Seyla Benhabib erhält Leopold-Lucas-Preis

4. Mai 2012, 17:15
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Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert

Tübingen - Der mit 50.000 Euro dotierte Leopold-Lucas-Preis geht in diesem Jahr an die amerikanische Politikwissenschafterin und Philosophin Seyla Benhabib. Die Auszeichnung der Universität Tübingen ist einer der höchstdotierten Preise für Geisteswissenschafter in Deutschland. Benhabib erhalte den Preis in Würdigung ihrer klaren Analysen des Spannungsfeldes zwischen globalisierter Welt und souveränen Demokratien, teilte die Universität am Freitag mit.

Benhabib stammt aus einer sephardisch-jüdischen Familie. Geboren wurde sie 1950 in Istanbul. Seit 2001 lehrt sie Politische Wissenschaft und Philosophie an der Yale University in den USA. Den Preis erhält sie am 7. Mai. Das politische Denken Benhabibs stelle sich vor allem den Widersprüchen und Konflikten, die sich aus der Globalisierung für die politische Kultur liberaler Demokratien ergeben.

Der Leopold-Lucas-Preis wird jährlich für Leistungen auf dem Gebiet der Theologie, der Geistesgeschichte und der Philosophie verliehen. Er erinnert an den jüdischen Religionswissenschafter Leopold Lucas, der in Tübingen promovierte und im Konzentrationslager Theresienstadt umgebracht wurde. Der Preis wurde zu Lucas' 100. Geburtstag im Jahr 1972 von seinem Sohn gestiftet. Unter den bisherigen Preisträgern waren der katholische Theologe Karl Rahner und der Wissenschaftstheoretiker Karl Popper. (APA, derStandard.at, 4.5.2012)

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