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Es war ein harter, ein langer Wahlkampf in Frankreich, doch der Sieger wird "keine Sekunde" Verschnaufpause haben, wie der Radiosender RTL am Wochenende kommentierte. Schon Anfang Juni stehen die Parlamentswahlen an. Und erst dann weiß der Chef im Élysée-Palast, ob ihm die Franzosen auch eine Parlamentsmehrheit mit auf den Weg geben werden - oder ob er in die "Cohabitation" muss. Doch Frankreich braucht bereits vor den Wahlgängen am 10. und 17. Juni eine Regierung - und die muss schnell handeln.
Schon heute, Montag, muss der Präsident beginnen, eine Regierung zu bilden. Denn ungefähr in einer Woche, wenn er vereidigt wird, muss alles bereit sein; politisch, diplomatisch, ökonomisch.
Mitte Mai wird der Präsident beim G-8-Gipfel in Camp David (USA) die zum Teil möglicherweise neuen französischen Standpunkte einbringen müssen. Anschließend folgt der Nato-Gipfel in Chicago, wo Frankreich einen frühzeitigen Rückruf seiner Truppen aus Afghanistan bekanntgeben könnte. Auch das G-20-Treffen im Juni im mexikanischen Los Cabos will angesichts der weltwirtschaftlichen Spannungen genauestens vorbereitet sein.
Deutschland ganz oben auf der Agenda
Nicht nur deshalb wird in der neuen Agenda des französischen Präsidenten zweifellos schon im Mai ein Treffen mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel vorgesehen sein. Zusammen werden sie vor allem den nächsten EU-Gipfel im Juni vorbereiten.
Ein Test von europäischer Tragweite ist der 17. Mai: Dann muss Frankreich zwölf Milliarden Euro aufnehmen. Klettern die Zinsen hoch, wie das in Spanien unlängst der Fall war, könnte Frankreich, das heute noch zu relativ tiefen Zinssätzen von drei Prozent Geld borgt, rasch in die Schuldenfalle geraten - und damit wohl der ganze Euroraum, denn Frankreich ist neben Deutschland der wichtigste Nettozahler. Fällt Paris aus, bleiben im Euroraum nicht mehr viele Pfeiler übrig.
Daneben wird der neue Staatschef aber auch sozialpolitisch sofort in Anspruch genommen sein. Nach Meinung vieler Ökonomen ist für die Zeit nach den Präsidentschaftswahlen in Frankreich mit einer Entlassungswelle zu rechnen. Nicolas Sarkozy versuchte in den Monaten vor der Wahl alles, um Sozialpanik-Szenarien zu vermeiden. In diversen Firmen wie Photowatt, SeaFrance oder Sernam wurden diese Vorhaben aber nur aufgeschoben, weil ihnen der Präsident Übergangshilfe versprach.
Jetzt werden die Unternehmen nicht mehr länger zuwarten. Eine Fabrik von Peugeot-Citroën (PSA) in Aulnay-sous-Bois bei Paris ist von der Schließung bedroht. Die Supermarktkette Carrefour könnte bald 3000 Stellen streichen. Auch der Telekombetreiber Orange, die Air France oder der Atomkonzern Areva wollen Personal abbauen.
Das wird natürlich die Arbeitslosigkeit erhöhen, die jetzt schon bei 9,8 Prozent liegt. Ein Überschreiten der Zehn-Prozent-Schwelle wäre für den neuen Präsidenten ein denkbar schlechter Start in ein Fünf-Jahres-Mandat, in dem auch finanzpolitisch der Kampf gegen die Rezession zuoberst steht: Die Staatskasse ist schon leer, und beide Präsidentschaftskandidaten hatten versprochen, das Budgetdefizit spätestens bis 2017 auf null zu reduzieren, das heißt also, die Staatsausgaben zu senken. Deshalb besteht konjunkturpolitisch kaum Handlungsspielraum.
Großen Nachholbedarf hat die französische Volkswirtschaft strukturell: Da der Arbeitsmarkt zu wenig flexibel und die Unternehmensabgaben im europäischen Vergleich zu hoch sind, hat der Standort Frankreich in zehn Jahren viel von seiner Konkurrenzfähigkeit verloren. Die dafür nötigen Strukturreformen sind aber politisch schwierig durchzusetzen; in jedem Fall drohen harte Streiks und Blockaden - auch diesbezüglich wird der neue Präsident sofort mit der schonungslosen Realität der Krise konfrontiert sein. (Stefan Brändle aus Paris, DER STANDARD, 7.5.2012)
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Ich fürchte, die USA werfen uns aus dem Schutzschirm.
Ich bin glühender Europäer! Übersetzt für Amerikaner: I am loving it.
Schmeisst am liebsten seine eigenen Leute aus dem Land, richtig lächerlich diese Machtgeilheit bezahlt von der braunen Struktur und der Industrie, um die kleinen Bürger noch mehr ausbeuten zu können!
Dass sollen Politiker sein?
Merkel hat doch auch die ganze EU mit Ihrem Tun ruiniert, sogar der EURO Kurs gegenüber dem Dollar ist von 1,48 auf zirka 1,32 gefallen und damit sind auch die Waren teurer geworden.
Auch diese Frau mit samt der unfähigen FDP gehört endlich weg!
Jetzt hat er sich SO bemüht, ausschließlich Sarkozy zu beleuchten. Zugegeben, Ungusteln wie DSK haben ihm das Sozi-Bashing leicht gemacht.
Während der Sarko-Zeit hat er nie davon geschrieben, wie wenig Sarkozy gegen die Arbeitslosigkeit getan & die Würde des Präsidentenamts lächerlich gemacht hat. Jetzt rückt er damit heraus, dass unter Hollande sehr viele entlassen würden.
Einige (& vielleicht sogar die Mehrheit der) Journalisten werden merken müssen, dass das von ihnen beweihräucherte Volk nicht völlig einzuschläfern ist. Die Leute haben die Realität kapiert, entgegen dem cantus firmus der meisten Medien. Sie haben gemerkt, dass es ihnen schlechter geht & dass sich daher etwas ändern muss. Die Propaganda greift nicht immer.
Hollande hat doch keinen Spielraum, die Staatsverschuldung und die Wirtschaftskrise werden keine tollen Reformen, so wünschenswert die vielleicht sein mögen, zu. Auch Sarkozy hätte gerne anders regiert, wenn er können hätte. Das wahre Drama hat sich aber gestern in Griechenland abgespielt. Wenn die Griechen - so wie es aussieht - aus dem € und aus der EU aus(ge)treten (werden) ist das das Ende der EU. Und dann?
Nun wird Hollande zeigen können, ob er zu seiner Retropolitik steht und damit Frankreich und die Eurozone scheitert, oder ob er - ähnlich wie Mitterand - lernt, und zwar rasch lernt. Ansonsten wird es ziemlich ungemütlich - vor allem auch für seine Wähler.
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