Srebrenica-Massaker: Keine Entschuldigung

18. Juni 2003, 13:11
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Mitgefühl aber keine Schuld aus den Niederlanden

Den Haag - Die niederländische Regierung lehnt weiter ab, sich bei Angehörigen oder Überlebenden des Massenmordes vom Juli 1995 bei der bosnischen Stadt Srebrenica zu entschuldigen. Damals waren nach der Eroberung der UNO-Schutzzone durch serbische Soldaten mehr als 7500 männliche Moslems ermordet worden.

In einer neuerlichen Parlamentsdebatte über den Einsatz niederländischer UNO-Blauhelme in Srebrenica versicherte Ministerpräsident Jan Peter Balkenende am Mittwoch den Opfern erneut das Mitgefühl der Niederlande. Eine Entschuldigung sei aber mit Schuld verbunden. "Und die liegt bei den Mördern", sagte Balkenende. Er verwies dabei auf die bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic und General Ratko Mladic.

Der christdemokratische Regierungschef Balkenende folgt mit seiner Erklärung der Haltung seines sozialdemokratischen Amtsvorgängers Wim Kok. Die Niederlande hätten durch die Entsendung eines Bataillons seinerzeit den Bedrohten helfen wollen. Ihr Einsatz sei aber zum Scheitern verurteilt gewesen, ist in mehreren parlamentarischen Untersuchungen festgestellt worden. (APA/dpa)

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