Comeback der Geschlechtskrankheiten

18. Juni 2003, 13:39
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Fünf bis acht Prozent der Weltbevölkerung betroffen - in Österreich nehmen Gonorrhoe und Syphilis zu

Wien - Fünf bis acht Prozent der Weltbevölkerung sind von sexuell übertragbaren Erkrankungen betroffen. In den vergangenen Jahrzehnten in den westlichen Industrieländern eher in den Hintergrund gedrängt, kehren die gefährlichen Krankheiten - auch in Österreich - zurück. Diesen Infektions-Alarm gaben am Mittwoch führende österreichische Experten bei einer Pressekonferenz.

"Seit 1993 steigt in Österreich die Zahl der gemeldeten Syphilis- Fälle wieder an. Bei der Gonorrhoe ("Tripper", Anm.) machte der Anstieg der Fälle von 1998 bis 2002 rund 260 Prozent aus. Es ist somit zu einer dramatischen Zunahme der sexuell übertragbaren Erkrankungen in Österreich gekommen", warnte bei der Pressekonferenz Univ.-Doz. Dr. Madersbacher vom Wiener Donauspital.

"Angst verloren"

Die beiden Geschlechtskrankheiten betreffen vor allem Jugendliche und jüngere Erwachsene. Madersbacher: "90 Prozent der Patienten in Wien sind jünger als 40 Jahre. Die Promiskuität spielt sicher eine Rolle. Die Leute haben die Angst vor HIV verloren. Wir müssen mit einer besseren Aufklärung, speziell in den Schulen, beginnen."

Hinzu käme eine in den vergangenen Jahren in Osteuropa beobachtete "Epidemie" bei Geschlechtskrankheiten. Schließlich spielte offenbar auch die sich in Österreich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs etablierende Geheimprostitution eine Rolle. Madersbacher forderte auch mehr Ärzte-Fortbildung in Sachen sexuell übertragbarer Erkrankungen, weil hier zum Teil jahrzehntelang nicht mehr gesehene Krankheits-Bilder wieder auftauchten. (APA)

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