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Wien - Die Vorstandsetage von Österreichs größtem Stromerzeuger Verbund steht wegen des Gaskombikraftwerks Mellach unter Druck. Der Kraftwerksstandort nahe Graz wird mit langfristig geordertem Gas versorgt, das ölpreisindexiert und infolgedessen erheblich teurer ist als kurzfristig abrufbare Mengen vom Spotmarkt. Wenn die Preisschere zwischen Gas und Strom weiter offen bleibt, was anzunehmen ist, könnte Mellach zu einer veritablen Belastung für den Verbund werden.
Dessen Chef Wolfgang Anzengruber will auch gar nichts beschönigen. "Wenn es uns nicht gelingt, mehr Flexibilität in die Verträge zu bringen, trifft uns das 2013 massiv. Wir brauchen bis zum vierten Quartal eine Lösung", sagte Anzengruber am Freitag im Klub der Wirtschaftspublizisten.
Einkauf am Spotmarkt
Eine Mio. m3 Erdgas pro Jahr hat der Verbund über die Großhandelsgesellschaft Econgas geordert. Diese bezieht ihrerseits Gas überwiegend aus Russland. Anzengruber möchte künftig einen größeren Teil der Gasmenge am Spotmarkt einkaufen können und so Kosten sparen. Statt 5000 Stunden werde man das Kraftwerk im Vollbetrieb ab 2013 aus Kostengründen vorerst wohl nur 2000 bis 3000 Stunden laufen lassen können.
In Frankreich, wo der Verbund 100 Prozent an zwei Gaskraftwerken hält, sei es im April gelungen, mit richterlicher Hilfe aus einem langfristigen Bezugsvertrag auszusteigen. Mittelfristig will sich der Verbund komplett aus Frankreich zurückziehen. (stro, DER STANDARD; 5./6.5.2012)
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