Auslandsverkauf von Goethe-Zeichnungen verboten

4. Mai 2012, 15:11
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Die Zeichnungen gelten als schützenswertes Kulturgut - Eine Begründung des Urteils des Verwaltungsgerichts München steht noch aus

München - Sechs Zeichnungen aus der Feder des Dichters Johann Wolfgang von Goethe sind schützenswertes Kulturgut und dürfen daher nicht ins Ausland verkauft werden. Das Verwaltungsgericht München wies am Freitag die Klage des Eigentümers Nicolas Henckel von Donnersmarck gegen den Freistaat Bayern ab. Eine Aufnahme in das Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes verbietet einen Verkauf ins Ausland.

Eine Begründung des Urteils steht noch aus. In der mündlichen Verhandlung hatte der Vorsitzende Richter Albrecht von Fumetti jedoch angedeutet, dass es möglicherweise nicht auf den künstlerischen Wert der einzelnen Zeichnungen ankomme, sondern auf die Bedeutung des sogenannten Hirschhügel-Konvoluts, zu dem die Zeichnungen gehören. Diese Sammlung aus dem Besitz der Familie Henckel von Donnersmarck umfasst 45 Handzeichnungen, darunter 39 aus der Feder Goethes. Die Familie Donnersmarck überließ das Konvolut nach der Wende dem Goethe-Nationalmuseum in Weimar als Dauerleihgabe.

Anfang 2009 ließ sich der Kläger das Konvolut vorübergehend aushändigen. Er wollte die Zeichnungen von einem Sachverständigen prüfen lassen. Donnersmarck hatte seine Klage unter anderem mit dem fehlenden Nachweis von Goethes Urheberschaft begründet. Die Blätter seien Erinnerungsstücke seiner Familie und kein schützenswertes Kulturgut. Für 29 Zeichnungen kommt die Entscheidung des Verwaltungsgerichts nun zu spät - der Kläger hatte sie bereits 2009 an einen privaten Sammler in Österreich veräußert. (APA, 4.5.2012)

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