Über die Brisanz der Diskussion zum geistigen Eigentum

Gastkommentar | Michael Kos, Barbara Neuwirth, Gerhard Ruiss, Christoph Straub, Mercedes Echerer
8. Mai 2012, 08:32

Eine Stellungnahme der Initiative "Kunst hat Recht" zum Vorwurf "Künstler arbeiten unwissentlich gratis"

Zu den auf derStandard.at am 28. April vorgebrachten Vorwürfen gegen "Kunst hat Recht" möchten wir als InitiatorInnen der Initiative Stellung nehmen.

Wir Künstlerinnen und Künstler haben "Kunst hat Recht" gestartet, um unserem Recht auf geistiges Eigentum mehr Gehör zu verschaffen: Wir wollen über die Verwendung unserer Werke selbst bestimmen. Das Urheberrecht ist für die österreichischen Künstlerinnen und Künstler die Existenzgrundlage. Niemand hat ein Recht darauf, unsere Werke ohne Bezahlung zu nutzen, nur weil es technisch möglich ist. Zugegeben: Diebstahl geistigen Eigentums ist eine juristische Formulierung, klingt antiquiert und erzeugt keine "user-friendly" Atmosphäre, aber Fakt ist Fakt.

"Kunst hat Recht" stößt in den Reihen der Kunstschaffenden auf große Zustimmung. Die mediale Aufmerksamkeit für unser Anliegen ist hoch. Seit dem Start der Initiative hat sich in der Diskussion zum Thema Urheberrecht in Österreich einiges getan und wir haben vor, diese Dynamik zu verstärken.

Dass das nicht leicht sein würde, war uns bei der Gründung der Initiative bewusst. Wir sind auf eine lange und intensive gesellschaftliche Diskussion eingestellt. Wir agieren in dieser Diskussion wie andere Interessenvertreter und bedienen uns professioneller Instrumente der Kommunikation. Dazu kaufen wir Know-how und Umsetzungsleistungen von Unternehmen zu.

In ihren Verwertungsgesellschaften haben die Kunstschaffenden die Beschlüsse gefasst, die Initiative organisatorisch und finanziell zu unterstützen. Die Kunstschaffenden finanzieren die Initiative also aus eigenen Mitteln.

Wir selbst engagieren uns dafür unentgeltlich. Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns für unser gemeinsames Anliegen ehrenamtlich einsetzen - egal ob wir für die Initiative Texte schreiben, zeichnen, Musik machen oder eben Filme produzieren. Dass die Gegner unseres Anliegens daraus einen Vorwurf konstruieren, zeigt, wie wichtig die Diskussion über geistiges Eigentum ist, und bestätigt uns in unserem Engagement. Kunst hat Recht. (Wolfgang Kos/Barbara Neuwirth/Gerhard Ruiss/Christoph Straub/Mercedes Echerer, derStandard.at, 8.5.2012)

Autoren

Im Namen aller InitiatorInnen von Kunst hat Recht: Michael Kos, Barbara Neuwirth, Gerhard Ruiss, Christof Straub, Mercedes Echerer.

facebook.com/kunsthatrecht

twitter.com/#!/KunsthatRecht

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Ist das mehr als das Gezeter bornierter Besitzstandswahrer?

Zu einem erheblichen Teil werden Künstler aus Mitteln finanziert, die vorher dem Eigentum der Bürger durch staatliche Eingriffe entzogen werden. Sei es durch Steuern, sei es durch die Zwangsabgaben des gebührenfinazierten Rundfunks.

Will 'Kunst hat Recht' darüber auch reden? Oder stört diese Form des Eigentumsentzugs sie überhaupt nicht? Sind sie autoritäts- und staatsgläubige Spießer, die es für das Recht des Staates halten, sich des Eigentums der Bürger zu bemächtigen, um es an politisch angepasste Künstler zu verteilen, aber aufheulen, wenn sich ein privater etwas aneignet? Oder sind sie doch integre Menschen, die einen freien Markt wollen - mit Eigentumsrechten, aber auch ohne gebührenfinanzierten Rundfunk und Staatspreise?

Nix für ungut

aber dieser Text kling schwer nach Auftragswerk einer gewissen Vwg ...

funktionäre im ehrenamt

schon cool - ruiss schreibt das sicher nicht in seiner arbeitszeit, sondern am wochenende. schon wieder so ein schwachsinn, er kann das ja eh in seiner arbeitszeit als funktionär machen, wenn die autorInnen das wollen, soll er. echerer vermutlich wieder anders gelagert und straub auch wieder. schon wieder so ein hoffnungsloses durcheinander wie bei der ganzen kampagne.

"Diebstahl geistigen Eigentums" ...

wo kein Geist ist kann keiner enteignet werden. Daß man überhaupt Geist stehlen kann ist ein Ausweis der niedrigsten Denkweise, was Kunst und Kultur angeht. Der wahre Geist findet Genugtuung wenn er weitergeben kann und schmunzelt über Leute die mit fremden Gut hausieren, als wärs ihr eignes. - Allerdings wird jeder Geistesmensch, so er einer ist, die Forderung nach einem Bürgergeld unterstützen, und zwar völlig unabhängig davon wie realistisch oder nicht eine solche Vorderung ist. Sie geht organisch aus der deutschen Verfassung hervor, sie wäre das Ende des Mittelalters (nicht der neue Ipad) und gilt natürlich nicht nur für Künstler, die keine Sonderrechte haben oder haben sollen. (Ich selbst bin Maler)

ganz ehrlich: auf ihre bilder bin ich nicht gespannt!

ich schon

No-na engagieren sie sich ehrenamtlich ...

... für ihr eigenes Anliegen.

Die Linken entdecken das Recht auf Eigentum!

Dass ich DAS noch erleben darf!

geistiges eigentum ist geistiger diebstahl

eh, aus sicht

des kummerls völlig logisch argumentiert ;-)

noch was:

würde es geistiges eigentum in diesem sinne geben, würde es keine musikgenres geben, da nur derjenige, der zb mit rock'n'roll angefangen hat das recht darauf hätte diesen weiterzuentwickeln.
hiphop ist das beste beispiel wie es funktionieren sollte, mit sampling und cutten.
wacht aus eurer vom teufel besessenen traumwelt auf.

sampeln und cutten

von z.b. michael jackson songs sind ja auch erlaubt. wenn du den rechteinhaber um erlaubnis fragst...

solange du das an der ecke 32. straße/x avenue machst, kein problem. sobald du das auf platte bringst, brauchst du ein agreement mit dem rechteinhaber...

And I'gess it's you

man macht sich heute offenbar keine freunde, wenn man als künstler davon leben möchte, was man erschafft.
am besten alles gratis hergeben, dann ist die heppi-peppi spaß-jux-und-gratis-gesellschaft glücklich.
andererseits: kunst ist konflikt und oft eben nicht mainstream....

Die heppi-peppi spaß-jux-und-gratis-gesellschaft hat auch http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Turrini erzeugt und dieser Web-Inhalt
läuft derzeit kostenlos und ohne Werbung.

sie kennen aber schon die jährlichen spendenaufrufe von wikipedia, die darauf hinweisen, dass die seite ohne geld nicht betrieben werden kann, gelle?
sie würden sich sicher freuen, wenn turrini mit bettlerhut demütig vor ihrer tür auftauchte. da kann man sich dann als nicht-kreativer so richtig als chef im ring fühlen.

wie soll man etwas klauen was man nichtmal anfassen kann?! :P
geistiges eigentum sind gedanken - und da gedankenfreiheit besteht, kann jeder diese gedanken haben. bei materiellem eigentum kann niemand hergehen und es einfach wegnehmen.
ein künstler der es des geldes wegen macht, kann niemals ein guter künstler sein. nebenbei bemerkt finde ich den begriff künstler eher abwertend, wer sich selbst als solcher bezeichnet hat die kunst nicht verstanden. kunst ist für alle da!

copyright is for losers!
- banksy

denken kannst und darfst du was du willst.

sobald aber einer den gedanken "materialisiert" ist er geschützt. und das zu recht.

denn anders als viele das glauben, ist die produktion eines z.b. songs ja ein bißchen aufwendiger als nur daheim im kinderzimmer mit der klampf'n ein paar akkorde runterzureissen.

kein song den du von einem label kennst wurde in seiner urfassung auf platte/cd gebracht (ausnahme: unplugged). sondern da wurde herumgefeilt, musikalisch wie textlich, da wurden profis angeheuert, um das lied aufzupeppen, da wurde in einem state-of-the-art studio gearbeitet, wurden exzellente studiomusiker engagiert, usw.

hast du dich schon jemals gefragt, warum die meisten musiker "live" nicht so klingen wie auf platte?

ah. jeder kann shakespeare denken? oder picasso? oder mozart?
zum rest ihrer bemerkungen sag' ich besser gar nichts.

Unterschiedliche Bewertung geistigen Eigentums

Künstler schaffen so wertvolles geistiges Eigentum, dass man es im Schnitt ca. 100 Jahre lang schützen muss.

Techniker und Naturwissenschafter schaffen so minderwertiges geistiges Eigentum, dass es in Form von Patenten nur 20 Jahre geschützt werden muss.

Es hat allerdings einen Grund und ist auch sinnvoll, dass geistiges Eigentum nicht zu lang geschützt wird.

Und Arzneimittel 10 Jahre, Stichwort Generika.

ich hoffe doch sehr, dass die durch unkontrollierbare illegale kopien gefährdeten werke der unterzeichnteten prinzipiell und immer mit einwandfrei lizenzierter software niedergeschrieben wurden ...

Wenn sich mit Kunst nichts mehr verdienen lässt, werden halt nur mehr die Hobbykünstler übrigbleiben, die das zum Spaß und Selbstzweck betrieben. Wozu die Aufregung?

Ich finde es eigentlich schade dass erst ACTA wackeln muss bevor von seiten der Verwertugngsgesellschaftlich abgesichterten Künstler soetwas wie ein Dialog angeboten wird.
Wie sonst auch gilt auch hier "mit voller Hose ist leicht stinken".
Es kann nicht sein und es ist auch völlig unzeitgemäß die Verwaltung und Kontrolle von Urheberrechten einfach unbedacht und schulterzuckend in die Hände von Apparaten von Juristen und Bürokraten zu legen und somit die Umsetzung von Rechtsansprüchen ausschließlich von finanziellen Mitteln und jusristische Manpower abhängig zu machen. Das kann und wird im 21sten Jh. nicht mehr funktionieren, allein schon weil es tatsächlich die Freiheit der Kunst einschränkt.

Brisanz

Aussage: "Kunst hat Recht" stößt in den Reihen der Kunstschaffenden auf große Zustimmung.

-> Quelle? Eine Befragung oder das subjektive Befinden in der Theaterkantine?
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Was ihr 5 Hanseln nicht versteht: Die wahre Brisanz des Themas liegt in der Überwachung und der Strafverfolgung der Bürger. Was bringt es EUCH wenn 75 Jahre nach Eurem Tod ein paar Anzugfuzzis Geld mit Euren Werken verdienen?

Michael Kos, Barbara Neuwirth, Gerhard Ruiss, Christof Straub, Mercedes Echerer - ich werde von Euch weder etwas herunterladen noch etwas kaufen, ihr geht mir einfach ganz unbedeutend am A vorbei.

Selber "Künstler"
Gobi

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