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Die politische Heimat von François Hollande ist das ländliche Departement Corrèze am westlichen Rand des Zentralmassivs. Hier nennen ihn alle, auch seine Gegner, ganz einfach beim Vornamen. Ein Lokalaugenschein.
"François est comme ça", sagt der Clochard mit den großen Lücken im Gebiss und reckt den Daumen in die Höhe. Soll heißen: Hollande ist ein toller Kerl. "Ich sehe ihn öfters am Samstagsmarkt. Einmal hat er mir auf die Schulter geklopft", führt René weiter aus. "Hollande ist gut zu den kleinen Leuten, auch zu den Behinderten. Und er wird sich nicht von Angela Merkel gängeln lassen."
Hier in Tulle, am Rand des Zen tralmassivs, nennen ihn alle "François", obwohl Hollande (57) hoch über der Stadt herrscht: Der frühere Bürgermeister ist seit 2008 Präsident des Departements Corrèze, und dessen imposantes Ratsgebäude thront über der ganzen, in eine enge Flussbiegung gezwängten Stadt. In Tulle hat der Sozialist im ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen 56 Prozent der Stimmen erhalten. "Und das nicht nur wegen seiner Politik, sondern auch wegen seiner Person", schwärmt Josiane Tour, Hollandes frühere rechte Hand im Rathaus. "François ist umgänglich, er hat einen schlagfertigen Humor. Und in den sieben Jahren an seiner Seite habe ich ihn nie wütend erlebt."
Und dennoch ist vom Menschen Hollande wenig zu spüren. Tour räumt ein, "François" spreche nie über sein Privatleben, behalte seine Gefühle für sich. Anders als Nicolas Sarkozy? "Die beiden sind wie Tag und Nacht. François ist bescheiden, Geld interessiert ihn nicht. Er blufft nie und wird deshalb unterschätzt. Zudem sucht er die Leute nicht zu spalten, was Sarkozy ständig tut."
Selbst Nicolas, ein junger Landwirt, der für Sarkozy im strömenden Regen Plakate aufhängt, hält Hollande für "nett und gesellig". Zugleich dulde der Sozialist po litisch aber keinen Widerspruch. "Hollande hat das Budget des Departements seit 2008 um 40 Prozent erhöht. In all den Jahren hat er nur eine Firma mit 300 Arbeitsplätzen in die Corrèze geholt. So einem Politiker kann man nicht das ganze Land anvertrauen."
Der Lokalchef der bürgerlichen Partei UMP, Michel Paillassou, wirft Hollande vor, er lege sich nie fest und drücke sich um Entscheidungen. Der Lokaljournalist Jean-Paul Valadour, Redakteur des linken Echo de Tulle, stimmt zu: "Politisch ist Hollande links, klar links. Er ist kein Revolutionär; er geht pragmatisch zur Sache, aber er stützt sich hier nicht auf die politische Mitte, sondern auf die Linksfront und die Grünen. Hollande geht den Konflikten aus dem Weg, er sucht nie die Konfrontation", resümiert Valadour, der seit 30 Jahren die Lokalpolitik von Tulle verfolgt. "Aber er hat eine klare politische Linie, und die zieht er auch durch."
Ebenso zäh und zielstrebig habe Hollande seine Karriere geplant. Der aus der Normandie stammende Arztsohn sei von François Mitterrand 1981 in die Corrèze geschickt worden, um dort zu lernen, wie man sich gegen politische Größen wie Jacques Chirac behauptet, meint der Journalist. "Aber auch wenn er einige Lokalwahlen verlor und öfters ‚auf dem Boden des Suppenkessels landete‘, wie wir hier sagen, blieb Hollande sich und der Corrèze stets treu." Und im Unterschied zu Chirac, dem vormaligen Abgeordneten und späteren Staatspräsidenten, habe er nie zu faulen Tricks gegriffen oder Klientelismus betrieben, analysiert Valadour, der noch nie über Hollande betreffende Affären berichten musste.
Ein politischer Saubermann also: Da erstaunt es fast, dass in Tulle keine Begeisterung für Hollande zu spüren ist. "Er wird die Kassen auch nicht über Nacht wieder füllen", meint eine Rentnerin vor der einfachen Stadtwohnung, in welcher Hollande bei seinen Besuchen in Tulle absteigt. Laetitia, eine Mittelschülerin, sagt: "Wenn ich ihn auf dem Markt sehe, habe ich das Gefühl, François ist einer von uns. Da fällt es schwer, in ihm einen Staatschef im Élysée-Palast zu sehen."
Selbst Wahlplakate sind in Tulle kaum zu sehen. Das aber auch, weil Hollandes Anhänger anders Wahlkampf machen: nämlich von Tür zu Tür. In der Altstadt klappern zwei Jugendliche in roten Hollande-Windjacken die Häuser ab. "Einzelne Leute sagen uns, sie hätten erstmals direkten Kontakt mit der Politik", erzählt die Uhrmacherin Jennifer (26). "Sie stecken so tief in der Krise, dass sie gar nicht ans Wählen denken." Mit ihrem Freund Jimmy (36) hat sie an 2000 Türen geklopft; landesweit will Hollande fünf Millionen Haushalte erreichen - ein Fünftel des ganzen Landes.
"Wir reden praktisch nur über die Arbeitslosigkeit und die grassierende Schwierigkeit der Leute, die Rechnungen am Ende des Monats zu zahlen", berichtet Jimmy, hauptberuflich Rechtsanwalt. "Wir sagen ihnen, Hollande wolle auf EU-Ebene Wachstumsmaßnahmen durchsetzen, um die Sparpolitik der Rechten zu durchbrechen."
Kommt denn Hollandes Einsatz für die Corrèze nicht zur Sprache? "Das ist für uns kein Thema", winkt Jennifer ab. "Ein Präsidentschaftskandidat tritt nicht als Lokalpolitiker an." (Stefan Brändle aus Tulle /DER STANDARD, 5.5.2012)
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naja, ein rather dangerous man...
http://tinyurl.com/bunz43d
Auch die Franzosen sind nicht vor Schwachsinn gefeit....
Keine dieser grinsenden Konzern-Marionetten ist "Einer von uns". Die Grinsen und Händeschütteln nur solange, bis sie in der Postition sins das gemeine Volk weiter zu unterdrücken - für ihre Herren und Meister, die mit Dollarnote und Peitsche wedeln
Sie halten es für vernünftig eine Schuldenkrise mit noch mehr Schulden zu bekämpfen?
Und Sie glauben tatsächlich, dass die Sanierung Europas der erste Sanierungsfall der Menschheitsgeschichte sein wird, der ohne Schmerzen ablaufen kann?
Ja, da sage ich nur - gratuliere....
ähnlich der Situation wie sie Roosevelt 1930 vorfand. Beim kommenden Zusammenbruch des Eurosystems kann er die Folgen nur noch weitgehend mildern bzw. den neoliberalen Scheixxhaufen den die Berliner Marktgläubigen ihm beschert haben zusammenkehren.Ein neues internationales Bretton Woods organisieren, die unglaublichen
Privilegien des privaten Bankensektors bei der Finanzierung öffentlicher Schulden
beseitigen, frontal gegen Steuerparadiese vorgehen und vehement gegen Arbeitslosigkeit und Armutseinkommen ankämpfen. Er ist nicht zu beneiden um diese Aufgabe.
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