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Berlin - Der chinesische Exil-Schriftsteller Liao Yiwu hat in einem Appell die Freilassung seines Freundes und Kollegen Li Bifeng gefordert. An dem Aufruf beteiligten sich rund 170 KünstlerInnen aus aller Welt, darunter die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller und der Träger des amerikanischen National Book Award, Ha Jin. Auch das Internationale Literaturfestival Berlin unterstützt die Aktion.
Bei der Vorstellung der Petition am Montag in Berlin forderte Liao Yiwu laut einer Sprecherin, nicht nur prominente chinesische Bürgerrechtler wie den blinden 40-jährigen Chen Guangcheng zu unterstützen, sondern auch unbekannte "Ameisen". Dem Untergrund-Autor Li Bifeng werde von der Polizei vorgeworfen, seine - Liaos - Flucht finanziert zu haben. "Das ist eine glatte Lüge."
"Das Leben eins Dichters wäre zerstört"
Liao war im vergangenen Jahr nach Deutschland geflohen, um sein Buch "Für ein Lied und hundert Lieder" veröffentlichen zu können. Li Bifeng, ein Gefängnisgefährte von ihm, sei inzwischen seit sieben Monaten illegal in Haft, jetzt solle er zum dritten Mal verurteilt werden, heißt es in dem Appell. "Wenn er zu zehn Jahren verurteilt würde, wäre er nach seiner Entlassung ein alter Hund. Das Leben eines hochtalentierten Dichters und Schriftstellers würde somit völlig zerstört."
Li war bereits 1998 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte in einem offenen Brief an die Medien von einer Demonstration in der Provinz Sichuan berichtet, bei der Zehntausende gegen die Schließung von drei Staatsunternehmen protestiert hatten. (APA, 7.5.2012)
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