Kleine Schritte gegen Lehre-Verbot für Flüchtlinge

"Job-Shadowing" für junge Asylwerber, Sozialministerium: Arbeitserlaubnis wäre kontraproduktiv

Wien - Für Veronika Krainz, Leiterin der NGO Lobby 16, die sich um Bildung und Arbeit für unbegleitete junge Flüchtlinge bemüht, ist es "eine Frage des Menschenrechts". Dass in Österreich Jugendliche und junge Erwachsene, die willens und imstande wären, eine Lehre zu machen oder zu arbeiten, stattdessen zu jahrelangem Warten in Untätigkeit gezwungen sind, widerspreche dem verbrieften Recht auf Arbeit. "Diese jungen Menschen sollten das Recht haben, sich Arbeit oder einen Lehrplatz zu suchen. Ob es gelingt, ist dann eine andere Frage", sagt Krainz.

Tatsächlich sind Asylwerber vom Arbeitsmarkt de facto ausgeschlossen, mit Ausnahme von Saison- und Erntearbeit. Da eine Lehre mit Arbeitsaufnahme verbunden ist, bleibt ihnen auch eine solche versperrt.

Junge Flüchtlinge, die sich oft allein bis nach Österreich durchgeschlagen haben, trifft das besonders hart. Zumal es sogar dann gilt, wenn ein Lehrherr sich einen Asylwerber als Lehrling dezidiert wünscht - so wie im Fall des Kosovaren Amel Demiri (20) im Vorarlberger Sulzberg, der Koch werden will, es aber nicht darf (der Standard berichtete). "Wir dürfen jugendliche Asylwerber nicht betreuen", bestätigt Gerda Challupner, Leiterin des Arbeitsmarktservice (AMS) für Jugendliche in Wien.

Lobby 16 ermöglicht jungen Flüchtlingen Kurzausbildungen

Dieser von Ausschluss geprägten Situation versucht Krainz durch "kleine Schritte" zu entkommen. Nach Gesprächen im AMS Wien gelang es ihr vor zwei Jahren etwa, das Okay für sogenanntes Job-Shadowing zu erwirken: "Jugendliche Flüchtlinge dürfen für zwei Wochen in Berufe hineinschnuppern." Voraussetzung ist eine Firma, die schnuppern lassen will, eine Unfallversicherung, die Lobby 16 bezahlt, sowie, dass die Jugendlichen kein Entgelt bekommen und nicht aktiv mitarbeiten. Bisher haben 20 Burschen und Mädchen von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Lobby 16 finanziert jungen Asylwerbern außerdem durch Sponsorengelder aus Industrie und Wirtschaft Kurzsausbildungen, etwa als Pflegehelfer. Daran kann ein Volontariat von maximal drei Monaten im Jahr anschließen.

Entgelt für die Flüchtlinge: 100 Euro monatlich, bezahlt von der NGO. Mehr "Zuverdienst" hätte eine Schmälerung der Grundversorgungsleistung zur Folge. Laut Krainz könnten "einjährige Arbeits- oder Beschäftigungsbewilligungen, solange das - idealerweise dann stark beschleunigte - Asylverfahren läuft" Verbesserung bringen. Doch im Sozialministerium meint ein Experte: "80 Prozent der Asylverfahren enden negativ. Asylwerbern angesichts dessen eine Arbeitserlaubnis zu geben wäre kontraproduktiv." (Irene Brickner, DER STANDARD, 5./6.5.2012)

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Anerkannte Flüchtlinge

haben natürlich freien Zugang zum Arbeitsmarkt wie alle Inländer und EU-Staatsbürger.
Wenn sie Flüchtlinge sind, dürfen sie das arbeiten, was sie wollen. Sind sie keine Flüchtlinge, gibts das Rückfahrtsticket.
Hat wohl keinen Sinn, einem Asylwerber eine Lehre beginnen zu lassen, wenn die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, daß er eh bald heimfahren muß. Da würde erst wieder geschrien.

Was soll das ganze Theater?

Ich dachte wir haben Fachkräftemangel und müssen diese einbürgern?
Jetzt haben wir auf einmal ungebildete Asylanten hier und sollen die auch noch ausbilden lassen auf unsere Kosten natürlich?
Wir haben ja unter den Einheimischen NULL Jugendarbeitslosigkeit???

Mich kotzt das ganze Gejammere um die Ausländer (migranten und Asylwerber) schön langsam an!!!

Die kleinste Hierachie in einem Staat ist die Familie, da fängt die Veränderung an und geht bis oben.
Solange im eigenen Staat so gut wie NIX funktioniert, mache ich mir über Ausländer und Migranten absolut keine Gedanken.
Ganz nach dem Motto "zuerst vor der eigenen Haustür kehren".
Wenn das dann passt, kann man mit mir auch über derartiges reden - vorher "no chance".

Sie haben doch keine Ahnung, wie es ist, wenn in einem Staat wirklich NIX mehr funktioniert! Im Gegensatz dazu haben die Menschen, für die Sie offensichtlich kein bisschen Mitgefühl zu haben scheinen, eine nur allzu gute Vorstellung davon. Vielleicht sollten wir aufhören, den äußeren Rand unserer Türmatte als Grenze unseres Horizonts anzusehen und uns mal umschauen in der Welt, um uns bewusst zu machen, was wirkliche Probleme tatsächlich sind.
Ich wünsche Ihnen, dass sie erkennen, wie glücklich Sie sich als Österreicher schätzen können und aufhören, den Menschen, die nicht dieses Glück haben, die Daseinsberechtigung abzuerkennen.

Zergeht einfach auf der Zunge

Tatsächlich sind Asylwerber vom Arbeitsmarkt de facto ausgeschlossen, mit Ausnahme von Saison- und Erntearbeit. Da eine Lehre mit Arbeitsaufnahme verbunden ist, bleibt ihnen auch eine solche versperrt.

Die sind vom Arbeitsmarkt ausgenommen?
Was ist dann mit Ernte"arbeit"?
Eine Lehre ist mit Arbeitsaufnahme verbunden - na geh.
Und Ernte"arbeit"? ist ein Hobby?

Im letzten Satz steht der Grund...

warum es keinen Sinn macht:
80% werden negativ entschieden...
Es ist natürlich schade, dass die Betroffenen und deren Helfer das nicht begreifen.

Die Zahl sagt nichts aus, da es keine Hintergründe gibt, woher die Zahl stammt. Wer, wieso, abgelehnt wurde etc. Es ist genauso wertvoll, wenn ich sage: "80% der Menschen in meiner Umgebung sind miese Autofahrer, nur um dann festzustellen - die 20 Leute haben nämlich bei der Führerscheinprüfung mehrfach versagt".

selbstverständlich sagt die Zahl aus "wieso" abgelehnt wurde.

weil KEIN Asylgrund vorlag. Was sonst? Auch wenn Ihnen das nicht gefällt, die Frage, weshalb abgelehtn wurde, ist eindeutig geklärt.

.. und der Artikel sagt

noch weniger als nichts aus.

Tja

Ignoranz und Realitätsverlust fordern ihren Tribut!

Das abstruseste an diesem absoluten Arbeitsverbot ist, dass es eine Ausnahme für Prostituierte gibt. Diesen Zynismus muss sich ein Gesetzgeber mal erlauben können. Aber in Österreich ist das natürlich durchaus möglich.

Das ist ein hartnäckiges Gerücht. Selbständige Erwerbsstätigkeit ist generell ausgenommen.

danke, endlich mal einer, der das verstanden hat...

Kein Flüchtling

sondern ein Asylwerber - damit fangen die Halbwahrheiten schon an.

Und okay, es muss uns nur bewusst sein,d as wenn wir Arbeitserlaubnis für Asylwerber geben, praktisch jeder Arbeitserlaubnis bekommen wird. Einmal Asyl rufen - 6 Monate Arbeitserlaubnis MInimum.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte,Artikel 23:

1. Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.

und liebe FPÖ-Trolle, gelten Menschenrechte auch für "illegale" Menschen?

lol... gross oberlehrern und keine ahnung haben...

menschenrechte gelten nicht uneingeschränkt... einfach mal einen kommentar in die hand nehmen...

zuerst informieren und dann schlaumeiern....

Bin als Tourist schon viel in der Welt herumgekommen,

aber über dieses Privileg wurde ich nirgends informiert....

geh Wastl

dieses Recht haben sie doch ... nur eben zu Hause, das ist doch nicht so schwer zu verstehen ...

Ich möcht auch gern eine arbeit auf hawaii haben - aber die faseln immer irgendwas von "work-permit" oder so. Richtig gemeine rechtsradikale sind das!!

Gilt dieses Menschenrecht auf Arbeit auch für Touristen, denen kurzfristig das Geld ausgegangen ist?

Sagen's das bitte den Amis und den Australiern...

...die wollen mich nicht arbeiten lassen!

Geh Wasti,....

sei ned a so!

Und was ist mit MEINEN Grundrechten?

inwieweit wird dein Menschenrecht geschädigt, wenn ein Asylwerber arbeiten geht?
dein Recht drauf, Asylwerber als Schmarotzer zu beschimpfen?

was

Sie als Hiesiger alles wollen...

es kann

keine arbeitserlaubnis geben, wenn es keine aufensthaltserlaubnis gibt.

es gibt aufenthaltserlaubnis mit rwr card oder anerkennung des asylantenstatus.

es wäre natürlich eine wunschvorstellung der ngos wenn man rechte abgekoppelt von der aufenthaltserlaubnis vergeben würde.

dann kann man ping pong spielen

hat arbeitserlaubnis....werden die ngos argumentieren, solange er arbeiten darf, darf er trotz x maligen negativen asylbescheides nicht abgeschoben werden

und wenn die arbeitserlaubnis abläuft wollen die ngüos´dass die wieder verlängert wird, solange der 100. einspruch nicht abgearbeitet wurde.

und wenn ma das 8 jahre lang gemacht haben, dann argumentierens, dass er ja integriert sei und net abgeschoben werden darf.

SO NICHT

und warum nicht?

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