Tote und Verletzte bei Protesten gegen die Armee

5. Mai 2012, 09:07

Tausende protestieren in Kairo - 400 Verletzte - Militärrat verhängte nächtliche Ausgangssperre

Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften ist in Kairo nach Berichten arabischer Medien mindestens ein Menschen ums Leben gekommen. Fast 400 Menschen seien verletzt worden, berichtete der Nachrichtensender Al-Jazeera unter Berufung auf Angaben des ägyptischen Gesundheitsministeriums. Bei dem Getöteten handle es sich um einen Soldaten. Der Sender Al-Arabiya berichtete unter Berufung auf Krankenhausmitarbeiter von zwei Todesopfern, die durch Schüsse um Leben gekommen seien. In Kairo und in Alexandria hatten im Lauf des Tages Tausende gegen die Machtausübung durch das Militär demonstriert.

Zu den Unruhen war es am Freitag gekommen, als die Armee mit Unterstützung der Polizei eine Demonstration gegen die herrschenden Militärs vor dem Verteidigungsministerium in Kairo auflösen wollte. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Nach Angaben von Augenzeugen flogen von beiden Seiten Steine. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, 170 Verdächtige seien festgenommen worden.

Am Abend verhängte der regierende Militärrat unter Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi eine nächtliche Ausgangssperre über die Gegend um das Verteidigungsministerium. In dem Viertel war es diese Woche bereits zu blutigen Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Schlägertrupps gekommen, bei denen nach offiziellen Angaben neun Menschen getötet wurden.

Forderung nach Machtübergabe

Der Protest der Demonstranten richtete sich gegen den Obersten Militärrat, der nach dem Rücktritt von Präsident Hosni Mubarak im Februar 2011 die Macht übernommen hatte. Auch auf dem zentralen Tahrir-Platz fand am Freitag eine Demonstration gegen das Militär und gegen die von ihm eingesetzte Übergangsregierung statt, die aber friedlich blieb.

Tausende Aktivisten und Parteimitglieder aus verschiedenen politischen Lagern hatten zu der Kundgebung aufgerufen. Sie forderten eine rasche Machtübergabe der Militärs an eine zivile Regierung und die Entlassung von Ministerpräsident Kamal al-Ganzouri (Gansuri). Auch die Muslimbrüder, die im ägyptischen Parlament die größte Fraktion bilden, beteiligten sich an dem Protest. Anders als bei früheren Demonstrationen übertrug das staatliche Fernsehen Live-Bilder von den Ausschreitungen im Abbassiya-Viertel.

Präsidentschaftswahl

Die Jugendbewegung "6. April" erklärte am Abend, sie ziehe sich von der Protestaktion vor dem Ministerium zurück, weil sie nicht an Aktionen teilnehmen wolle, bei denen Blut vergossen wird. In einer Erklärung der Bewegung hieß es: "Wir betonen, dass wir auf die Machtübergabe zu dem genannten Termin warten werden, und dass wir, wenn dies nicht geschehen sollte, auf allen Plätzen des Landes demonstrieren werden."

Die Ägypter sollen am 23. Mai einen Präsidenten wählen. Der Militärrat hat versprochen, nach der Präsidentenwahl die Macht abzugeben. (APA, 5.5.2012)

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24 Postings
Sie können einem schon leid tun,

unsere Eliten, die in den Feuilletons den arabischen Frühling mit seinem "neuen Menschen" besangen - am liebsten hätten sie gleich uns mit ihm ausgewechselt. Die Deuter der Dinge haben übersehen, daß am Tahrirplatz eigentlich keine Galabijas zu sehen waren sondern die europäische Kleidung der arbeitslosen Intellektuellen, die an die Schreibtische des Regimes wollten. Die Galabijaträger sind aber die demokratische Mehrheit und haben ein ganz anderes Menschbewußtsein wie unsere Träumer. L.

Sind doch nur die Salafisten die an die Macht wollen, auf die kann ruhig geschossen werden. Da braucht man kein schlechtes gewissen zu haben. Sind alles Nazis, Frauenfeinde, Möchtegernherrscher usw. Die spielen sich gerne als Sittenpolizei auf und wollen den Leuten vorschreiben was sie zu tun und zu lassen haben, selbst im Privatleben.

"Die Armee lässt Panzer rollen."

Geh! Diese M113 sind bessere Wohnmobile, aber keine Panzer.

gehupft wie gesprungen ...

ob vom kölner dom, ob vom zirkuszelt,
ob vom dach einer dampfwäscherei –
für den arbeiter, der herunterfällt,
ist das völlig einerlei.

(kästner)

annähernd 1:1 auf panzer übertragbar, wenn man zur waffengattung der fussgänger gehört.

Von denen überrollt zu werden ist aber auch kein Spaß.

Und anders als bei Wohnmobilen kann man da die Fahrer auch schlechter herauszerren, wenn die dann losrollen.

unter der strengen hand von mubarak hat es sich in Ägypten besser gelebt

genau deswegen sind die leute auch auf die straße gegangen weil alles in ordnung war....

Frueher war halt alle besser.....

Denken sie doch an unser Kaiserreich! Das waren noch Zeiten, gell?

genau! warum holen wir ihn dann nicht zu uns und machen ihn zum comandente auf lebenszeit?

in österreich funktioniert demokratie

in ägypten führt sie zu chaos

"in österreich funktioniert demokratie"

Da fehlt aber ein "heutzutage". Und eventuell auch ein "noch" oder ein "relativ gut".

naja, weil wir in oesterreich keine islamisten haben brauchen wir auch niemanden, der uns vor den islamisten schuetzt.
muss man ihnen das jetzt wirklich erklaeren?

jaja, an jede ecke lauert der bärtige muslim, hm? die erlebniswelt spiegelt halt auch immer den betrachter...

Auf der einen Seite Militärs

auf der anderen Seite Islamisten. Ich tu mir schwer, dabei Partei zu ergreifen. Meine Sympathie ist jedoch fast mehr bei Ersteren. Denen ist es zumindest gleichgültig, wie sich Frauen kleiden, sowie, wer mit wem sich im Bette vergnügt, und sorgen dafür, dass es auch in Zukunft so bleiben wird.

Eine Regierung die mit Panzern auffährt hat damit schon abgedankt. Die gehört weg, in jedem Staat der Welt.

für was haben die moderne waffen...

wenn sie sich eh gegenseitig mit steinen bewerfen...ist das die neue "steinzeit" oda wos ???

Während sich die Massen auf das deutsche Uboot stürzen, werden die Menschen in Kairo ignoriert.
Nun ja, Medienhype, Dauerhaftigkeit, Solidarität gibt es nur anhaltend gegen Israel, aber nicht für Menschen im Kampf um Bürgerrechte.
Warum wohl?

Das traurige ist dabei aber auch, daß die Demonstranten in Kairo längst nicht alle wirklich für "Bürgerrechte" in einem universellen Sinne eintreten.

Stimmt nicht.

Es wurde schon vielfach angemerkt das der Militärrat ein faschistoides System in Ägypten ist und die Revolution niemals erfolgreich war. Siehe die zahlreichen Kommentare hierzu hier.

Wenn du nur selektiv lesen kannst ist das nicht die Schuld anderer.

Einmal als System abgehakt, und das war es bei Ihnen.
Sehr solidarisch.

naja,

isr.kritik halt. also kritik an isr. nicht an den (in isr. unbestreitbaren) missständen per se. sonst hieße es ja missstandskritik.

Sinnloser Vergleich .
Bedroht Ägypten andere Länder mit Terror und Atomwaffen ?

Das hängt unter anderem auch davon ab, wer dann Präsident werden wird.

Der Friedensvertrag mit dem nordöstlichen Nachbarn wurde da von manchem Kandidaten in Abrede gestellt. Das mag auch etwas manche der Rüstungsbestrebungen dieses Nachbarn erklären, hm?

Wer bedroht denn eigentlich andere Laender mit Terror und Atomwaffen?

Und welche Laender sollen das denn sein?

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