Grazer Informatiker entwickeln Java-Standard für "Trusted Platform Module"

7. Mai 2012, 13:36
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Neue APIs sollen Programmierern die Arbeit bei der Absicherung vor schädlicher Software erleichtern

Das "Trusted Platform Module", ein Sicherheitschip, der bereits von nahezu allen namhaften PC- und Notebook-Herstellern in ihre höherklassigen Rechner integriert wird, soll eigentlich Computersoftware vor unautorisierten Modifikationen schützen. Voraussetzung dazu ist allerdings, dass die Software der Anwender auf den Chip zugreifen kann. Und genau hier lag bislang das Problem, schildert zumindest Ronald Tögl vom Institut für Angewandte Informationsverarbeitung und Kommunikationstechnologie der TU Graz.

Brach liegend

Das Potenzial des Sicherheitschips wurde mangels geeigneter Softwareschnittstellen - also jenen Programmteilen, die anderen Programmen zur Anbindung an das System zur Verfügung gestellt und in der Fachsprache API genannt werden - kaum verwendet. Besonders schlecht gestaltete sich die Situation im Zuammenspiel mit Java-Anwendungen: "Die bestehenden Schnittstellen waren sehr kompliziert und umständlich zu benutzen", so Tögl.

Standard

Unter Tögls Leitung hat ein internationales Team seit vier Jahren einen weltweit gültigen Standard für diese Schnittstellen entwickelt, der die Benutzung durch Java-Programmierungen vereinfacht. "Software-Entwickler erkennen nun, welche Programmierbefehle der Chip versteht. Das vereinfacht die Arbeit der Programmierer erheblich und erhöht gleichzeitig die Computersicherheit", schilderte der Experte. Beteiligt an der Entwicklung des Programmierstandards waren auch Experten von Unternehmen wie Oracle und Samsung sowie der University of Cambridge und der Universität Klagenfurt. (APA)

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