Rote Karte, weil Spieler Elfer nicht wollte

5. Mai 2012, 14:56
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Talat Abunima, sein Fünftliga-Team Sandved und ein Lehrbeispiel in Sachen Fairplay, das nicht belohnt wird

Was ist konsequentes Fairplay? Talat Abunima, ein Spieler in der fünften norwegischen Liga, gab bei der Begegnung Sandved gegen Ild ein Lehrstück. Der Sandved-Spieler ging bei einem Lauf in den Strafraum zu Boden und bekam einen Elfmeter zugesprochen. Das Problem: Er war über die eigenen Beine gestolpert. "Das war unheimlich tollpatschig von mir", gab er der Lokalpresse hinterher zu verstehen. Schiedsrichter Nedzad Munjic sah das anders: "Er sieht das völlig falsch, es war ein klarer Elfmeter".

Während so mancher Spieler den Elfmeterpfiff wohl mit Handkuss oder zumindest verschämtem Grinsen genommen hätte, protestierte Abunima gegen die Entscheidung des Schiedsrichters - und bekam dafür die Gelbe Karte. Weil er den Pfiff danach immer noch nicht akzeptieren wollte, zeigte ihm der Referee auch noch die Gelb-Rote Karte.

Damit aber noch nicht genug. Oyvind Svenning, der Spielertrainer von Abunimas Mannschaft, wählte in Folge die Gentlemen-Lösung und verschoss den Penalty absichtlich. Als Konsequenz der Kuriosität nahm Ild einen Spieler freiwillig vom Feld. Zu diesem Zeitpunkt stand es 3:1 für Sandved. Um das Ereignis auf die Spitze zu treiben, erzielte Ild übrigens im Spielverlauf noch den Ausgleich - aus zwei Elfmetern, wovon der letzte durchaus umstritten war. Svenning protestierte dagegen. Schiedsrichter Munjic: "Erst verschießt er absichtlich, dann beschwert er sich, weil das andere Team verwertet. Es ist hoffnungslos".

Die lokalen Ligaverantwortlichen haben Abunimas Rote Karte mittlerweile wieder zurückgenommen. (red, 5.5.2012)

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