"Für ein Trio recht fett"

18. Juni 2003, 11:37
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Eine Band stirbt, um eine neue zu gebären: Aus "Paradise Now!" wurde "Core" - Deutlich härterer Sound

Wien - Die Popgruppe Paradise Now! ist Geschichte, es lebe Core: Chris Harras, Harry Jilg und Sascha Bem haben sich von ihrem Sänger getrennt und machen unter neuem Bandnamen deutlich härtere Musik. "Es sollte eine konsequente Zäsur sein, ein bewusster Bruch mit unserer Vergangenheit", erzählte das Trio am Dienstag in Wien bei der Präsentation der CD "Away" (Vertrieb: edel). "Wir wollten ein reduziertes Album, ein flottes, ungefiltertes, raues."

Kein Spagat mehr, sondern nur einen Stil

Mit einer gestandenen Rock-Platte, die durchaus in die Kategorie Nu Metal passt, stellen sich Core der Öffentlichkeit vor. "In der Vergangenheit haben wir oft einen Spagat gemacht. Diesmal gibt es nur einen Stil. In den Anfangstagen von Paradise Now! ging es einzig darum, Musik zu machen - ohne große Gedanken über den Stil. Auf der Suche nach der Identität entwickelt man sich. Der Sound ist härter geworden, der Gesang hat letztlich fast dagegen gearbeitet."

Chris: "Ich habe immer nebenbei gesungen"

Irgendwann im Laufe dieses Prozess fiel die Entscheidung, sich von Frontmann Markus zu trennen und "die Heilige Kuh Paradise Now! zu schlachten", so Chris, nun für die Vocals zuständig. "Ich habe immer nebenbei gesungen, aber die Hauptstimme zusätzlich zum Gitarrespielen zu übernehmen, war natürlich eine Herausforderung. Zuerst gab es Gedanken, einen Sänger zu suchen, allerdings lief es zu dritt bei der Vorproduktion so gut, dass wir es als Trio versuchen wollen."

"Für ein Trio recht fett"

Auf der Suche nach einer Plattenfirma nutzten die Musiker ihre Erfahrung: "Wir sind nach Los Angeles geflogen und haben anhand des Branchenverzeichnisses Demos verschickt. Ein französisches Independent-Label nahm uns schließlich unter Vertrag." Produziert wurde "Away" mit Werner Stranka von beat4feet. "Es ist für uns eine Art Bandvater geworden", sagte Sascha. Als besondere Stärke des Soundtüftlers hob Chris dessen Vocal-Produktionen hervor. "Da hat Werner mir enorm geholfen." Das Album sei "für ein Trio recht fett" ausgefallen.

Aus den Fehlern früher Tage zogen Core ihre Schlüsse für die künftige Karriere: "Paradise Now! haben oft versucht, größer zu sein, als sie waren. Daher haben wir manchmal in zu großen Hallen gespielt oder sind vor großen Acts wie Lenny Krevitz aufgetreten, ohne dass die Leute etwas mit uns anzufangen wussten. Jetzt gehen wir bewusst einen Schritt zurück in die Clubs." Über Konzertaktivitäten kann man sich im Internet unter Corecosmos.cominformieren. (APA)

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    foto: corecosmos.com
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