Steiermark: Neue "Module" für Hochwasserschutz

18. Juni 2003, 15:09
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Sandsäcke und Autobahn-Betonelemente als Wasser-Stopp an der Mur

Graz - Die "Verteidigung von Hochwasserschutzdämmen" bei anschwellenden Pegelständen der Flüsse nach Unwettern übten in der Südsteiermark die Landesabteilung Katastrophenschutz, das Bundesheer, die Landesabteilung Wasserwirtschaft sowie die Bezirkshauptmannschaft Radkersburg und die Gemeinde Halbenrain.

Dabei seien "wertvolle Erkenntnisse über den Bedarf von Material, Helfern und Zeit" gewonnen worden, resümierte am Mittwoch ein Sprecher des Militärkommandos Steiermark. An einem in neun "Module" aufgeteilten Hochwasserschutzdamm an der Mur trainierten rund 100 Mann.

Katastropheneinsatzzüge drei Tage lang im Einsatz

Insgesamt waren die so genannten Katastropheneinsatzzüge drei Tage lang im Einsatz. Am Mittwoch erfolgte die Abschlussübung am Hochwasserschutzdamm in Dietzen bei Halbenrain. Neue Einsatzmethoden, so genannte Module, wurden erarbeitet und angewendet: "Dabei haben wir die Erfahrung des Hochwassers 2002 sowie Erkenntnisse der deutschen Bundeswehr und des Technischen Hilfswerks von deren eigenen Fluteinsätzen in Deutschland einfließen lassen", so Hauptmann Dietmar Rust vom Militärkommando.

Der Damm wurde in Abschnitte von zehn bzw. 20 Metern Länge eingeteilt und verschiedene Szenarien durchgespielt. "Wie lange brauchen 40 Mann eines Einsatzzuges, um einen Damm auf 500 Metern Länge um 30 Zentimeter zu erhöhen?", lautete eine Aufgabe. Ein Problem sei dabei auch der Transport von Füllmaterial und Sandsäcken: "Es ist anscheinend Murphy's Gesetz, dass Schotter- und Sandgruben immer am weitesten von Hochwasserschutzstellen entfernt liegen", so Rust.

Betonelemente bewährt

Bewährt haben sich bei der Übung als Dammverstärkung eingesetzte Betonelemente, wie sie auch auf Autobahnen als Fahrbahntrennung verwendet werden. Man habe genaue Listen erstellt, wie lange es beispielsweise dauere, einen Sandsack zu füllen, daraus lasse sich ein Durchschnittswert für große Mengen hochrechnen.

Als zielführend habe es sich erwiesen, Füllgut wie Sand oder Schotter in einen Betonmisch-Lastwagen zu laden und mit diesem dann an die Dammstelle heran zu fahren. Dies sei aber immer von der Beschaffenheit des Geländes oder des Weges anhängig.

Katastropheneinsatzzüge jederzeit alarmierbar

Die Katastropheneinsatzzüge des Bundesheeres in der Steiermark stehen analog den Lawineneinsatzzügen im Winter zur Verfügung. Jeder der elf Züge verfügt über rund 40 Mann, die mitsamt den vorbereiteten und gelagerten Geräten und Fahrzeugen jederzeit alarmierbar sind. Bei der Übung in Halbenrain waren die Züge aus der Grazer Gablenzkaserne und der Bad Radkersburger Micklkaserne im Einsatz. Zuvor hatten die Soldaten vom Artillerieregiment 1 in Feldbach an den Dämmen geübt. (APA)

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