Träume aus Kenias Armenviertel

4. Mai 2012, 17:34
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"The Dream of getting a Job" in Wien und Graz

Wien/Graz - Gott hat keinen Rauschebart, dafür trägt er einen weiß-goldenen Trainingsanzug. Zumindest tut er dies in dem fantasievollen Stück The Dream of getting a Job, mit dem das in den Slums Nairobis von Regisseur Stephan Bruckmeier gegründete Hope Theatre seine Europatournee in Wien und Graz beschließt.

Der junge Myk (Douglas Kebengwa) steht darin vor einem wichtigen Vorstellungsgespräch. Seine Anspannung beschert ihm wirre Träume. Visioniert er zunächst Zärtlichkeiten zwischen seiner Frau und dem Bruder, singen ihm bald schon völlig überdrehte Morgenutensilien wie Zahnpastatube und Cornflakes-Schachtel ein Lied (Musik: Gerd Schuller, Kostüme: Angelika Pichler). Über zwei pausenlose Stunden taumelt Myk so von einer absurden Situation in die nächste. Korrupte Angestellte bringen ihn um sein Geld, TV-Moderatoren um seine Würde. Zuletzt steht er nicht nur vor Gott, sondern auch vor der Frage, ob ein Beruf nur Geld bringen oder ebenso moralischen Ansprüchen genügen muss.

Die textlastigen Passagen gehören zwar nicht zu den Stärken des Moderne und Tradition vereinenden Projekts, Videos und Tanzeinlagen halten die Inszenierung aber kurzweilig. Das Schönste kommt zum Schluss, da zeigt sich auch, dass Gott ein famoser Tänzer ist. (wall, DER STANDARD, 5./6.5.2012)

5. 5., TAG, Wien, 7.-8. 5., Orpheum, Graz

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