Kloster-Buchräuber erhält 18 Monate auf Bewährung

18. Juni 2003, 21:22
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Dieb drang über vergessenen Geheimgang ein und stahl 1100 "verstaubte und von Taubenkot verschmutzte" Werke: "Bei mir wären sie besser aufgehoben"

Saverne - Wegen des spektakulären Buchraubs im berühmten elsässischen Kloster Odilienberg ist ein 32-jähriger Uni-Dozent zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein Gericht im ostfranzösischen Saverne verhängte am Mittwoch auch eine Geldstrafe von 6000 Euro gegen den Lehrer, der dem als Nebenkläger auftretendem Erzbistum Straßburg zudem Schadenersatz zahlen muss. Die Verurteilung wird nicht ins Vorstrafen-Register eingetragen, so dass der Mann seinen Posten als Dozent für Ingenieurwissenschaften behalten kann.

Vergessener Geheimgang

Der sachverständige Buchliebhaber war zwischen August 2000 und Mai 2002 durch einen in Vergessenheit geratenen Geheimgang in die Klosterbibliothek eingedrungen und hatte insgesamt 1100 Werke von teils unschätzbarem Werk entwendet, die er anschließend zu Hause studierte. Vor Gericht hatte er sich mit seiner Leidenschaft für alte Bücher gerechtfertigt. Die Bände seien "verstaubt und von Taubenkot verschmutzt gewesen", betonte er. "Ich dachte, bei mir wären sie besser aufgehoben". Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre Haft auf Bewährung gefordert. (APA)

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