Chelsea holt Titel im Herzschlagfinale

5. Mai 2012, 20:52
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Am Ende glücklicher 2:1-Sieg für die Blues gegen Liverpool - Carroll mit 1,5 Toren - Drogba und Ramires scorten für Londoner

Der FC Chelsea holte am Samstag den ersten Titel der Saison. Im 131. Finale um den FA Cup bezwangen die Blues den FC Liverpool 2:1 (1:0) und stemmten somit zum vierten Mal in den vergangenen sechs Jahren die älteste Fußball-Trophäe der Welt in die Höhe.

Ausgerechnet der für das Endspiel der Champions League gegen Bayern München (19. Mai) gesperrte Ramires (11.) öffnete Chelsea im Londoner Wembley-Stadion das Tor zum siebten FA-Cup-Sieg. Nach einem Traumkonter über Juan Mata erwischte der Brasilianer, der schon im Halbfinal-Rückspiel der Champions League beim FC Barcelona (2:2) einen enorm wichtigen Treffer erzielt hatte, Reds-Torhüter Pepe Reina im kurzen Eck auf dem falschen Fuß. Didier Drogba (52.) legte nach, ehe Andy Carroll den bis dahin harmlosen Gegner in der 65. Minute wieder heranbrachte.

Chelsea sicher in Europa League

Reina, der am letzten Liverpool-Triumph von 2006 beteiligt gewesen war, sah beim ersten Tor schlecht aus - immerhin war Pool als Sieger des Ligapokals aber schon für die Europa League qualifiziert. Chelsea hat nun auch einen Startplatz für den "kleinen" Europapokal sicher, muss aber höchstwahrscheinlich in München den FC Bayern schlagen, um es in die Königsklasse zu schaffen. In der Liga ist die Chance für den Tabellensechsten äußerst gering.

Der "große" Titel besitzt ohnehin Priorität: "Der Europacup ist es, was jeder bei uns will - die Spieler, die Fans, der Klub", hatte der nigerianische Mittelfeldspieler John Obi Mikel im Vorfeld gesagt.

Chelsea souverän, aber unspektakulär

Im 58. Pflichtspiel der Saison zeigte Chelsea lange keine Schwächen, Liverpool, siebenmaliger Sieger des seit 1871 ausgetragenen Wettbewerbs, schaffte es zunächst nur selten in den gegnerischen Strafraum. Nur unmittelbar nach dem Tor ließ Craig Bellamy die Riesenchance auf den Ausgleich aus - scheiterte mit einem Volley am Block von Branislav Ivanovic. Den ersten Eckball verzeichnete der ehemalige Rekordmeister in der 40. Minute.

Das frühe Tor tat dem sechsten Finale im mit knapp 90.000 Zuschauern ausverkauften neuen Wembley-Stadion zunächst nicht gut. Chelsea, das vorher schnell kombiniert hatte, konnte nun auf "Verwaltungsmodus" umschalten und in bester Bayern-Manier den Ball durch die eigenen Reihen laufen lassen. Liverpool gelang es lange nicht, die Kontrolle zu übernehmen.

Drückend überlegende Reds am Ende

Trainer Kenny Dalglish änderte die Startformation (4-2-3-1) zur Pause (in ein 4-4-2). Das Spiel wurde damit merkbar offener. Wieder ging Chelsea mit der ersten Möglichkeit alles auf. Drogba hatte im Strafraum für einen Moment zu viel Zeit und schoss den Ball zwischen die Beine von Martin Skrtel und ins lange Eck. (52.)

Mit der Einwechslung von Carroll (55.) nahmen die Reds dann aber schnell Fahrt auf. Der viel gescholtene Stürmer zeigte eine hervorragende Leistung, gewann praktisch all seine Zweikämpfe und knallte nach herrlichem Haken gegen John Terry zur Eröffnung einer drückend überlegenen Schlussphase den Ball unter die Latte (65.). Fortan war Liverpool am Drücker.

Der entscheidende Moment des Spiels folgte in der 83. Minute. Andy Carroll kam abermals zu einem Kopfball, eine Riesentat von Petr Cech rettete Chelsea. Kontroversen, ob der Ball hinter der Linie war oder nicht, konnten auch nach mehrmaliger Zeitlupenansicht nicht eindeutig geklärt werden. Computeranalysen im britischen TV zeigten anschließend, dass es wohl eher ein Tor gewesen ist. Chelsea hatte im Halbfinale gegen Tottenham ein ähnlich umstrittenes Tor anerkannt bekommen. Carrolls zählte nicht. Die Blues dürfen deshalb mit breiter Brust ins Saisonfinale gehen. (sid/red, 5.5.2012)

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    Drogba und Ramires schießen Chelsea zum ersten Titel.

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    Der entscheidende Moment: Tor oder nicht von Andy Carroll? Mangels Technologie musste wieder ein Schiedsrichter Unmögliches erraten.

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