Finanzlabyrinth zum Quadrat

7. Mai 2012, 14:44
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Die Verwertung der Konkursmasse von R-Quadrat Alpha ist schwieriger als erwartet

Wien - Die Hoffnung der durch die Veranlagungsgesellschaft R-Quadrat Capital Alpha geschädigten Institutionen und Anleger, zumindest einen Teil ihrer - in Summe 40 - verlorenen Millionen wiederzusehen, könnten verfrüht gewesen sein. Denn im Konkursverfahren der R-Quadrat Alpha spießt es sich.

Bei Alpha, zu deren Großgläubigern Pensionskassen/-fonds von Bundes- und Wiener Wirtschaftskammer gehören, wurde die Gläubigerausschusssitzung von 24. April auf 31. Mai verschoben. Ob und wie hoch die Quote ist, die Insolvenzverwalter Richard Proksch herausholen kann, ist laut Gläubigervertretern "nicht abzusehen".

Das liegt auch an den Verästelungen der in Immobiliengeschäften in Polen, Ukraine und der Türkei verwickelten Gesellschaft. Sie lassen sich nicht so einfach zu Geld machen, wie erhofft. Besonders dubios liest sich laut dem "Dritten Bericht" des Masseverwalters vom Februar der Kauf von Anteilen an der Euro Nova Industrie- und Gewerbepark Dreiländereck - landläufig bekannt als ehemalige Bleiberg Union. R-Quadrat Alpha kaufte sich dort 2005 um 11,5 Mio. Euro ein und zahlte dabei einen um 3,947 Mio. Euro höheren Preis, als die Verkäufer ein Jahr zuvor hingeblättert hatten.

Abgesehen davon, dass für Proksch "absolut nicht nachvollziehbar ist", worin die Wertsteigerung binnen Jahresfrist bestanden haben soll, mangelt es der Transaktion auch sonst nicht an Auffälligkeiten. So schob R-Quadrat Alpha 2006 auch noch eine Kaufpreisbesserung von 845.000 Euro nach. Auch ein Blick auf Gesellschafter und Managements der in die Transaktion involvierten Geschäftspartner lohnt: Als Verkäufer traten IMB Beteiligungs AG (Zug in der Schweiz) und FDM Privatsitftung in Wien auf.

Deren Alleingesellschafterin damals: Arte Investment GmbH. Allen gemeinsam war ihr Geschäftsführer, der neben den Verkäuferinnen auch R-Quadrat Alpha gemanagt hat, also den Käufer, der für Euro Nova deutlich teurer kaufte und dafür auch noch Management Fees zahlte - "zu Unrecht", wie der Masseverwalter vermerkt. Erschwert wird der Durchblick durch Firmenumbenennungen: Die ursprüngliche Verkäuferin, Magnat Asset Management, hieß 2005 R-Quadrat Immobilien AG und hatte eine Aktionärin: Arte Investment GmbH. So flossen Verkaufserlös und -Gewinn samt Management Fees an IMB Beteiligungs AG und FDM Privatstiftung. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, 3.5.2012)

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