Das große Schrumpfen im Gasometer

18. Juni 2003, 16:59
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Mall soll halbiert werden - Sanierungskonzept sieht Flächenhalbierung und Kinoschließung vor

Wien - Im Einkaufszentrum in den Wiener Gasometern könnten drastische Einschnitte bevorstehen. Wie das Nachrichtenmagazin "Format" am Mittwoch vorab berichtet, soll ein Sanierungskonzept im Auftrag des Miteigentümers Gesiba die Reduktion der Geschäftsflächen von vier auf zwei Gasometer und die Schließung des Kinocenters vorsehen.

Hintergrund für die möglichen Einschnitte sind laut "Format" wirtschaftliche Schwierigkeiten und Mieterschwund im Shopping Center sowie eine zu schwache Kundenfrequenz in den Kinos. Die Mall-Betreibergesellschaft GSE (Zwerenz & Krause) schulde den Eigentümern bereits 3,5 Mio. Euro an Mieten. Mit der Kinobetreibergesellschaft GCE stehe Zwerenz & Krause bei der Erste Bank mit 34 Mio. Euro in der Kreide.

Eigentümer dementieren Verkleinerung

Die Eigentümer des Einkaufszentrums in den Wiener Gasometern haben am Mittwoch Gerüchte über eine bevorstehende Verkleinerung der dortigen Shopping Mall bzw. Schließung des Kino-Centers zurückgewiesen. Anders als im Nachrichtenmagazin "Format" berichtet, gehe es lediglich um eine "Nachjustierung" des Einkaufszentrums, wurde seitens Wohnbauvereinigung für Privatangestellte (WBV-GPA) und der Gesiba betont.

Gesiba-Generaldirektor Ewald Kirschner betonte, man wolle die Mall keineswegs verkleinern. Die im Nachrichtenmagazin "Format" genannten Pläne des ehemaligen SCS-Chefs Michael Kraus seien "kein realistisches Szenario", betonte Kirschner. Er bestätigte, dass mit Kraus gesprochen worden sei. Ebenso habe es aber auch Kontakt mit Vertretern von Ekazent oder des Donauzentrums gegeben.

Kein "Exodus"

Auch Günter Bischof, Geschäftsführer der WBV-GPA betonte, dass aus seiner Sicht mit großen Einschnitten nicht zu rechnen sei. Erst vergangenen Montag seien Vertreter von GPA und Gesiba zusammengetroffen, ein Sanierungskonzept zur Verkleinerung des Einkaufszentrums sei dabei nicht zur Sprache gekommen.

Laut Peter Ulm, Geschäftsführer des Immobilienunternehmens Zwerenz & Krause, das zu 25 Prozent Gesellschafter des Einkaufszentrums-Generalmieters GSE und des Kino-Errichters GCE ist, kann auch vom kolportierten "Exodus" von Geschäftsmietern keine Rede sein. Einige Mieter seien tatsächlich abgesprungen bzw. in Konkurs gegangen, es gebe aber bereits Nachmieter oder zumindest Interessenten. Ulms Kurzresümee zur Geschäftslage: "Normale Anfangsphase, viele Neider."

Auch am Kino-Center dürfte nicht gerüttelt werden: Heinz Hueber, Chef der Hollywood Megaplex-Kette, sprach gegenüber der APA von einem funktionierendem Betrieb. Er höre zum ersten Mal von Schließungsgerüchten, "es würde mich wundern, wenn das stimmt". Auch in der Erste Bank, 34-Mio.-Euro-Gläubiger der Kino-Gesellschaft GCE, hieß es, es gebe keinerlei Veranlassung für eine Schließung.

(APA)

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