Hoffnungsträgerin für Kampf gegen Unrecht

7. Mai 2012, 12:11
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Iranische Friedensnobelpreisträgerin für Einsatz bei kulturübergreifendem Zusammenleben mit Avicenna-Preis ausgezeichnet

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi hat am Sonntag den Avicenna-Preis entgegen genommen. Unterrichtsministerin Claudia Schmied bezeichnete Ebadi in ihrer Laudatio in der Pauluskirche in Frankfurt als "Hoffnungsträgerin für all jene Menschen, die den Kampf gegen das Unrecht führen". Was Ebadi geleistet habe, sei "Auftrag für uns alle".

Ihr "kompromissloses Eintreten für das gesetzte Recht, ihr Mut und ihre Bereitschaft, sich als Anwältin bedingungslos für ihre Klienten einzusetzen, ihre verdienstvolle Arbeit im Kampf um die Rechte der Frauen und ihr Bekenntnis zum eigenen Glauben machen sie zum Vorbild", so Schmied laut Aussendung.

Der mit 50.000 Euro dotierte Avicenna-Preis zeichnet Personen oder Institutionen aus, die sich in herausragender Weise für das kulturübergreifende Zusammenleben einsetzen.

Europa unter Kritik

Im "Tagesspiegel am Sonntag" hat Ebadi Europa vorgeworfen, den Iran trotz schwerer Menschenrechtsverletzungen zu unterstützen. "Bei Vertragsunterzeichnungen vergessen die Europäer oft die Menschenrechte", sagte die 67-jährige Menschenrechtsanwältin. Die EuropäerInnen dürften der Führung in Teheran nicht länger erlauben, europäische Satelliten zur Übertragung des Staatsfernsehens zu benutzen.

Zudem könnten "korrupte iranische Funktionäre" ihr Geld weiter problemlos in europäischen Banken deponieren, kritisierte die 2003 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Anwältin. Hier müssten die europäischen Gesetze gegen Geldwäsche strenger angewendet werden. 

Keine freie Debatte möglich

Sie bestritt, dass es im Iran einen Konsens zur Nutzung ziviler Atomkraft gibt. "Die Trotzreaktion des iranischen Staates im Atomstreit mit dem Westen hat zu sehr schweren Wirtschaftssanktionen geführt, unter denen die Menschen leiden. Deshalb sind viele gegen das Atomprogramm", sagte Ebadi. Allerdings sei keine freie Debatte in den Medien dazu möglich. (APA/red, 7.5.2012)

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    Shirin Ebadi wirft europäischen Ländern vor, den Iran trotz schwerer Menschenrechtsverletzungen zu unterstützen.

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