Puch: Das "Firmungsrad" ist zurück

Josef Faber hat die Marke Puch wiederbelebt und fünf E-Bikes sowie vier "Normale" auf den Markt gebracht

Obwohl Josef Faber nicht bloß aus einem Bauchgefühl heraus seit dem Frühjahr Fahrräder verkauft, war er überrascht. Nicht über die Reaktionen an sich, aber eben doch über deren Intensität: "Erwachsene Männer bekamen belegte Stimmen."

Denn Faber - bekannt als Generalimporteur für Vespa-Roller - hat die Marke Puch wiederbelebt. Nicht als Moped-, als Fahrradmarke: Fünf E-Bikes und vier "Normale" brachte er auf den Markt - und davon heuer wie geplant 2500 Stück zu verkaufen, ist Faber überzeugt, seit die ersten Tester "mit glasigen Augen Proberunden drehten".

Denn, referiert Faber, "das Puch-Clubman war in Österreich das klassische Firmungsrad. Da stecken unheimlich viele Emotionen drin."

Weniger emotional ist Fabers Verkehrsanalyse: "Das E-Bike ist das Missing Link zwischen Roller und Rad - und einspuriges Fahren boomt." Und wenn man mit Vespa eine emotionale Marke vertreibt, liegt das auch beim Rad nahe: "Puch" passte perfekt.

Und war zu haben: Die Marke war (und ist) im Besitz des schwedischen Rad-Riesen Cycleurope. Der Konzern besitzt u. a. auch Rad-Klassiker wie Bianchi oder Peugeot - und verkauft in Europa über 1,2 Millionen Räder. Faber fragte - und baute aus Cycleurope-Hardware jene Puch-Räder, zu denen ihm sein Bauch (und zwei Jahre Marktforschung) geraten hatten: retro-schicke Stadt- und E-Bikes. Wieso? "Puch hat vor allem bei der Generation 45+ einen geradezu legendären Ruf - und das ist genau die Generation, die als E-Bike-Zielgruppe am interessantesten ist." (Thomas Rottenberg, Automobil, DER STANDARD, 4.5.2012)

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