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Wenn die traditionellen Parteien ihren Kredit verspielt haben, dann kommen die extremistischen Gruppen. Manchmal von der extremen Linken, im heutigen Europa eher von der extremen Rechten. In Griechenland erwartet man, dass an diesem Sonntag die Linksextremen und die Rechtsextremen zulegen werden. In Frankreich hat die extreme Rechte unter Marine Le Pen ihre 18-Prozent-Stärke schon im ersten Wahlgang gezeigt.
Nun könnte man über die Lernunfähigkeit und/oder Geschichtslosigkeit der Wähler in Europa philosophieren. Nationalsozialismus und Kommunismus sind gründlich diskreditiert. Trotzdem werden in Europa immer wieder Parteien stark, vor allem auf der extremen Rechten, die ihre Inhalte und Programme abgeschwächt, aber im Kern erkennbar, aus der Vergangenheit ableiten: Le Pens Front national, Geert Wilders' Freiheitspartei, Vlaams Belang in Belgien, Orbán in Ungarn, die FPÖ in Österreich.
Es seien Protestwähler, versichert man uns beschwichtigend, und sie meinten es gar nicht so. Das wird schon stimmen, zumindest für die Mehrzahl der Extrem-Wähler. Man sollte trotzdem meinen, dass sie in der Lage wären, zu erkennen, dass diese Parteien nichts besser, sondern alles schlechter machen würden. Scheint aber nicht der Fall zu sein. Oder, auch das ist denkbar, die Wähler wissen ziemlich genau, was sie sich da einhandeln, es ist ihnen aber wurscht. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 5./6.5.2012)
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Über die Kommentare von Hans Rauscher im derStandard habe ich schon öfters gewettert. Heute ist es wieder Zeit. Denn im derStandard ist nach der Griechenland Wahl klar angesagt: Ja nicht zulassen dass sich ÖsterreicherInnen mit GriechInnen solidarisieren.
http://wutimbauch.wordpress.com/2012/05/1... mit-dabei/
WO, bitteschön, gibt es eine linksextreme Partei, die von einer zweistelligprozentigen Gruppe gewählt wird, oder gar z.B. aktuell zweitstärkste Partei sein soll???
WO!!!
Angesichts der Realität dürfen die Herren Kommentatoren gerne auf das Rechts=Links-Gendern verzichten.
Danke.
1) Linksextremismus: Was soll das im heutigen Europa sein? Wer vertritt etwa, dass eine kommunisitische Diktatur errichtet werden soll?
2) Der reale Rechtsextremismus, eine menschenverachtende, asoziale, bildungsfeindliche und wirtschaftsschädliche Klassenpolitik ist Inhalt der Programme fast jeder selbsternannten "konservativen", "bürgerlichen", "liberalen" Partei.
3) Jede Form von geistiger und physischer Gewaltttätigkeit wird durch diesen realen Rechtsextremismus befördert.
4) Das Grundproblem ist, wie immer, dass RAU sich von der Grundannahme lösen müsste, die ÖVP würde sich innerhalb des Verfassungsbogens befinden. Er müsste schließen, dass Österreich ein grundsätzliches Problem hat.
unsicherheiten und (geschürte) ängste zunehmen, entsteht eine ausfransung nach rechts und links, ins extreme und eine aufsplitterung in mehr parteien.
das ist aber eben ein demokratischer prozess, so sehr er einem teil der kritischen wählerschaft nicht schmecken mag.
ausserdem wird eine vielzahl von "wurschtigen" nichtwähler.
dass man einem haufen politischer scheisse - wo immer man ihn vermutet - nicht paroli bieten kann, indem man daneben einen noch grösseren batzen absondert, haben die regierungsparteien noch nicht ganz begriffen.
es kann aber auch durchaus sein, dass sich ein teil zur fpö hin bewegt - zum beispiel nur in umfragen - um den leidensdruck auf spö und övp zu erhöhen.
tritt reformwille ein, ist am wahltag belohnung.
Wieder mal will uns der liberale Hansi einreden, dass "Linksextrem und die Rechtsextrem" das eh gleiche sei und das einzige Wohl im zügellosen Kapitalismus liegt.
Dass genau darin die Ursache für die Unzufriedenheit und das Wahlverhalten liegt, will oder kann er leider nicht sehen.
viele empfinden einfach die klassischen "gemäßigten" parteien als unwählbar. für mich z.b. ist (zumindest bei nationalratswahlen) eine stimme für spö oder övp seit jahren definitiv ausgeschlossen. und wenn ich (so wie jetzt) mit den grünen unzufrieden bin, kann's durchaus sein, daß ich bei der nächsten wahl irgendwas weit linkes wähle, weil auch meine wut mittlerweile recht groß ist. die traditionellen parteien vertreten alle einen neoliberalen einheitsbrei.
vor allem im letzten satz: es ist ihnen wurscht. ja! denn die menschen empfinden sich durch SPÖVP (oder gar G) nicht besser vertreten und wählen lieber eine möglichkeit des aufbrechens der rotschwarzen.
die frage nach den ursachen kann jeder der fay, gusi, spindi und schüssel bewusst erlebt hat leicht beantworten.
erst auf den richtigen erkenntnissen basierend und die wähler nicht pauschal als 'dumm' deklarierend können präventive maßnahmen erdacht werden:
HC verhindern kann nur durch eine grundlegend erneuerte SP / VP geschehen. auch die grünen müssen ihr genderndes, autoritäres, autofeindliches image sofort begraben.
nicht sehr wahrscheinlich, aber die einzige möglichkeit.
...dass es keine wählbaren, gemäßigten Parteien mehr gibt.
In Österreich zB gibt es als nicht-extremistische Partei ohne Regierungsbeteiligung gerademal die Grünen, und die zeigen bei jeder Gelegenheit, dass sie die Probleme der Menschen außerhalb von Boboville einen Dreck interessieren, solange sie keinen Migrationshintergrund haben.
taxfrei ins rechtsextremistische Eckerl stellen, ist verwegen. Eigentlich würde ich diesen Leuten Lernfähigkeit attestieren - ähnlich den seinerzeitigen Euro-Kommunisten, die ihre Parteien, oder Teile davon, vom Stalinismus säuberten und in das demokratische Spektrum führten. Und ein Gutteil der von den Neuen Rechten thematisierten Problemen, brennt nicht nur xenophoben Bürgern unter den Nägeln, lässt aber die PC-Wächter sofort zur Rassismuskeule greifen, wenn man nur flüchtig daran anstreift. Griechenland ist ein übler Sonderfall, aber wenn anderswo die Rechte erstarkt, hat das weniger mit mangelnder Lernfähigkeit denn mit der Ausblendung von Realität durch die Etablierten zu tun.
Mag schon sein, dass die etablierten Parteien Teile einer unangehmen und heiklen Realität mangels möglicher Antworten ausblenden; die rechten Parteien sprechen dies auch lautstark an und präsentieren uns gleichzeitig auch ihre Lösungen, die jedoch, gemessen am Ganzen, ebenso realtiätsfremd sind, wie die selbstgewählte Starre der Etablierten.
Lernfähigkeit würde ich keiner einzigen politischen Gruppe attestieren, weder den Linken, noch den Rechten; auf diese Polit-Machos, auf beiden Seiten des politischen Spektrums, kann ich gerne verzichten, die braucht letztlich kein Mensch.
Und deshalb kommen wir zu meinem Schluss:
Die grünlichen Parteien produzieren Xenophobie, weil sie jede Diskussion über das Thema Migration verhindern.
Damit sind sie mindestens genauso gefährlich, wie recht Wappler, die ohnehin kaum jemand wählen würde, wären sie nicht die einzigen, die unkorrekte Theman ansprechen.
dennoch werden wieder nur die rechten aufgezaehlt.
die kennen wir alle schon zur genuege, dank eurer berichterstattung.
wieso werden nicht die linksextremen parteien auch genannt?
wieso werden die rechten aufgezaehlten parteien auf jeden fall alles schlechter machen?
da stehn ja ueberhaupt keine argumente...
Wo bitte gibt's in Europa linksextreme Parteien in Regierungen oder im den Parlamenten? Wo?
"Wieso werden die rechten Parteien auf jeden Fall alles schlechter machen?"
Ist das eine rhetorische Frage? Falls nein, dann blicken sie bitte z.B. mal gen Osten, nach Ungarn, und beobachten sie dort die politischen Veränderungen seit die Fidez an der Macht ist.
Sie brauchen Argumente? Sie brauchen nur die Zeitungen lesen, was dort los ist. Die möglichen Antworten der Rechten in diversen einschlägigen Blättern und Blogs sind leicht einzusehen; falls Sie diesen Inhalten zustimmen, erübrigen sich Ihre Fragen ...
Die Medien üben sich viel zu oft in der Rolle der - auch mangelhaft informierten - Jubelperser, anstatt nachzuhaken.
Wenn das alltäglich Erlebte von Menschen nicht mehr zum offiziell verkündeten Lebensgefühl paßt, dann entsteht eine Schieflage. Parteien, die Unbehagen in Worte fassen, werden dann von Leuten dankbar gewählt. "Endlich versteht mich einer" und so.
Aber: Wer hat die Menschen denn in die rechte Ecke getrieben? Für mich die, die sich im Schönfärben geübt haben, und das lange.
Nur ein ganz kleines Beispiel:
"Der Euro ist kein Teuro. O nein. Alles übertrieben."
Wir Unterläufeln wissen, daß wir zB in der Gastronomie oft das Doppelte zahlen als vor 2002.
Aber wer von uns verdient heute das Doppelte von 2002?
Eben.
Seit Jahrzehnten finden in Europa Umwälzungen statt, die von allen mitgetragen werden müssen, die man sich allerdings tunlichst NICHT an irgendeiner Wahlurne absegnen läßt.
Die Liste würde meine Zeichenvorgabe sprengen.
Viel davon hat mit der EU zu tun, die auch deshalb an einem Legitimitätsproblem kiefelt.
Was sich die Köpfe der Wirtschaft für die Untertanen ausgedacht haben (siehe "The Brussels Business"), wurde meist hinter verschlossenen Türen von willfährigen Regierungen (und nachher heißt's dann zum eigenen Volk: "Wir konnten nicht anders!") abgesegnet.
Das Volk wurde zu gar nichts befragt. Aber es murrt.
Wenn dann - leider meist die Rechten - das laut sagen, was eh die meisten denken, dann werden sie gewählt. Eigentor.
Und nach dem "Ende mit Schrecken", was käme für Österreich danach? Hat darüber schon wer nachgedacht? Glaubt irgendwer, die Blaunen würdens besser machen? Die würden uns nur noch den Rest geben. Die haben sich keine Verhaltensregeln "gegeben" und werden es auch nicht.
Dann gibt es nur noch eine klassische Führerpartei (auf einen Anführer zugeschnitten, dem alle gehorchen), die Ihnen und uns allen erklärt, was „die Menschen in diesem Land”, „die anständigen und fleißigen Österreicherinnen und Österreicher” wollen, zu tun haben oder „sicher nicht brauchen in diesem Land”. Widerspruch können Sie sich dann abschminken, Kritik auch, diskutieren und Beschlüsse fassen tun andere für Sie.
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