Putschgerüchte in FDP überschatten Wahl

6. Mai 2012, 18:22
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FDP-Chef denkt nicht an Rücktritt - Ausgang letzten Umfragen zufolge weitgehend offen

Berlin/Kiel - Putschgerüchte gegen Parteichef Philipp Rösler haben die deutschen Freidemokraten (FDP) in Aufregung versetzt . Nach Informationen des "Spiegels" sollen führende FDP-Politiker bereits ein konkretes Szenario entworfen haben, um Rösler noch in diesem Jahr abzulösen. Rösler habe nicht das Format, die Liberalen in die Bundestagswahl 2013 zu führen, sagte ein Mitglied der Parteispitze dem Magazin.

Wie der Deutschen Presse-Agentur dpa in Rösler direktem Umfeld gesagt wurde, lässt sich der 39-jährige Vizekanzler dadurch nicht beunruhigen. "Rösler denkt absolut nicht an Rückzug." Er werde als Bundesvorsitzender, Vizekanzler und Wirtschaftsminister in der schwarz-gelben Koalition unverändert für solide Sacharbeit und "klare Kante im Regierungshandeln" stehen.

Brüderle als neuer Chef?

Der "Spiegel" berichtete, nach dem Willen von Ministern, Landesvorsitzenden und Präsidiumsmitgliedern solle Fraktionschef Rainer Brüderle den Parteivorsitz übernehmen. Die Führer des Aufstands gegen Rösler kämen aus der Südschiene der FDP, zu der Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zählen.

So könnte auf einer Klausurtagung der Fraktion im Herbst der Druck auf Rösler so erhöht werden, dass dieser aufgeben müsse. "Es ist keine einfache Operation, aber eine notwendige", sagte ein Mitglied der Fraktionsführung dem Magazin. "Bei der nächsten Bundestagswahl geht es um die Existenz der FDP." Brüderle hat jedoch immer wieder betont, dass er für einen Sturz Röslers nicht zu haben sei.

Mehrere Mitglieder der engen Parteiführung sagten am Wochenende der dpa, es sei kontraproduktiv, die FDP jetzt erneut in eine Personaldebatte zu stürzen. Ziehe die Partei an diesem Sonntag in Schleswig-Holstein und am 13. Mai in Nordrhein-Westfalen mit guten Ergebnisse in die Landtage ein, werde dies auch Rösler und die Bundespartei stabilisieren.

Kubicki als "Königsmörder"?

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, in der Partei werde für möglich gehalten, dass der Kieler FDP-Spitzenmann Wolfgang Kubicki die Rolle des Königsmörders übernehmen könnte. Kubicki solle Rösler zum Rücktritt bewegen.  (APA, 06.05.2012)

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    Ex-Generalsekretär Christian Lindner (der in der kommenden Woche als Spitzenkandidat bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen antritt) und sein Chef Philipp Rösler.

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