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Nie nass wischen, sondern immer nur "nebelfeucht" - sonst quillt das Holz auf.
Ein Holzboden muss viel aushalten, schließlich wirken allein schon feine und grobe Schmutzpartikel an den Schuhsohlen ähnlich wie Schmirgelpapier. Außerdem wird jede Schutzschicht - egal ob aus Lack, Öl oder Wachs - mit der Zeit immer "durchlässiger", so dass Feuchtigkeit, Schmutz und kleine Steinchen das Holz direkt belasten. Es gibt natürlich die Möglichkeit, das Parkett von Grund auf zu renovieren, was aber den Nachteil hat, dass beim Abschleifen "die natürliche Patina des Bodens weggenommen und die Nutzschicht reduziert wird", erklärt Thomas Reiner, Restaurator für historisch wertvolle Parkettböden.
Solch ein "invasiver" Eingriff kann bei der richtigen Reinigung und Pflege allerdings leicht vermieden werden. "Das ist wie bei Autos - wenn man sie entsprechend behandelt und pflegt, dann halten sie extrem lange", so die Überzeugung des Restaurators.
Weniger ist mehr
Der Handel bietet eine schier unüberschaubare Palette an Reinigungs- und Pflegemitteln. So scheint es auch nicht verwunderlich, dass laut Reiner die größten Fehler genau da passieren: "Sehr häufig liegt es einfach im Einsatz der falschen Mittel."
Polituren, Scheuermittel und Mikrofasertücher beeinträchtigen die Oberfläche des Bodens und können getrost weggelassen werden. "Im Prinzip reichen regelmäßiges Staubsaugen und feuchtes Wischen absolut aus", ist sich der Experte sicher.
Bei der Trockenreinigung kann eine ausrangierte Feinstrumpfhose über dem Schrubber für höhere Effizienz sorgen, da so der Staub zusätzlich magnetisch angezogen wird. Beim Saugen ist hingegen die Verwendung einer Parkettdüse beziehungsweise -bürste ratsam, um keine Kratzer im Lack oder Holz entstehen zu lassen.
Wasser, Wachs und sonst nichts
Auf die Trockenreinigung folgt üblicherweise der Einsatz von Wasser. Gewischt werden sollte allerdings nie nass, sondern immer nur "nebelfeucht", da ansonsten die Gefahr besteht, dass das Holz aufquillt. "Eine Nachbehandlung mit Wachs hat sich ebenfalls bewährt, denn so erhält das Parkett eine schöne Oberfläche", ergänzt Reiner.
Gegen die Verwendung von milden Holzbodenseifen hat der Experte zwar nichts einzuwenden, diese machen für ihn allerdings erst bei einem stärkeren Verschmutzungsgrad Sinn. Vorsicht ist hier bei versiegelten Böden geboten, da Lack eine andere Struktur bildet als Öl oder Wachs. "Selbst wenn sich der Schmutz in der Lackschicht befindet, liegt er an der Oberfläche. In diesem Fall muss einfach nur etwas fester gebürstet werden", meint der Experte.
Wer auch hier nicht auf Chemie verzichten will, dem bietet der Handel spezielle Lackseifen, die die Oberfläche nicht "stumpf" werden lassen und weitgehend schonend sind. Denn wie gesagt: Ein Holzboden muss auch so schon sehr viel aushalten.
Lack, Öl oder Wachs?
Die Wahl der Oberfläche ist im Prinzip Geschmackssache. "Früher wurden Holzböden nur gewachst", erläutert Reiner. Seiner Ansicht nach ist geöltes oder gewachstes Parkett auch für die gegenwärtigen Bedürfnisse am besten geeignet, "da solche Oberflächen jederzeit regeneriert und ausgebessert werden können". Lackierte Holzböden taugen hingegen schlecht oder gar nicht für eine "partielle Renovierung".
Schließlich bildet der Lack im Idealfall eine geschlossene, homogene Schutzschicht und sorgt so für ein ansprechendes optisches Erscheinungsbild. "Bei starken Beschädigungen müssen solche Böden vollständig abgeschliffen und neu lackiert werden", gibt der Restaurator zu bedenken.
Kampf gegen Dellen und Kratzer
"Bei Dellen und Kratzern im Holz passiert nichts anderes als dass die Zellstruktur gepresst wird. Ganz ausbessern lassen sich solche Schäden zwar nicht, aber die Erfolgsrate liegt sicher bei 80 Prozent", erklärt der Fachmann.
Kleinere Rillen können relativ problemlos mit Wachs ausgefüllt werden. Bei größeren Dellen und Kratzern gestaltet sich die Sache etwas aufwändiger. In solchen Fällen empfiehlt der Experte Löschpapier und Bügeleisen zur Hand zu nehmen. "Zuerst sollte ein wenig Wasser auf die Delle gegeben und anschließend mit Löschpapier und Bügeleisen abgedämpft werden. So zieht das Wasser in die Zellstruktur des Holzes, das auf diese Weise wieder etwas auseinander geht", verrät Reiner und ergänzt: "Wer sich für einen Holzboden entscheidet, benötigt aber letztendlich auch eine gewisse Kulanz gegenüber kleinen Kratzern und Dellen". Schließlich gehören kleine Narben zum Leben - auch zu dem eines Holzfußbodens. (Günther Brandstetter, derStandard.at, 7.5.2012)
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hat jemand einen Tip, wie oder mit welchem Gerät das zu machen wäre? Bisher seh ich nur das per Hand voll ausgewrungene Boden- oder Wischtuch. Bei grösseren Flächen sehr mühsam, macht unsere "Perle" wahrscheinlich nicht.
Die 'modernen' Bodenwischer' mit Wring- oder Schleudersystem sind mE nach immer viel zu nass.
Irgend ein Ratschlag?
Nebelfeucht wischen bedeutet:
Einen trockenen Wischmop mit einer Sprühkanne - im Haushalt Sprühflasche, in der sich die Reinigungsflotte oder das mit Reinigungsmittel angereicherte Wischwasser befindet - einzusprühen.
Damit werden dann Laminat oder Parkett, sowie nur leicht verschmutzte Böden gereinigt.
Eine andere Möglichkeit: Einen bereits ausgewrungenen Wischmop in einem trockenem Tuch erneut auswringen.
So wird der Boden ideal gepflegt und es entstehen keine Streifen.
Womit? Habe hier ein paar 150jährige Tafelparkettböden zu pflegen und würde gerne auf das stinkige Woc*-zeug um 100€/5L verzichten. Ja, geölte Parkette sind am schönsten, nur dieser elende, tagelange Gestank stört. Womit hat man vor 100Jahren geölt? Würd mich über Tips sehr freuen ;)
PS: ad "milden Holzbodenseifen": Schmierseife tuts auch.
Böden werden wie Holzaussenflächen ausschließlich mit *Leinöl* eingelassen.
Da das im Mühlviertel auch auf die Erdäpfel kommt, können Sie davon ausgehen, dass es nicht "stinkt", und auch sonst sehr angenehm und hautfreundlich zu verarbeiten ist.
Preis je nach Abnahmemenge ca. 5 EUR/lt.
Suchtipp fürs WWW: NaWaRo (Nachwachsende Rohstoffe)
was nicht stinkt sondern sogar gut riecht ist die sogenannte "bundeskanzlermischung", bei "auro" zu beziehen (zb am gürtel im 18. bezirk). mit diesem holzbodenöl wurden die alten böden eben im bka behandelt (deswegen der komische name...). und das zeug riecht nach orange weil orangenöl drin ist. meine geölten parketten wurden wieder ganz toll nach 2 behandlungen mit der poliermaschine und der bundeskanzlermischung.
sollten einem die 100euro wert sein. mit 5l kommt man ziemlich weit.
mühsam ist eher die vorherige, gründliche reinigung. den dreck mit wachs/öl zu konservieren macht wenig sinn.
sparefrohs können es ja damit probieren:
http://www.frag-mutti.de/tipp/p/sh... esten.html
ölen wie vor hundert jahren aber ohne gestank wirds nicht spielen.
der mensch ist werbegeschädigt, wenn da 1x-staubtücher als "staubmagnet" verkauft werden glauben alle sofort an magnetismus und der physikunterricht ist vergessen (wobei ich mich an die elektrostatik in der schule gut erinnern kann, als der lehrer uns damals 12-jährigen ein katzenfell und einen gummiknüppel als experiment vorführte und alle wegen der armen katze weinten).
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