TGKK und Land zahlen medizinische Einsätze

7. Mai 2012, 18:02
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Einheitlicher Pauschalbetrag von 2.000 Euro - Rechnungen werden rückwirkend bis 1.1.2012 erstattet

Innsbruck - In der Diskussion rund um die Kosten für Flugrettungseinsätze bei medizinischen Notfällen in Tirol hat es am Montag einen finalen Beschluss gegeben. Der einheitliche Pauschaltarif der in der Flugrettung tätigen Heliunternehmen von rund 2.000 Euro für derartige Einsätze werde zukünftig von Sozialversicherung und Land Tirol bezahlt. Die Regelung gelte ab sofort, hieß es in einer Aussendung.

"Wenn ein medizinischer Notfall vorliegt, erhält der Patient ab sofort keine Rechnung mehr - und zwar unabhängig davon, welches Unternehmen fliegt", erklärte der zuständige Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (V) nach den Gesprächen Montagnachmittag. Wer beispielsweise einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erleide, müsse für die Rettungskosten nicht selbst aufkommen. Klassische Sport- und Freizeitunfälle seien von der Neuregelung weiterhin ausgenommen. Hier gelte das Prinzip der Eigenverantwortung.

Die Sozialversicherung übernehme wie bisher ihren Anteil an den Flugrettungskosten, für den Rest komme das Land Tirol auf. "Wir rechnen mit einem zusätzlichen Finanzierungsbedarf von rund einer Million Euro", berechnete Tilg. Insgesamt würden sich die Ausgaben des Landes für die Flugrettung künftig auf rund zwei Millionen Euro belaufen.

Die bisher versendeten Rechnungen für einen medizinischen Notfall würden rückwirkend bis zum 1. Jänner 2012 an die Betroffenen rückerstattet werden. Sonstige "Härtefälle" müssten geprüft werden.

In Tirol werden jährlich rund 7.700 Einsätze der Flugrettung gezählt. Davon sind 2.100 auf medizinische Notfälle wie etwa Herzinfarkte zurückzuführen. Von diesen Einsätzen fliegen rund die Hälfte die ÖAMTC-Notarzthubschraubern, der Rest verteilt sich auf die übrigen Anbieter. Vonseiten des Landes gab es bisher lediglich einen Vertrag mit dem Christophorus Flugrettungsverein des ÖAMTC. Die medizinischen Flüge des ÖAMTC werden mit rund 1,5 Millionen Euro unterstützt. (APA, 8.5.2012)

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