Über die Brisanz der Diskussion zum geistigen Eigentum

Gastkommentar |

Eine Stellungnahme der Initiative "Kunst hat Recht" zum Vorwurf "Künstler arbeiten unwissentlich gratis"

Zu den auf derStandard.at am 28. April vorgebrachten Vorwürfen gegen "Kunst hat Recht" möchten wir als InitiatorInnen der Initiative Stellung nehmen.

Wir Künstlerinnen und Künstler haben "Kunst hat Recht" gestartet, um unserem Recht auf geistiges Eigentum mehr Gehör zu verschaffen: Wir wollen über die Verwendung unserer Werke selbst bestimmen. Das Urheberrecht ist für die österreichischen Künstlerinnen und Künstler die Existenzgrundlage. Niemand hat ein Recht darauf, unsere Werke ohne Bezahlung zu nutzen, nur weil es technisch möglich ist. Zugegeben: Diebstahl geistigen Eigentums ist eine juristische Formulierung, klingt antiquiert und erzeugt keine "user-friendly" Atmosphäre, aber Fakt ist Fakt.

"Kunst hat Recht" stößt in den Reihen der Kunstschaffenden auf große Zustimmung. Die mediale Aufmerksamkeit für unser Anliegen ist hoch. Seit dem Start der Initiative hat sich in der Diskussion zum Thema Urheberrecht in Österreich einiges getan und wir haben vor, diese Dynamik zu verstärken.

Dass das nicht leicht sein würde, war uns bei der Gründung der Initiative bewusst. Wir sind auf eine lange und intensive gesellschaftliche Diskussion eingestellt. Wir agieren in dieser Diskussion wie andere Interessenvertreter und bedienen uns professioneller Instrumente der Kommunikation. Dazu kaufen wir Know-how und Umsetzungsleistungen von Unternehmen zu.

In ihren Verwertungsgesellschaften haben die Kunstschaffenden die Beschlüsse gefasst, die Initiative organisatorisch und finanziell zu unterstützen. Die Kunstschaffenden finanzieren die Initiative also aus eigenen Mitteln.

Wir selbst engagieren uns dafür unentgeltlich. Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns für unser gemeinsames Anliegen ehrenamtlich einsetzen - egal ob wir für die Initiative Texte schreiben, zeichnen, Musik machen oder eben Filme produzieren. Dass die Gegner unseres Anliegens daraus einen Vorwurf konstruieren, zeigt, wie wichtig die Diskussion über geistiges Eigentum ist, und bestätigt uns in unserem Engagement. Kunst hat Recht. (Wolfgang Kos/Barbara Neuwirth/Gerhard Ruiss/Christoph Straub/Mercedes Echerer, derStandard.at, 8.5.2012)

Autoren

Im Namen aller InitiatorInnen von Kunst hat Recht: Michael Kos, Barbara Neuwirth, Gerhard Ruiss, Christof Straub, Mercedes Echerer.

facebook.com/kunsthatrecht

twitter.com/#!/KunsthatRecht

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