Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Hunderte Oppositionelle wurden vor und während der feierlichen Amtseinführung festgenommen. Der Kreml sprach von Provokationen.
Die Zeremonie ist bis ins Detail geplant: Alte Fotos wurden studiert und eilig noch über 600 Fliederbüsche gepflanzt, damit der Kreml zu Wladimir Putins Amtseinführung das Flair aufweist wie zur Thronbesteigung der Zaren. Einzig auf die Übernahme des goldenen Zepters verzichtet Putin.
Rund 3000 Gäste, Regierungsmitglieder, Duma-Abgeordnete und ausländische Diplomaten, aber auch persönliche Freunde Putins wie Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi oder Deutschlands Exkanzler Gerhard Schröder, sind geladen.
Gleich sechs TV-Kanäle zeigen, wie der Konvoi durch menschenleere Straßen Richtung Kreml fährt und Putin auf dem Roten Teppich in den Andrejew-Saal schreitet. Sie übertragen Medwedews Abschiedsrede, in der er das Streben Russlands nach Freiheit betont und Putins Versprechen, das Wohl der Bürger als höchstes Gut zu verteidigen.
Doch es gibt auch andere Bilder: Sie zeigen, wie Polizeisondereinheiten zur gleichen Zeit Demonstranten auf der Bummelmeile Twerskaja bedrängen, wie sie in ein Café eindringen und Besucher dort abführen. Rund 120 Personen, darunter auch Journalisten, werden zeitweise wegen des Verdachts auf Unruhestiftung festgenommen.
Einen Tag zuvor, beim sogenannten "Marsch der Millionen", war es noch weitaus gewalttätiger zugegangen: Bei Auseinandersetzungen zwischen Opposition und Polizei wurden Dutzende Demonstranten verletzt, auch rund 20 Polizeibeamte landeten im Krankenhaus. Die Polizei nahm eigenen Angaben nach 456 Personen fest, die Opposition sprach von rund 650 Festnahmen. Unter den Festgenommenen waren auch die Oppositionsführer Alexej Nawalny, Boris Nemzow und Sergej Udalzow.
Die Gewaltbereitschaft, die beide Seiten beim "Marsch der Millionen" demonstrierten, ist ein Alarmsignal für die wachsende Spannung in der Gesellschaft. Augenzeugen berichteten sowohl von Steine- und Molotow-Cocktail-Werfern aufseiten der Opposition als auch von einem überharten Vorgehen der Polizeikräfte, die mit Schlagstöcken brutal auf die Demonstranten einschlugen.
Der Kreml erklärte bereits die Opposition zum Schuldigen für die Gewalt. Es handle sich um gezielte Provokation, "um Bilder für den Westen" zu provozieren, erklärte Innenminister Raschid Nurgalijew. Putins Sprecher Dmitri Peskow nannte die Demonstranten eine "Randgruppe", die die Stimmung aufheizen wolle.
"Die Ereignisse auf dem Bolotnaja-Platz werden leider zur Radikalisierung eines Teils der Opposition führen. Schuld daran sind beide Seiten", mahnt hingegen Exfinanzminister Alexej Kudrin. In der Tat deutet viel auf ein Ende des Dialogs zwischen Obrigkeit und Opposition hin. Der Kreml, erholt vom Wahlschreck im Dezember, konterkariert seine eigenen Reformversprechen, unter anderem mit der eiligen Neuernennung von Gouverneuren, ehe diese gewählt werden können.
Die Opposition, enttäuscht von der Hinhaltetaktik des Kreml, setzt auf offene Konfrontation. Es ist ein gefährlicher Weg für beide Seiten - und für Russland. (André Ballin aus Moskau /DER STANDARD, 8.5.2012)
Nach dem Attentat in Boston hatte Russlands Präsident Wladimir Putin den USA ein gemeinsames Vorgehen im Kampf gegen Terroristen angeboten. Doch die Spionageaffäre in Moskau deutet eher auf Konkurrenz denn auf Kooperation der Geheimdienste hin
Weiterer angeblicher Agent beim Namen genannt - Bruch der diplomatischen Gepflogenheiten
Alechina will Teilnahme an Verhandlung um Haftaussetzung erzwingen - Anhörung auf Donnerstag vertagt
Untersucht wurden Wohnungen von Regierungsgegnern in mehreren Städten
Zwei Bomben innerhalb weniger Minuten explodiert - 45 Verletzte - Geheimdienst vereitelt Anschlag bei Moskau
140 Festnahmen - Verdacht der Beteiligung an Terroranschlägen im Kaukasus
Sollten FSB-Mitarbeiter anwerben - Botschaftsmitarbeiter an US-Vertretung übergeben
Russische Behörden gehen verschärft gegen NGOs vor
Politologe Mangott ortet ein Jahr nach den Massenprotesten gegen Putin eine gespaltene Opposition
Geheimdienst setzte angeblich russische Mitarbeiter unter Druck
Ehemaliger Putin-Vertrauter hatte scharfe Kritik am Präsidenten geübt
US-Finanzministerium führt 18 Namen auf schwarzer Liste auf
Ein Jahr nach Beginn der dritten Amtszeit von Wladimir Putin sind Obrigkeit und Opposition weiter voneinander entfernt als je zuvor
Wahlbeobachtergruppe Golos hatte sich nicht wie vorgesehen als "ausländischer Agent" registrieren lassen
Kudrin übte überraschend deutlich Kritik an Führung - Präsident warnt vor Kopftüchern
Merkel drängt auf "aktive Zivilgesellschaft" - Deutsche Kritik an russischem Präsidenten bereits im Vorfeld
Flüchtlinge haben es schwer in Russland. Ihre Rechte sind kaum geschützt, oft werden sie Opfer von Willkür. Die Bürgerhilfe kümmert sich um die Schwächsten der Gesellschaft - und steht nun selbst unter Druck
NGOs als "ausländische Agenten" - "Ähnliches Gesetz in den USA"
Nawalny nennt das Vorgehen der Justiz politisch motiviert - Putin-Kritiker wird Diebstahl vorgeworfen
Politologe: Strategischer Zug, um für 17. April angekündigten Prozess gegen Nawalny zu politisieren
Michail Beketow starb an der Spätfolge eines Überfalls im Jahr 2008 - Damals wurde er fast zu Tode geprügelt
Nach Kritik an Durchsuchungen bei Nichtregierungsorganisationen
Noch immer behindern Vorurteile aus dem Kalten Krieg die Beziehungen der EU zu Russland, sagt der frühere russische Außenminister Igor Iwanow. In Syrien sieht er keine Alternative zum Dialog mit dem Regime
Erste Obduktion deute auf Suizid durch Erhängen hin - Weitere Untersuchungen angeordnet - Russland will auf Vermögen zugreifen
Rippenbruch festgestellt, Umfeld bestätigt Reisepläne
Einerseits begrüßen sie die Verhaftung der verhassten Oligarchen, die nicht mit Putin kooperieren wollen und die Stabilität, die solcher Schritt mitgebracht hatte (was dem Westen überhaupt nicht passte).
Andererseits können sie Putins Appeasementpolitik gegenüber den Oligarchen, die ihm scheinbar treu sind und als dank einen "Kaperbrief" gegen Russlands eigene Wirtschaft von ihm erhielten, nicht ausstehen.
Am Ende liegt es an der starken konservativ-orthodoxen (damals antirevisionistisch-kommunistische - ja es sind die selben Leute - ) Fraktion, die sich schlicht keine Änderungen im sozialem und politischem Bereich wünscht, egal um welchen Preis.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.