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Wien - Die Akademisierung der Pädagogenausbildung stand heute, Montag, beim dritten und letzten Sitzungstag des Sonderausschusses zum Bildungsvolksbegehren im Mittelpunkt. Gemäß der Forderungen der Initiatoren rund um Ex-SP-Vizekanzler Hannes Androsch sowie den Empfehlungen des Entwicklungsrats zur neuen Lehrer-Ausbildung wurde laut Parlamentskorrespondenz der Konsens erzielt, künftig eine tertiäre Ausbildung mit Master-Abschluss für alle Pädagogen vom Elementar- bis zum Sekundarbereich zu schaffen. Schwieriger dürfte die Konsensfindung am Nachmittag werden, wenn der Hochschulzugang thematisiert wird.
Schnider: Zeit des Diskutierens vorbei
Eine Akademisierung und damit Verwissenschaftlichung der Pädagogenausbildung ist laut Bernd Schilcher, VP-Bildungsexperte und Mitinitiator des gut 383.000 Unterschriften schweren Volksbegehrens, für die Gleichstellung aller pädagogischen Berufe unabdinglich. Konträr zu anderen bisher verhandelten Forderungen hat die Initiative hier Rückenwind durch den mit Mitgliedern aus Unterrichts- und Wissenschaftsministerium besetzten Entwicklungsrat: Arthur Mettinger, Rektor der Fachhochschule Campus Wien und von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) in den Rat nominiert, sprach sich für eine einheitliche tertiäre Ausbildung mit gemeinsamem pädagogischen Kern aus. Dieser solle u.a. Elemente wie Mehrsprachigkeit, Umgang mit Migrationshintergrund oder Inklusionspädagogik enthalten. Bei allen Bildungseinrichtungen sei ein hohes Maß an Bereitschaft zur Veränderung gegeben, so Mettinger.
Andreas Schnider, von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) bestellter Leiter des Entwicklungsrats, meinte, man sei diesbezüglich zwar noch in der Entwicklungsphase, die Zeit des Diskutierens sei aber beendet. Nun sei man an dem Punkt, die Empfehlungen umzusetzen. Schnider sprach sich in diesem Zusammenhang u.a. für ein Zusammenwirken von für die Pflichtschullehrer zuständigen Pädagogischen Hochschulen (PH) und den die Lehrer für AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) ausbildenden Universitäten aus. Ob die Töchterle unterstellten Unis oder die bei Schmied ressortierenden PH künftig die Federführung bei der Lehrer-Ausbildung übernehmen sollten, hatte monatelang die Diskussion um die geplante Ausbildungsreform beherrscht.
Erwachsenenbildung und Hochschulen als weitere Themen
Einig waren sich Schmied und Töchterle im Ausschuss, dass auf klare Empfehlungen des Entwicklungsrates politisch notwendige Entscheidungen folgen müssen. Der Staat müsse laut Töchterle die Rahmenbedingungen fixieren und u.a. eine hohe Ausbildungsqualität sicherstellen, Curricula festlegen und für die Finanzierung sorgen. Diskussionsbedarf sah Schmied nur bei der Forderung ihres Koalitionspartners, verstärkt Wettbewerb zwischen auszubildenden Institutionen und Schulen zu forcieren. So soll es Schulen laut Töchterle im Rahmen einer größeren Autonomie möglich sein, sich im Wettbewerb die besten Lehrer auszusuchen.
Nach dem Bereich Lehrerausbildung stehen heute noch die Themen Erwachsenenbildung und Hochschulen an, Knackpunkt ist hier der Uni-Zugang. Die SPÖ unterstützt die Forderung des Bildungsvolksbegehrens, für "eine hohe soziale Durchmischung an Hochschulen und Universitäten" sämtliche Zugangshürden abzubauen. Töchterle hingegen spricht sich wiederholt für Studienbeiträge und Zugangsregeln für die Aufrechterhaltung von Studienangeboten aus. (APA, 7.5.2012)
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