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Europas Ohnmacht im Umgang mit der Wirtschaftskrise wird in Andalusien augenscheinlich. In der südlichsten Region Spaniens sind 31,2 Prozent der Bevölkerung arbeitslos. Nach dem Platzen der Immobilienblase wandert die Industrie ab. Einige neue Jobs entstehen in den Hotels und Souvenirläden der Costa del Sol. Meer und Sonne ziehen eben immer, werden das Problem der Rekordarbeitslosigkeit aber nicht lösen können.
Diese Einsicht setzt sich langsam in der EU durch, weshalb Politiker von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel abwärts einen Wachstumspakt für Europa fordern. Doch die aktuellen Vorschläge werden die Krise kaum lindern. Merkel will eine Schmalspurvariante: Sie möchte der Europäischen Investitionsbank mehr Geld für Unternehmenskredite geben und plädiert für mehr Flexibilität am Jobmarkt. Zugleich sollen die von der Arbeitslosigkeit am härtesten getroffenen Länder Spanien, Portugal und Griechenland Lohnkosten senken, um wettbewerbsfähiger zu werden.
Diese Strategie verkennt einen Teil des Problems. Griechenland, Portugal und Spanien sind der EU in den 80er-Jahren als Billiglohnländer beigetreten. Ihre Wirtschaft erstarkte dank ihres Konkurrenzvorteils. Mit der Osterweiterung wurden Polen, die Slowakei und Rumänien zu Europas Billigproduzenten. Die Lohnkosten in Lissabon werden nicht auf das Niveau in Bratislava sinken. Das heißt nicht, dass die Osterweiterung falsch war. Aber die Reindustrialisierung, mit der die Wirtschaft des Südens belebt werden könnte, wird nicht gelingen. Damit ist auch das Gerede von mehr Flexibilität am Jobmarkt sinnlos.
Notwendig wäre die Schaffung neuer Nischen, ein Marshallplan 2.0. Ziel des ersten Marshallplans war die Belebung der kriegszerstörten Produktion in Europa. In der Neuauflage müsste es um die Stärkung der wissensbasierten Ökonomie gehen. Die Ausgaben für Forschung und Bildung müssen steigen. Europa hat dafür sogar Pläne ("Europa 2020"), in der Krise sind sie in der Schublade gelandet.
Ziel der EU ist es, die Forschungsausgaben auf drei Prozent des BIPs zu heben. In Spanien liegt die Quote bei 1,4 Prozent, in Griechenland ist sie sogar unter einem Prozent. Das zu ändern muss Priorität werden. Die Krisenländer, vor allem wenn man noch Italien in diese Gleichung aufnimmt, werden dafür hunderte Milliarden Euro und damit die Unterstützung des Nordens brauchen. Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum hat seine Vorteile - und einen Preis. (András Szigetvari, DER STANDARD, 5.5./6.5.2012)
Hätten die Arbeitslosen dieselbe Lobby wie die Finanzindustrie, Europa wäre einige Schritte weiter
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wie können nach 60 jahre frieden und stabilität alle bankrott sein? irgendwo muss das erarbeitete ja sein - in der mittelschicht (so schlecht stehen wir ja noch nicht da, siehe die shoppingcentren und -meilen jedes wochenende) und erst recht oben und ganz oben.
man muss halt versuchen, gelder aus finanzcasinospielen in produktivere bereiche der wirtschaft umzuleiten
Es zeigt sich immer wieder, dass es Ländern mit einer starken, produzierenden Industrie am besten geht. Die Europäische Union hat einen sehr schweren Fehler gemacht, wie es beschloss die produzierende Industrie nach Asien auszulagern und Abkommen zu vereinbaren, die den Import dieser Güter zollfrei möglich macht. Nun sind die Chinesen "reich" und die EU verarmt zusehends.
Einzige Hilfe wäre ein überdenken dieser neoliberalen Merkel/Sarkozy-Politik, die nur noch von den Interessen des "Ackermann"-Finanzsektors gelenkt wird und die Demokratie gefährdet mit Botschaften, "wenn ein anderer als Sarkozy kommt, dann geht es euch schlecht". Wenn Merkel und Sarkozy bleiben, wird es uns ganz sicher weiterhin schlecht gehen!
stimmt prinzipiell - allerdings kann bei unserem stand der automatisierung und produktivität auch nur eine bestimmte anzahl von ländern eine starke industrie haben. bzw. muss diese wertschöpfung auch irgendwie so vielen wie möglich zu gute kommen, nicht hauptsächlich den shareholdern. also auch anständige entlohnung von zeitarbeitern, z.b.
und natürlich steht die deutsche industrie einfach auch deshalb gut da, weil das boomende china deutsche maschinen kauft. die verlagerung mancher industrien hat nicht nur verlierer gebracht
Den Fehler hat nicht "die Europäische Union" gemacht, sondern der private Markt - also eben die Invetoren und Konzernchefs. Letztendlich war es von Anfang klar: Wenn haufenweise Geld aufgrund von Investitionen und Konsum abfliesst, wird es irgendwann mal Probleme geben. Diese Probleme lassen sich durch gegenseitiges Haareschneiden und Kaffee servieren eben nicht ausgleichen.
denn wenn Guthaben so groß werden, daß aus ihnen eine demokratisch unkontrollierte Macht entsteht, die größer ist als die Macht demokratisch gewählter und demokratisch kontrollierter (!) Regierungen, liegt unzweifelhaft eine Demokratiekrise vor.
In hierarchischen Gesellschaften werden ohnmächtige Schichten immer in Hörgkeit, oft in Armut anzufinden sein. Rationalisierte Produktion macht abermillionen Menschen überflüssig, ohne demokratische Einflußmöglichkeit werden diese qua Hunger verschwinden, da sie den quasi allmächtigen Reichen nicht nütze sind.
Entweder es gelingt, wirtschaftliche Macht unter demokratische Kontrolle zu stellen, oder unsere Zivilsation versinkt in Barbarei.
"Wachstumsphrasen" sind Augenwischerei.
Der Mittelmeerraum ist im 17. und 18. Jh. in nahezu jedem Bereich vollkommen zurückgefallen. Sämtliche entscheidenden Neuerungen auf wirtschaftlichem und wissenschaftlich-technischem Gebiet stammten seither aus dem protestantischen Teilen Europas oder solchen Gebieten, die den Protestantismus direkt vor Augen hatten und sich fortwährend an ihm abarbeiten mussten. Es hat gute Gründe, warum die Welt heute Englisch spricht oder warum ein geeintes Deutschland nach 1871 das katholische Frankreich völlig deklassiert hat und nach der europäischen Hegemonie greifen konnte. Es käme einer Kulturrevolution gleich, wollte man den Mittelmeerraum in der Forschung und Entwicklung führend machen. Die Geschichte der letzten 400 Jahre spricht dagegen
Versuche einmal eine andere Sprache zu lernen, z.B. spanisch; dann weißt warum englisch weit verbreitet ist.
Nebenbei: "die Welt" spricht NICHT englisch, sondern chinesisch.....zumindest der Anzahl der diese Sprache sprechenden Menschen.
Man betrachte die Unterschiede zwischen dem wohlhabenden Nordamerika und dem armen Lateinamerika. Als im protestantischen Nordamerika die mächstigste Nation der Welt heranwuchs, wuchs in Lateinamerika gleichzeitig nur das Chaos. Der Erfolg Nordamerikas basiert auf Rechtsstaat und einer protestantischen Arbeitsethik, im katholischen Lateinamerika gab es dagegen nicht einmal garantierte Eigentumsrechte.
Der Sieg des Protestantismus gegenüber dem Katholizismus ist historisch ubiquitär. GB vertreibt Frankreich aus Nordamerika und Indien, Nordamerika lässt Lateinamerika weit hinter sich, Preußen vertreibt Österreich aus Deutschland, Preußen-Deutschland deklassiert Frankreich und heute sind die reichsten EU-Staaten zumeist protestantisch usw.
Na ja, ganz recht geben kann ich Ihnen nicht. Wenn Sie sich diese Karte ansehen http://ec.europa.eu/regional_... .cfm?id=77
dann hat das mit Religion nicht viel zu tun. Mit Arbeitsethos allerdings schon. Die Karte kann man leicht vergleichen mit Karten vom Spätmittelalter weg, die zeigen, wo es frühe Zentralisierung der Macht gegeben hat und wo es lange Dezentralisierung der Macht gegeben hat (Osteuropa mal ausgenommen) und daher starke selbstverwaltete Städte mit starkem Bürgertum. Und das sollte einem eher zu denken geben. Wie sollte denn der Marshallplan aussehen? Klingt nämlich sehr generalstabsmässig. LG Fritz Moser, www.thebrusselsbusiness.eu
Die Forschungsausgaben, deren Relevanz in 10 oder 20 Jahren sich niederschlägt, jetzt als die Lösung zu veranschlagen ist ein Wahnwitz.
Die Lösungen liegen auf der Hand. Aber ein gewisser allgemeiner Verblendungszusammenhang scheint alles zu verhindern. Um was geht es:
1. EZB-Politik muss geändert werden.
2. Vermögenssteuer plus Transaktionssteuer massiv.
3. Mit diesen Mitteln Marshallplan für Europa (d.h. Investiotionen in grüne Technologien).
3. Gemeinsames Inflationsziel muss eingehalten werden, d.h. Lohnerhöhungen im Norden
4. Gemeinsame Garantien für gemeinsame Schulden
5. Abkoppelung der Finanzierung der Staaten von den Finanzmärkten
6. Zins unter die Wachstumsrate
7. Regulierung des Ölpreises
8. Regulierung der Wechselkurse
Usw.
das bisherige rezept ist wahnwitz. wenn die löhne und einkommen von 99% der bevölkerung weiter gedrückt werden, hilft das nur den gewinnen von 1% finanzinindustrie (FI), das offensichtlich gewillt ist, in wahnsinnskrieg zu invetsieren, wie bisher immer in ihrer geschichte, wenn ihr geldstau implodiert.
die wirtschaft kann nur durch eine restabilisierung der allgemeinen kaufkraft saniert werden. das ist die organische und friedliche alternative zum schnellen geld durch krieg, das sich im nachhinein immer als giftig erwieden hat.
http://orf.at/stories/2106782/
BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN für alle.
das bisherige rezept ist wahnwitz. wenn die löhne und einkommen von 99% der bevölkerung weiter gedrückt werden, hilft das nur den gewinnen von 1% finanzinindustrie (FI), das offensichtlich gewillt ist, in wahnsinnskrieg zu invetsieren, wie bisher immer in ihrer geschichte, wenn ihr geldstau implodiert.
die wirtschaft kann nur durch eine restabilisierung der allgemeinen kaufkraft saniert werden. das ist die organische und friedliche alternative zum schnellen geld durch krieg, das sich im nachhinein immer als giftig erwieden hat.
http://orf.at/stories/2106782/
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