"Sie haben P2P-Netze genutzt - ihr Rechner zerstört sich in zwei Sekunden selbst"

18. Juni 2003, 11:50
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US-Senator fordert PC-Vernichtung als adäquate Antwort auf illegale Tauschbörsen

Auf der Suche nach Möglichkeiten die Musik- und Filmtauschbörsen endgültig aus der WWWelt zu verdrängen, tauchen immer wieder interessante Lösungsvarianten auf: diesmal meldete sich US-Senator Orinn G. Hatch, seines Zeichens Vorstand des Rechtsausschusses im US-Senat, zu Wort, und forderte einen Selbstzerstörungsmechanismus für P2P-Rechner.

PC-Vernichtung als adäquate Lösung

Laut US-Medienberichten hatte sich Hatch in einer Diskussion zum Thema Tauschbörsen und Urheberschutz mit einer brisanten Anfrage an Technik-Experten hervorgetan. Hatch wollte wissen, ob es möglich sei, Rechner von Anwender, die illegalen Musik- und Filmtausch betreiben würden, zu zerstören. Daraufhin hieß es von Seiten der Experten, dass eine solche Vorgehensweise gegen das US-Anti-Hacking-Recht verstoßen würde. "Niemand ist daran interessiert fremde Rechner zu zerstören", so Randy Saaf von MediaDefender Inc., einem Unternehmen das an einer Technologie arbeitet, die den illegalen Musiktausch unterbinden soll, auf den Vorschlag des Senators. Die Antwort von Hatch: "Doch. Ich bin daran interessiert. Dies ist der einzige Weg wie man den Leuten den Umgang mit Urheberrechten beibringen kann".

Selbstzerstörung nach zweimaliger Verwarnung

Senator Hatch wurde danach noch konkreter und fordert ein System, das einen User, der illegalen Datentausch betreibt, zunächst zweimal verwarnt und danach den Rechner zerstört. "Wenn es eine sinnvolle und effektive Maßnahme gibt, ohne dabei Rechner zu zerstören, so bin ich gespannt diese zu hören. Wenn es allerdings der einzige Weg ist, dann bin ich für die Zerstörung der Rechner. Bei hunderttausend zerstörten Rechnern, würden die Menschen endlich verstehen was sie tun und wie ernst die Situation ist", so Hatch weiter. Senator Hatch war früher selbst als Komponist tätig und erhielt, laut US-Medineberichten im vergangenen Jahr rund 18.000 Dollar an Tantiemen. Er gilt als kompetent in diesem Gebiet und setzt sich vehement für die Rechte der Künstler ein.(red)

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    Vorbild Mission Impossible?

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