Belgische Medien verzeichneten wegen Frankreich-Wahl Rekordwerte

7. Mai 2012, 15:47
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Ergebnisse bereits vor 20 Uhr veröffentlicht

Paris - Die belgischen Medien, die die Ergebnisse der französischen Präsidentenwahl bereits am Sonntagnachmittag bekanntgegeben haben, verzeichneten noch nie dagewesene Zuschauer- und Leserrekorde. In Frankreich durften die Medien aufgrund eines gesetzlichen Verbots die Ergebnisse nämlich erst nach Schließung der letzten Wahllokale um 20 Uhr veröffentlichen. Die Webseite des öffentlich-rechtlichen Rundfunks RTBF verzeichnete nach eigenen Angaben 1,66 Millionen Zugriffe auf seine Webseite. Die Tageszeitungen "Le Soir" (1,41 Millionen) und "La Libre Belgique" (613.000) registrierten ebenfalls Rekordwerte.

Diese Daten sind zwei- bis dreimal höher als im ersten Durchgang der französischen Präsidentenwahl am 22. April. Die größte Anzahl an Usern wurde um 18 Uhr verzeichnet, als "La Libre Belgique" nach eigenen Angaben 270.000 Besucher gleichzeitig beherbergte und "Le Soir" 167.000. Die belgischen Medien veröffentlichten gleich wie die Schweizer bereits um 13 Uhr die Ergebnisse in den Überseedépartements, um 14 Uhr jene in den bedeutendsten Städten des amerikanischen Kontinents. LaLibre.be verkündete um 14.54 Uhr den Sozialisten Francois Hollande (PS) mit 52,6 Prozent der Stimmen als Sieger. "Le Soir" und "La Tribune de Geneve" schrieben bereits eine halbe Stunde früher, dass Hollande zwischen 52,5 und 53 Prozent erhalten habe.

"Gesetzt nicht mehr haltbar"

Das Radio RTBF verkündete Francois Hollande um 16 Uhr als Sieger, das Fernsehen dagegen um 18 Uhr in einer Direktübertragung aus Paris, die rund 220.000 Zuschauer im Fernsehen verfolgten. Dies ist eine für belgische Verhältnisse hohe Einschaltquote, teilte RTBF am Montag mit. "Diese Daten zeigen, bis zu welchem Punkt das französische Gesetz nicht mehr haltbar ist", betonte der Verantwortliche der Onlineausgabe von "Le Soir", Philippe Laloux.

Das Verbot in Frankreich soll vermeiden, dass die Wähler in den Großstädten, deren Wahllokale erst um 20 Uhr schließen, von den vorläufigen Ergebnissen beeinflusst werden. In der Provinz schließen die Wahllokale um 18 Uhr, in den Überseegebieten wird bereits am Samstag gewählt. (APA)

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