Schweizer Richter verlässt Rote-Khmer-Tribunal mit scharfer Kritik

4. Mai 2012, 16:36
  • Laurent Kasper-Ansermet zieht sich aus dem Tribunal zurück.
    foto: apa/epa/gillieron

    Laurent Kasper-Ansermet zieht sich aus dem Tribunal zurück.

Kasper-Ansermet: Kambodschanische Richter behindern Untersuchungen - Bisher nur ein Verantwortlicher verurteilt

Phnom Penh - Ein Schweizer Richter hat sich mit schweren Vorwürfen an seine kambodschanischen Kollegen vom Rote-Khmer-Tribunal in Kambodscha verabschiedet. Er habe in einem "höchst feindselig gesinnten Umfeld" arbeiten müssen und sei bei der Ausübung seiner Pflichten ständig behindert worden, schrieb der Untersuchungsrichter Laurent Kasper-Ansermet am Freitag. Die Gründe dafür seien politischer Natur gewesen. Er habe mehrere Mitarbeiter des Tribunals wegen unrechtmäßiger Einmischung angezeigt.

Das Tribunals soll die Hauptverantwortlichen des Terrorregimes der Roten Khmer zur Verantwortung ziehen. Die Roten Khmer wüteten 1975 bis 1979 in Kambodscha. Sie wollten eine maoistische Bauerngesellschaft verwirklichen und trieben die Menschen aus den Städten aufs Land. Das Regime wurde schnell paranoid, verdächtigte Hunderttausende als feindselige Agenten und richtete Arbeitslager und Hinrichtungsstätten ein. Rund zwei Millionen Menschen kamen durch Zwangsarbeit, Hungersnöte und Massenhinrichtungen um.

Ein Urteil

Das Tribunal nach UN- und kambodschanischem Recht hat bisher einen Drahtzieher des Regimes verurteilt, den Chef des Foltergefängnisses Tuol Sleng, Kaing Guek Eav. Drei weiteren Angeklagte wird gerade der Prozess gemacht.

Kasper-Ansermet wollte mindestens zwei weitere damalige Verantwortliche belangen, doch widersetzt sich die kambodschanische Regierung dem seit langem. Er warf dem einheimischen Untersuchungsrichter mehrfach vor, seine Untersuchungen zu behindern. Die Regierung hat schon oft gesagt, dass sie keine weiteren Prozesse dulden wolle.

Am Freitag appellierte der scheidende Richter erneut an die Vereinten Nationen und die Regierung in Phnom Penh, sich zu verständigen, um "den Ruf und die Würde" des Tribunal wiederherzustellen. (APA, 4.5.2012)

Wenn alles auf den Tisch gelegt würde,

würden sich auch die Hintermänner offenbaren. Und die findet man nicht in Asien.

Die Roten Khmer wüteten bis ende 1998.

Wer mal eine wirklich trostlose Gegend sehen möchte, soll von Anlong Veng Richtung Osten fahren. Das ist die Gegend in der sich die Roten Khmer sehr lange gehalten haben.

Die Roten Khmer wurden von Washington damals unterstützt (!!!) als Widersacher der von der UdSSR unterstützten Vietnamesen, gegen die die USA Krieg geführt haben. Dass die Roten Khmer Millionen Menschen abgeschlachtet haben (auf widerlichster Art und Weise) scheint die USA nicht gestört zu haben und die werden auch heute ihre Hände schützend halten.

Sternchen biegt sich wieder einmal die Geschichte zurecht

Die ersten Berichte über die von den Roten Khmer verursachten Gräueltaten wurden in den USA veröffentlicht. Die europäische Linke tat sie erst einmal als amerikanische Lügenpropaganda ab. Als es nicht mehr zu leugnen war, waren natürlich die Amerikaner schuld, nicht die Täter. In dieses Bild passt denn auch die Geschichte, dass die USA die Roten Khmer unterstützt hätten. Washington hat seinerzeit lediglich das vietnamesische Regime in Kambodscha nicht anerkannt. Daraus den Umkehrschluss zu ziehen, dass es die Roten Khmer unterstützt hätte ist vollkommen Banane.

Blödsinn

Die Amis unterstützen alles und jeden, der ihren Zwecken hilfreich dienen kann. 90% der "innigen" Beziehungen pflegen die USA zu ausgewiesenen Terror-Regimes. Lesen sie mal die Freunderlliste der USA nach. Deren Staatsstreiche sind Legende. Dann wird Ihnen klar, dass die Amerikaner keine Ideologien verfolgen. Was die haben ist Angst vor einem leeren Geldsack. Politik spielt keine Rolle. Sie leben auf dem falschen Planeten, wenn Sie denken, dass es um etwas anderes geht als Geld, Macht und Einfluß. Und Krieg ist nun mal das beste aller Geschäfte.

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