sind.

Über die Aufnahme Russlands als FATF-Mitglied soll ebenfalls an diesem Donnerstag entschieden werden. Russland war noch im Jahr 2000 von der FATF auf einer "schwarze Liste" als nicht kooperativ im Kampf gegen Geldwäsche aufgeführt worden. Die Aufnahme Russlands gilt als wahrscheinlich, da das Land nach Aussage von Experten in seiner Gesetzgebung Fortschritte gemacht habe.(APA/dpa)

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