E-Ziga­retten: Passivrauch kann schädlich sein

7. Mai 2012, 15:27
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Untersuchung der Verdampf­flüssigkeit: Experten empfehlen das Rauchen von E-Zigaretten in Nichtraucherzonen zu untersagen

Berlin - Die elektrische Zigarette, auch E-Zigarette genannt, wird oft als Alternative zur herkömmlichen Zigarette angepriesen. Der Unterschied besteht darin, dass Konsumenten verdampfte Flüssigkeit an Stelle von Zigarettenrauch inhalieren. Der Dampf ähnelt in Konsistenz und sensorischer Wirkung dem Tabakrauch, im Gegensatz zum Rauchen findet aber keine Verbrennung statt.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat einige typische Inhaltsstoffe von den zu verdampfenden Flüssigkeiten der E-Zigaretten - wie Nikotin, Vernebelungsmittel, Zusatz- und Aromastoffe - bewertet und kommt zu dem Schluss, dass die Dämpfe dieser Substanzen die Gesundheit von E-Rauchern beeinträchtigen können. Gefahren für Dritte seien nach derzeitigem Kenntnisstand ebenso nicht auszuschließen, so das BfR in einer Aussendung.

Nikotin und Chemikalienzusätze

Ursache dafür können neben Nikotin auch das Verneblungsmittel Propylenglycol, Chemikalienzusätze wie pharmakologische Wirkstoffe sowie verschiedene Duft- und Aromastoffe (z.B. Menthol, Linalool) und Verunreinigungen sein.

Die verschiedenen Substanzen werden in Form von Emissionen über die Dämpfe der E-Zigaretten und den Atem der E-Raucher in die Umgebungsluft abgegeben.

Zusammenstellung eigner Liquids

Durch den Einsatz von nachfüllbaren Kartuschen haben die Konsumenten nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zum Experimentieren und Zusammenstellen eigener Nachfüllflüssigkeiten (Liquids), wobei auch Konzentrate und bedenkliche Substanzen verwendet werden können. In diesen Fällen ist unklar, was genau ein- und ausgeatmet wird. Unbeteiligte können im konkreten Fall nicht einschätzen, ob von den freigesetzten Emissionen gesundheitliche Gefahren ausgehen.

Zum Schutz von Verbrauchern sollten E-Zigaretten deshalb in Nichtraucherbereichen herkömmlichen Tabakprodukten gleichgestellt sein. "Das Rauchen von E-Zigaretten sollte nur in Raucherzonen erlaubt sein", sagt BfR-Präsident Andreas Hensel. "So können E-Zigaretten Passivraucher nicht gesundheitlich beeinträchtigen."

Auch im Privatbereich sollten E-Zigaretten wie herkömmliche Zigaretten gehandhabt werden, empfiehtl das BfR - und daher nicht im Beisein von empfindlichen Personen wie Kindern, Schwangeren und Kranken geraucht werden. (red, derStandard.at, 7.5.2012)

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    Konsumenten können sich eigene Liquids, die verdampft werden, zusammenstellen.

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