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Innsbruck - "Ich möchte mit den Fahrgästen gutes Deutsch sprechen", sagt Esref Coskun, Österreicher mit türkischen Wurzeln. Er ist einer von 17 Busfahrern und einer Fahrerin der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB), die noch bis Juni einmal wöchentlich einen Deutschkurs besuchen. Am Donnerstag von 17 bis 19 Uhr treffen sich die Fahrer in der Pädagogischen Hochschule Tirol (PHT). Die PHT liegt idealerweise genau neben dem Gebäude der Innsbrucker Verkehrsbetriebe. So sei auch die Kursplanung extrem unkompliziert gewesen, erzählt IVB-Chef Martin Baltes. Man sei einfach zu den Nachbarn gegangen, habe die Idee besprochen und umgesetzt.
Der 39-jährige Coskun ist seit neun Jahren Fahrer. Am liebsten fährt er den "J"-Wagen nach Igls. Die Runde sei schön, die Leute nett. Doch Coskun fährt nicht immer die Linie in den Nobelstadtteil Igls. Manchmal verschlägt ihn der Dienstplan auch zum "O" ins Olympische Dorf, mit seinen Hochhäusern, statt Villen, mit Spielplätzen in engen Höfen, statt Wanderwegen im Wald. Auf dieser Linie werde es manchmal ungemütlich, Jugendliche seien manchmal aggressiv oder betrunken. Oder beides. Und genau deshalb will Coskun gut Deutsch sprechen, denn: "Als Fahrer bist du nur locker, wenn du alles verstehst. Dann gibt es auch keine Probleme mit den Fahrgästen, egal, wie sie gelaunt sind."
Kleingruppen
Organisiert wird der Kurs "Deutsch als Zweit-/Fremdsprache" von den IVB, der Pädagogischen Hochschule Tirol und dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Die Kleingruppen sind je nach Vorkenntnissen in drei Gruppen eingeteilt. Der Kurs ist für die IVB-Mitarbeiter kostenlos. Besucht wird er allerdings in der Freizeit, nicht im Dienst. Entwickelt wurde der Kurs von Studierenden und Lehrenden der PHT und des Integrationszentrums (IZ) gemeinsam. "Es geht um den höflichen Umgang mit Fahrgästen in Ausnahmesituationen genauso wie die Kommunikation bei Unfällen oder das korrekte Schildern von technischen Gebrechen", erklärt Nikolaus Meze vom IZ. So wurden von IVB-Teamleiter Temel Fuat zusätzlich auch Listen mit den wichtigsten Fachvokabeln, die auf der täglichen Fahrt benötigt werden, zusammengestellt. Etwa "Notbremsung" oder " Reversieren".
Unterrichtet werden die Kleingruppen von Studierenden der PHT unter Supervision von Dozentinnen und einer erfahrenen Deutschtrainerin des IZ. Die Studierenden können sich den Kurs als Pflichtpraktikum anrechnen lassen. "Gestärkt wird dadurch auch die Kompetenz im Bereich der Lehre für Personen mit Migrationshintergrund", sagt Georg Thaler, Vizerektor der PHT.
Nicht nur die Busfahrer sollen ihr Deutsch verbessern, Thaler will zudem einen Türkisch-Kurs für seine Studierenden anbieten: "Damit die Kommunikation noch besser funktioniert." Esref Coskun findet, dass er sich sprachlich bereits stark verbessert hat. Für Nikolaus Meze vom IZ erhöhen die Fahrer aber nicht nur ihre beruflichen, sondern auch ihre interkulturellen Kompetenzen, etwa bei diskriminierenden Aussagen. Und auch für Touristen ist Coskun gerüstet. Im Bus liegt immer ein Deutsch-Englisch-Wörterbuch. (Verena Langegger, DER STANDARD, 8.5.2012)
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Niedlich sind auch die ÖBB Securities. Da gibts einige mit Migrationshintergrund, die einsteigen, sich hinsetzen und gegen keine Verstösse gegen die Zugordnung angehen.
Erst wenn sich dann andere Fahrgäste beschweren, werde diese aktiv. Nicht aber um den Übeltätern Strafen zu verteilen, nein, um jene die auf die Einhaltung der Zugordnung bestehen zum Verlassen des Zuges aufzufordern.
Unglaubliche Zustände, und die ÖBB reagiert nicht.
weiterbildung ist immer gut. aber an mangelnden deutschkenntnissen wird´s wohl nicht liegen, wohl eher am rassismus gewisser fahrgäste. - und überhaupt: was nützen deutschkenntnisse in tirol? - versteht ihn ja doch wieder keiner. ("fliag decht ou" - was sagt der duden?)
Auf der einen Seite sofort wegen jedem und allem die Rassismus-Keule rausziehen, aber selber sich schon über den volkstümlichen Dialekt einer Region lustig machen wollen....
Arrogante Doppelmoral von jemanden der sich in moralischer Überlegenheit wähnt - und sich dabei selbst als der größter Hetzer entlarvt....
allerdigns darf man nicht abstreiten, dass die österreicher an sich sehr ausländerfeindlich sind (plätze 1-3 in der EU bei: bevölkerung, polizei und gericht!!!!)
und dass unsere länder manchmal bisserl komplexe haben und deshalb besonders bundesländertreu sind (nennen wirs mal so) wissen wir auch alle...
und das es einen berühmten spruch gibnt der da lautet ...bist ka tiroler bist ka mensch...das wissen wir auch alle!
sind wir doch ehrlich, es ist sicher nicht jeder tiroler ein rassit ...aber die österreicher an sich sind schon ziemlich ausländerfeindlich und tirol und kärnten empfinde ich persönlich als speziell "stolz" auf ihre herkunft...
(btw. auf herkunft kann man eigentlich nciht stolz sein...per definition)
spicht nach der schrift und die dialekte sind auch für tiroler, geschweige den rest von österreich, oft nicht leicht zu verstehen. das hat nichts mit sich über einen dialekt lustig machen zu tun.
wo in österreich wird den deutsch gespochen? wer bemüht sich mit ausländern deutsch zu sprechen?
"kein tiroler spicht nach der schrift und die dialekte sind auch für tiroler ... oft nicht leicht zu verstehen."
... und Verallgemeinerung ist doch etwas ganz wunderbar praktisches - gelle -
Wie kommen nur die Bundesdeutschen Touristen in Tirol, zurecht, wo doch keiner den anderen versteht? Ups, ist ja gar nicht so, funktioniert sogar sehr gut..
Und was ist nun die Konsequenz daraus? Sprachidentität aufgeben?
Also, ich finde den Ansatz des Buslenkers immer noch am besten: Als integrationswilliger Bürger Deutsch zusätzlich zu lernen um sich so auf dem gemeinsamen Nenner mit den anderen zu treffen und leichter zu integrieren.
P.S:
Die fehlenden Großbuchstaben verraten übrigens Deinen Multinick :-)
Ich kenne Leute, die sehr gut Hochdeutsch (als Fremdsprache) sprechen aber schon mit Wiener Dialekten Probleme haben. Und Sie können sich darauf verlassen, dass ein betrunkener Tiroler so reden kann, dass ich als Wiener recht wenig verstehe. Was natürlich nicht heißt, dass er nicht auch mehr oder weniger in Standardsprache reden könnte, wenn er will.
Wenn man als Muttersprachler Jahrzehnte mit einer Sprache verbringt und doch mehr oder weniger regelmäßig zumindest passiv anderen Dialekten ausgesetzt ist, tut man sich wesentlich leichter, diese auch zu verstehen.
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